Umbau bei Aviva Investors Top-Fondsmanager müssen gehen, Geschäfte werden verkauft

Mark Versey, Geschäftsführer von Aviva Investors treibt den Geschäftsumbau voran

Mark Versey, Geschäftsführer von Aviva Investors treibt den Geschäftsumbau voran: Der Top-Manager sieht das vergangene Jahr als Wendepunkt für ökologische, soziale und Governance-Themen Foto: Aviva Investors

Aviva Investors, die global tätige Asset-Management-Gesellschaft des britischen Versicherers Aviva, dem weltweit fünftgrößten Versicherer, macht ernst beim Thema Nachhaltigkeit und teilte mit, dass „eine Reihe von Stellen“ im Aktienteam gefährdet seien und dass eine Konsultation mit den Betroffenen begonnen habe. Auch David Cumming, bisher verantwortliche für die Aktien-Investitionen, soll zu der Gruppe von Fondsmanagern gehören, die das Unternehmen verlassen werden Dazu werden mehrer Fonds geschlossen. Grund dafür, so die Mail on Sunday, ist unter anderem die von Unternehmenschef Mark Varsey angekündigte Umstrukturierung hin zu mehr Nachhaltigkeit.

Die Umstrukturierung folgt auf die Ernennung von Mark Versey zum Geschäftsführer von Aviva Investors im Januar. Den Vorgang kommentieren möchte Aviva nicht. Ein Sprecher sagt aber: „Seitdem Mark Versey den Posten des CEO von Aviva Investors übernommen hat, war er sich darüber im Klaren, dass wir uns auf Bereiche konzentrieren müssen, in denen wir einen Wettbewerbsvorteil haben. Wir haben die Entscheidung getroffen, unser Aktiengeschäft auf nachhaltige Ergebnisse und Kernstrategien zu fokussieren, für die es eine klare Kundennachfrage gibt, nämlich britische und globale Aktien, während wir gleichzeitig eine ausreichende Abdeckung beibehalten, um unsere Multi-Asset-Strategien zu unterstützen.“ Die Gruppe hatte bereits einen Rückzug in Europa und Asien angekündigt, um sich auf ihre Kernmärkte auf den britischen Inseln und in Kanada zu konzentrieren.


Versey selbst sagte vor einiger Zeit: „Das Jahr 2020 könnte als Wendepunkt für ökologische, soziale und Governance-Themen in die Geschichte eingehen. Die Pandemie hat sich als ein gigantischer ESG-Stresstest für die Weltwirtschaft erwiesen und uns gezeigt, dass die heutigen Herausforderungen keine nationalen Grenzen kennen. Investoren spielen eine wesentliche Rolle, wenn es darum geht, Veränderungen bei den größten gesellschaftlichen Themen voranzutreiben – sei es Klimawandel oder Diversität, Umweltzerstörung oder Menschenrechte. Wir sind stolz darauf, schon seit langem Vorreiter unter den Investoren beim aktiven Engagement zu diesen Themen zu sein."

Die angestrebt Nachhaltigkeit ist aber anscheinend nur ein Grund für die Umstrukturierung. Die Ankündigung des Abbaus von hochkarätigem Personal erfolgt nämlich wenige Tage, nachdem bekannt wurde, dass die Investmentgesellschaft Cevian Partners (CP) eine Beteiligung in Höhe von 5 Prozent an Aviva aufgebaut hat. CP fordert, dass der Versicherer rund 580 Millionen Euro an Kosten einspart und 5,8 Milliarden Euro an die Aktionäre auszahlen soll. Geld, das anscheinend vorhanden wäre. Hauptgeschäftsführerin Amanda Blanc, die vor einem Jahr den Spitzenjob bei Aviva übernommen hat, hat durch den Verkauf von Geschäften in Europa und Asien bislang 8,7 Milliarden Euro eingenommen.