Top-Vermögensverwalter verteidigt seinen Favoriten Bernhard Rolfes über den Mischfonds von Geneon

Vermögensverwalter Bernhard Rolfes

Vermögensverwalter Bernhard Rolfes

Der Geneon Invest Airbag 5.7, ein Mischfonds der Hamburger Vermögensverwaltung Geneon, schloss das vergangene Jahr mit einem Minus von 3,4 Prozent ab. Auf Jahressicht weist der Fonds damit die schlechteste Wertentwicklung in der Kategorie Mischfonds defensiv auf. Bernhard Rolfes von Bellmann Rolfes, der den Fonds im März 2014 noch als seinen Favoriten bezeichnete, sprach mit dem Fondsmanagement über die Gründe für das schwache Abschneiden und leitete diese auf Anfrage an das private banking magazin weiter.

„Die Entwicklung des Fondspreises in 2014 ist auf den ersten Blick natürlich enttäuschend. Auf den zweiten Blick kann man gut erkennen, dass das Dilemma in der zweiten Jahreshälfte begann (die Entwicklung in den ersten sechs Monaten verlief nachvollziehbar mit dem seitwärts und am Ende dann doch noch freundlichen Markt). Die zweite Jahreshälfte war geprägt von zwei Kursrückschlägen am Aktienmärkt, die im Anschluss mit der gleichen enormen Geschwindigkeit wieder aufgeholt wurden.
 
Im Juli verlor nicht nur der Aktienmarkt  wegen der eskalierenden Ukraine-Krise über 10 Prozent. Auch viele andere Assetklassen wie Anleihen aus den Emerging Markets, Unternehmensanleihen und High Yield Bonds waren betroffen. Allein „sichere Häfen“ wie Bundesanleihen konnten sich halten. Im Fonds wurde regelkonform Risiko deutlich reduziert, indem Aktienbestände und andere Risikoinvestments verkauft wurden. Der realisierte Verlust aus diesen Positionen blieb problemlos und wäre bei einer Fortdauer dieser Markttendenz ein hochwillkommener Preis für die Vermeidung von weiteren Verlusten gewesen. Allerding war der Spuk schon nach 2 Wochen vorbei und die Kurse erholten sich rasant. Um an der Erholung teilzuhaben, wurden die Positionen wieder aufgebaut.
 
Aber schon 1 Monat später begannen schlechte Konjunkturzahlen wieder auf die Kurse durchzuschlagen und wieder gingen die Märkte auf Talfahrt. Der Dax verlor in den folgenden 3 Wochen über 12 Prozent und wieder waren auch andere „Risikoassets“ betroffen. Einmal mehr mussten die Regeln des Risikomanagements im Fonds eingreifen und wieder wurden gefährdete Positionen aus Sicherheitsgründen verkauft. Durch die 2-fache Absicherung innerhalb kürzester Zeit war das Risikobudget von 5 Prozent nun kräftig angegriffen, sodass bei der folgenden, ungewöhnlich kräftigen Erholung nur noch risikoreduzierte Positionen im Bestand waren.

Abschließend lässt sich sagen, dass der Fonds sich vom Markt zwei kräftige Backpfeifen abgeholt hat, weil Sicherungsstrategien sich im Nachhinein als überflüssig herausgestellt haben. Dies ist aber ein wichtiger Teil der Konzepts, das sich nicht lösen lässt. Wenn die Gefahr am Markt zu groß wird, baut der Fonds Risikopositionen ab. Nur so lassen sich verheerende Auswirkungen eines Crashs oder einer langen Baisse verhindern. Die Minderperformance in solchen Sägezahnmärkten wie wir sie im zweiten Halbjahr 2014 gesehen haben, sind der Preis für einen Kapitalerhalt, beziehungsweise für Wertsteigerung, wenn die Gesamtlage sich irgendwann als wirklich ernst erweisen wird.
 
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das System funktioniert hat, die Performance aber dennoch unbefriedigend ist.“