Bitpanda startet mit Bitpanda Enterprise ein eigenständiges Angebot für institutionelle Kunden. Das Angebot baut auf mehr als fünf Jahren B2B-Erfahrung auf – ehemals unter dem Namen Bitpanda Technology Solutions – und bündelt das institutionelle Leistungsportfolio in einem einheitlichen Ökosystem. Ziel ist es, die Lücke zwischen traditionellem Finanzwesen und digitalem Asset-Markt zu schließen.
Die Infrastruktur richtet sich an professionelle Handelsfirmen, Broker, Vermögensverwalter, Family Offices, Fintechs und Unternehmenskunden und umfasst sechs Bereiche: Investment-as-a-Service, institutionelle Verwahrung, Liquidität und Post-Trade-Abwicklung, Zahlungsinfrastruktur für Krypto und Stablecoins, ein modulares Token-Management-System sowie eine Infrastruktur für die Tokenisierung von Vermögenswerten.
„Der institutionelle Markt braucht keine weiteren fragmentierten Tools. Er braucht einen umfassenden, integrierten Technologie-Stack“, sagt Geschäftsführer (CEO) Lukas Enzersdorfer-Konrad. Mit Bitpanda Enterprise wolle er die Komplexität der Verwaltung mehrerer Anbieter beseitigen, indem alle zentralen Bausteine der Infrastruktur für digitale Vermögenswerte an einem Ort bereitgestellt werden. „Wir wenden dieselbe nutzerzentrierte Philosophie, mit der wir unser Retail-Geschäft skaliert haben, nun an, um die größten Finanzinstitutionen der Welt zu befähigen.“
Tokenisierte Wertpapiere sind keine Krypto-Assets
Für institutionelle Investoren ist die klare Trennung zwischen tokenisierten Wertpapieren und Krypto-Assets zentral, erklärte Christoph Nestelberger, Kaufmännischer Leiter der Gruppe (Group Commercial Director) Deutschland bei Bitpanda, gegenüber dem private banking magazin.
Tokenisierte Wertpapiere seien rechtlich Finanzinstrumente, Krypto-Assets hingegen eigenständige Vermögenswerte ohne klassischen Wertpapierstatus – mit entsprechend unterschiedlichen Anforderungen an Regulierung, Verwahrung, Reporting und Risikomanagement.
Markt in früher Skalierungsphase
Den Markt für tokenisierte Wertpapiere beschreibt Nestelberger als technologisch produktionsreif und regulatorisch durch europäische Regelwerke erstmals klar gerahmt. Der entscheidende Unterschied zu früheren Ansätzen sei die regulatorische Verankerung und das wachsende institutionelle Interesse. Dennoch befinde sich der Markt noch in einer frühen Skalierungsphase: Erste Emissionen und Pilotplattformen seien vorhanden, eine breite Sekundärmarktliquidität fehle noch.