Marktkommentar

Multi Asset trifft Kostenbewusstsein

Die UBS Active-Allocation-Fondsfamilie spiegelt die Positionierung der erfolgreichsten Multi-Asset-Fonds wider. Aus den USA mögen die Manager Aktien, aber keine Anleihen.


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ktuell gibt es zwei große Trends in der Fondslandschaft. Das ist zum einen der Trend, die Asset Allocation der Vermögensanlage in professionelle Hände zu übergeben. Seit einigen Jahren treffen Multi-Asset-Fonds nicht nur bei Privatanlegern auf reges Interesse, sondern auch institutionelle Investoren finden Gefallen an den gemanagten Lösungen. Über 230 Milliarden Euro werden laut BVI-Statistik mittlerweile in Deutschland in Mischfonds verwaltet, das ist rund ein Viertel des gesamten Publikumsfondsvermögens. Im vergangenen Jahr flossen den Fonds knapp 12 Milliarden Euro zu, Aktien- und Rentenfonds hingegen verzeichneten unterm Strich Abflüsse.

Zum anderen steigt das Kostenbewusstsein und passive Anlagelösungen sind weiter auf dem Vormarsch. Die niedrigen Anleiherenditen, die auch auf die Performance-Erwartungen in anderen Asset-Klassen ausstrahlen, zwingen die Investoren, genauer auf die Kosten zu schauen.

Zwei Trends in einem Fonds

UBS Asset Management hat mit einer neuen Fondsreihe gleich auf beide Trends reagiert: Die Active Allocation Fonds bieten für Investoren mit unterschiedlichem Risikobudget drei Multi-Asset-Lösungen mit geringen Kosten. Der Kostenvorteil entsteht durch die innovative Strategie der Fonds. Grundgedanke ist, dass die Asset Allocation eine wesentliche Rolle für die langfristige Performance einer Vermögensanlage spielt, wie mehrere Studien gezeigt haben. Fondsmanager Philip Brides versucht daher, die durchschnittliche Positionierung der besten Fonds der jeweiligen Vergleichsgruppe der Rating-Agentur Morningstar in seinen Fonds abzubilden. Für die Umsetzung nutzt er kosteneffiziente Instrumente wie ETFs oder klassische Indexfonds.

UBS Active Allocation Balanced

Die Aufteilung der Hauptanlageklassen Aktien und Anleihen ist durch das Risikoprofil des jeweiligen Fonds vorgegeben, und vor allem der Aktienanteil kann nur innerhalb einer gewissen Spanne schwanken. Beim UBS Active Allocation Balanced beispielsweise sind Aktien zu Stand Ende März mit einem Anteil von 50,2 Prozent gegenüber der strategischen Gewichtung von 50 Prozent leicht übergewichtet. Bei allen drei Fonds ist ein beachtlicher Teil des angelegten Kapitals in Cash investiert. Beim UBS Active Allocation Defensive sind es 20,4 Prozent, während 53,6 Prozent in Anleihen stecken und nur 26 Prozent in Aktien.

Anleihen aus Europa und Aktien aus den USA

Keine strategischen Vorgaben gibt es für die Gewichtung der einzelnen Märkte innerhalb der großen Asset-Klassen. Bei defensiven Fonds dominieren im Anleihebereich Papiere aus der Eurozone, gefolgt von britischen Anleihen. US-Anleihen haben nur einen Anteil am Gesamtportfolio von sechs Prozent. Auch bei den Aktien überwiegen europäische Titel, wenn auch nicht ganz so stark. Sie machen knapp die Hälfte des Aktienanteils aus.

Bei dem UBS Active Allocation Balanced und noch deutlicher bei dem UBS Active Allocation Growth hingegen spielen US-Aktien die dominierende Rolle. Bei den europäischen Aktien fällt der sehr geringe Anteil britischer Unternehmen ins Auge. Im Anleihebereich haben Titel aus der Eurozone den jeweils größten Anteil.

„Zurzeit konzentrieren wir uns auf eine Aufteilung der Fondsvermögen auf relativ breite Asset-Gruppen, wie asiatische, amerikanische oder europäische Aktien“, sagt Fondsmanager Brides. Im Laufe der Zeit, wenn das Volumen der Fonds gewachsen ist, sollen auch Smart-Beta-Strategien oder zumindest optimierte passive Strategien in die Fonds Einzug halten.


Interview mit Philip Brides, UBS Asset Management

„Durch passive Anlageinstrumente senken wir unsere Kosten“

Seine Markteinschätzung hat wenig Einfluss auf die Portfolios der UBS Active Allocation Funds. Was für Fondsmanager Philip Brides zählt, ist die Positionierung der besten Fonds der Vergleichsgruppe

Die Asset Allocation der neuen UBS-Multi-Asset-Fondsfamilie basiert auf der Analyse der Positionierung von den erfolgreichsten Konkurrenzfonds. Wie funktioniert das?

Philip Brides, Senior Portfolio Manager

Philip Brides: Die Fondsfamilie Active Allocation umfasst drei Fonds mit unterschiedlichem Risikoprofil: Defensive, Balanced und Growth. Für jeden dieser Fonds schauen wir uns die Fonds aus der entsprechenden Vergleichsgruppe, die die unabhängige Rating-Agentur Morningstar zusammenstellt. Dabei fokussieren wir uns auf das erste Quartil. Die systematische Analyse erfolgt in zwei Schritten. Sie beginnt mit den verfügbaren Positionierungsdaten der Fonds aus den Morningstar-Vergleichsgruppen. Diese Daten sind natürlich vergangenheitsbezogen, nicht immer vollständig und außerdem auch nicht besonders detailliert. Die Segmente lauten zum Beispiel einfach "US-Aktien" oder "Sonstige Aktien". Aber die Daten liefern dennoch einen guten Ausgangspunkt für uns.

Und wie geht es von dort weiter?

Als nächstes nutzen wir eine ertragsbasierte Analyse, um genauer abschätzen zu können, wie die Fonds in der Vergangenheit positioniert waren. Diese Auswertung mithilfe komplexer statistischer Verfahren ist detaillierter, aber auch vergangenheitsbezogen. Wir nutzen die historischen Daten des vergangenen Jahres. Dieser zweite Analyseschritt liefert uns die durchschnittliche Positionierung der Fonds im entsprechenden ersten Morningstar-Quartil.

Warum sollte die Asset Allokation von Konkurrenzfonds eine gute Basis für eine erfolgreiche Multi-Asset-Strategie sein?

Unser Ziel ist es, eine Outperformance in der Vergleichsgruppe zu erreichen. Dazu nutzen wir eine Gewichtung der Anlagesegmente, die repräsentativ für die besten Fonds der Peer Group ist, setzen diese aber mit geringeren Kosten für unsere Kunden um.

Wie wichtig ist Ihre eigene Markteinschätzung für die Fonds?

Unsere Markteinschätzung hat keinen allzu großen Einfluss auf die Positionierung. Unser Hauptziel ist es, die Positionierung der Peer Group abzubilden. Wir haben die Möglichkeit, unsere Marktsicht in einem Overlay zu spielen. Allerdings sollte dies längerfristig nur einen sehr kleinen Teil des Gesamtrisikos ausmachen. Wir nutzen das Overlay etwa dann, wenn wir der Meinung sind, dass ein Markt oder eine Währung aufgrund einer starken Performance-Bewegung übergewichtet ist und daher ein Momentum-Risiko im Portfolio darstellt.

Die Fondsreihe heißt Active Allocation. Wie aktiv handeln Sie?

Der Anlageprozess wird jeden Monat wiederholt. Einzelne Positionen können sich auch häufiger oder eben seltener ändern.

UBS bietet im Multi-Asset-Bereich ebenfalls die Strategy-Familie an. Was sind die wesentlichen Unterschiede zur Active-Allocation-Reihe?

Die Strategy-Fonds versuchen eine Benchmark zu schlagen. Sie zeichnen sich durch eine aktive taktische Asset Allocation und eine aktive Einzeltitelauswahl aus. Die Active-Allocation-Fonds hingegen wollen ihre Peer Group schlagen. Ihre Asset Allocation ist stark durch dieses Ziel getrieben, und die Makro-Einschätzung spielt eine viel geringere Rolle. Zudem nutzen sie passive Anlageinstrumente. Dadurch sind ihre Kosten niedriger.

Was unterscheidet die neue Fondsfamilie von anderen Multi-Asset-Fonds?

Die Active-Allocation-Fonds bieten ein gutes Renditepotenzial, eine breite Diversifizierung über diverse Asset-Klassen und Märkte. Sie sollen eine überdurchschnittliche Performance in ihrer Morningstar-Vergleichsgruppe liefern. Die Strategie wird kosteneffizient umgesetzt, vor allem über ETFs und klassische Indexfonds, die Managementgebühr ist entsprechend attraktiv für Investoren. Da wir auf eine bestimmte Vergleichsgruppe fokussiert sind, werden die Fonds entsprechend fester Anlageprofile gemanagt. Die Risiken werden dabei laufend überwacht.

Fondsporträt UBS Active Allocation Funds

Besser als der Durchschnitt

Die neuen Active Allocation Fonds von UBS Asset Management sollen überdurchschnittliche Renditen bei minimalen Kosten liefern. Ihre Portfolios orientieren sich daran, wie sich andere erfolgreiche Multi-Asset-Fonds aufstellen

N

icht die Einzeltitelauswahl, sondern die Asset Allocation ist der entscheidende Faktor für den Anlagerfolg, ist Philip Brides überzeugt. Der Fondsmanager der im Dezember 2016 aufgelegten Active-Allocation-Fondsfamilie von UBS Asset Management nutzt für die Zusammenstellung der einzelnen Anlagesegmente eine ganz besondere Methode. Er schaut, wie sich die erfolgreichsten Multi-Asset-Fonds positioniert haben und baut die durchschnittliche Gewichtung in seinen Portfolios nach. Ihm geht es nicht darum, eine absolute Rendite zu erzielen, er will auch keinen Index schlagen, sein Ziel ist es vielmehr, eine überdurchschnittliche Rendite innerhalb der Vergleichsgruppe, die von der Rating-Agentur Morningstar stammt, zu liefern. Das Entscheidende: Brides handelt extrem kosteneffizient, die erwarteten jährlichen Gesamtkosten sollen eine Null vor dem Komma haben.

Strategische Allokationen für drei Risikoprofile

Die Active-Allocation-Reihe umfasst drei Fonds mit unterschiedlichem Risikoprofil. Der Defensive-Fonds für eher risikoaverse Anleger hat eine strategische Aktien-Anleihen-Gewichtung von 25 zu 75 Prozent, wobei die Aktienquote bis auf 35 Prozent steigen kann. Die Balanced-Variante hat eine strategische Fifty-Fifty-Mischung mit einer Aktienbandbreite von 35 bis 65 Prozent. Der Growth-Fonds für wachstumsorientierte Anleger mit Aktienfokus setzt auf mindestens 65 Prozent Aktien, die strategische Quote liegt bei 75 Prozent. Diese groben Quoten gilt es mit Leben zu füllen.

Um zu entscheiden, welche Anleihe- und welche Aktienmärkte wie stark ins Portfolio kommen, schauen sich Brides und sein Team die Fonds genauer an, die es ins erste Quartil der jeweiligen Morningstar-Vergleichsgruppe geschafft haben. Für den Defensive-Fonds ist dies beispielsweise die Peer-Group EUR Cautious Allocation Global. Die UBS-Experten analysieren zunächst die Positionierung dieser Fonds und optimieren die Allokation dann auf Basis einer Multi-Faktoren-Analyse, die ein genaueres Bild ermöglicht. Aus den durchschnittlichen Werten ergibt sich die Asset Allocation der UBS-Fonds.

ETFs und Indexfonds halten die Kosten gering

Diese Aufteilung kann Brides taktisch anpassen. Dazu hat er die Märkte ständig im Blick. So kann er zum Beispiel auf plötzliche Marktereignisse reagieren. Die Umsetzung kurzfristiger Markteinschätzungen kann zudem das monatliche Re-Balancing ergänzen oder die Fonds vor unerwünschten Klumpenrisiken oder übertriebenem Momentum in einzelnen Anlageklassen schützen. Dabei behält der Manager stets die eingegangenen Risiken im Blick. Bei taktischen Entscheidungen spielt daher nicht nur die persönliche Überzeugung des Managers eine Rolle, sondern auch eine gute Diversifizierung der Trades.

Umgesetzt wird die Allokation dann mithilfe passiver Vehikel wie Indexfonds und ETFs. Die taktischen Anpassungen erfolgen über Derivate. Diese Vorgehensweise ermöglicht sehr geringe Gebühren für aktiv gemanagte Multi-Asset-Fonds.

Unternehmensporträt

UBS Asset Management

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Zahlen und Fakten*

  • UBS ist einer der größten Vermögensverwalter der Welt – UBS Asset Management ist ein Teil davon.
  • Wir gehören zu den führenden Fondshäusern Europas und Asiens und sind der größte Fondsanbieter in der Schweiz.
  • Außerdem gehören wir zu den weltweit größten Verwaltern von Dachhedgefonds und Immobilienanlagen.
  • Anleger vertrauen uns: Wir verwalten rund 652 Mrd. Euro für unsere Kunden.
  • Rund 3.600 Mitarbeiter arbeiten in 22 Ländern. Unsere wichtigsten Standorte sind in Chicago, Frankfurt, Hartford, Hongkong, London, New York, Singapur, Sydney, Tokio und Zürich.
*Quelle: UBS Asset Management, Morningstar per 31. März 2017.

Daten & Fakten



Name ISIN Auflegung Volumen in Mio.
UBS Active Allocation Defensive EUR P-acc LU1513785367 19.12.2016 € 4,85 Info
UBS Active Allocation Balanced EUR P-acc LU1513786415 19.12.2016 € 4,95 Info
UBS Active Allocation Growth EUR P-acc LU1513787652 19.12.2016 € 4,97 Info

Factsheet

UBS Active Allocation Defensive EUR P-acc

Factsheet

UBS Active Allocation Balanced EUR P-acc

Factsheet

UBS Active Allocation Growth EUR P-acc