Thomas Rosenfeld von der BW-Bank „Wir stehen bei 80 bis 90 Prozent unserer Deutschlandstrategie“

Ist seit Anfang 2016 im Vorstand der BW-Bank fürs Wealth Management zuständig: Thomas Rosenfeld  | © Uwe Noelke

Ist seit Anfang 2016 im Vorstand der BW-Bank fürs Wealth Management zuständig: Thomas Rosenfeld Foto: Uwe Noelke

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private banking magazin: Im Jahr 2008 ist die BW-Bank ins Wealth Management eingestiegen, zunächst im Heimatmarkt Baden-Württemberg, aber von Anfang an auch mit Perspektive für Gesamtdeutschland. Jüngst haben Sie mit Uwe Adamla einen Regionalleiter Mitte/Nord ernannt. Was folgt jetzt?

Thomas Rosenfeld: Wir werden weiterhin Schritt für Schritt vorgehen. Seit dem Einstieg der BW-Bank ins Wealth-Management-Geschäft war das Ziel, perspektivisch deutschlandweit präsent zu sein. Momentan haben wir neben den Standorten in Baden-Württemberg in Stuttgart und Mannheim noch Wealth-Management-Standorte in München, Nürnberg, Frankfurt am Main, Mainz, Düsseldorf und Bielefeld.

Gibt es auch Pläne, das Private Banking jenseits der Landesgrenzen von Baden-Württemberg zu betreiben?

Rosenfeld: Im Privatkunden- und Private-Banking-Geschäft war die BW-Bank immer schon auf Baden-Württemberg ausgerichtet. Mit den Konzerngesellschaften LBBW Rheinland-Pfalz Bank und LBBW Sachsen Bank ist die LBBW zudem noch in deren Marktgebieten im Private Banking tätig und will dort ebenso wie in Baden-Württemberg auch wachsen.

Ist es nicht schwierig, außerhalb Baden-Württembergs Kunden zu gewinnen? Schließlich fehlt das Privatkundengeschäft.

Rosenfeld: Dieser Nährboden für Wealth-Management-Kunden fehlt uns, das stimmt. Gleichzeitig haben wir im Wealth Management aber den Vorteil, dass die LBBW mit ihren Standbeinen des Firmenkundengeschäfts und der gewerblichen Immobilienfinanzierung häufig schon vor Ort ist. Zudem gewinnen wir viele Kunden durch persönliche Empfehlungen.

Insgesamt hat unser Haus dadurch auch jenseits von Baden-Württemberg einen guten Zugang zu Unternehmern. Wir haben bereits eine Infrastruktur, müssen also nicht auf der grünen Wiese starten. Der Einstieg in den Markt erfolgt dann auch immer gemeinsam mit den Kollegen aus den anderen Bereichen.

Setzen Sie auch monetäre Anreize für die Zusammenarbeit von Firmenkunden- und Wealth-Management-Beratern?

Rosenfeld: Für mich war es extrem positiv, hier eine Kultur anzutreffen, die die Tandem-Funktion von Firmenkundenberater und Kundenberatern im Wealth Management bereits lebt. Es gibt die gemeinsame Sicht auf den Markt aus den verschiedenen Blickwinkeln. Dem des Unternehmens und dem des Unternehmers. Das wollen wir weiter stärken, ohne dabei auf individuelle Anreizsysteme zu setzen.

Möglicherweise werden wir uns mal mit der Frage beschäftigen, ob es sinnvoll ist, das Teamergebnis eines Standortes zu betrachten und darüber den gemeinsamen regionalen Bezug noch weiter zu stärken. Entscheidend ist der Wille zur Zusammenarbeit, den gilt es über alle Hierarchiestufen auszustrahlen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Die Frankfurter Niederlassung gibt es seit Sommer vergangenen Jahres. Zuletzt haben Sie die Wealth-Management-Teams in Mannheim, Nürnberg und München deutlich aufgestockt. Wie geht es weiter?

Rosenfeld: Wir können uns vorstellen, auch noch weitere Niederlassungen zu eröffnen. 80 bis 90 Prozent unseres geographischen Plans haben wir mit den genannten Standorten  schon abgedeckt.

Gibt es konkrete Pläne, beispielsweise für Hamburg, Hannover oder Berlin?

Rosenfeld: Für den erstgenannten Standort würde ich das zumindest nicht verneinen. Gehen Sie aber nicht davon aus, dass wir bis Jahresende noch irgendwo die Pforten öffnen.