Technologiefonds Wie Anleger am Erfolg von Game-Changer-Unternehmen teilhaben können

Wissenschaftler im Labor in der Technischen Universität München: Unternehmen im Bereich Molekularbiologie entstehen oft aus Universitäten heraus und werden zu Game Changern. | © Getty Images

Wissenschaftler im Labor in der Technischen Universität München: Unternehmen im Bereich Molekularbiologie entstehen oft aus Universitäten heraus und werden zu Game Changern. Foto: Getty Images

„Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen“, sagt ein chinesisches Sprichwort. Doch die Herausforderung besteht darin, den Wind an genau der richtigen Stelle und vor allem sehr schnell zu erwischen. Der Wind der Veränderung, so sieht es im Moment aus, weht aus vier verschiedenen Richtungen und treibt Megatrends an, die für sich stehen, aber auch eng miteinander verbunden sind: demografischer Wandel, Globalisierung, technologische Innovationen und ökologische Herausforderungen. Auf diesen Feldern tummeln sich disruptive Unternehmen, sogenannte Game Changer, die das persönliche, gesellschaftliche und wirtschaftliche Zusammenleben der Menschen künftig noch stärker als bisher beeinflussen werden.

Über welche Marktmacht diese Game Changer verfügen, erkennt man an einigen Beispielen aus der Geschichte. Zuerst die Dampflok und dann das Auto revolutionierten den Verkehr; das Radio, der Fernsehapparat und schließlich Computer und Smartphone veränderten komplett unsere Informationsgewohnheiten und Mediennutzung.

Wie stark sich generell die Geschwindigkeit erhöht hat, bis eine neue Technik eine hohe Zahl von Nutzern gewinnt, zeigen folgende Zahlen: So dauerte es sage und schreibe 38 Jahre, bis 50 Millionen Menschen Zugang zum Radio hatten. Beim Fernsehapparat war es nach 13 Jahren soweit, das Internet hatte schon vier Jahre nach seiner Einführung 50 Millionen Nutzer. Bei einem Onlinespiel verkürzte sich dieser Zeitrahmen auf einen Monat – und bei einem Smartphone-Spiel wollten bereits nach 19 Tagen rund 50 Millionen Menschen mitmachen. (Anm. d. R.: Quelle Amundi)

Game Changer revolutionieren bestehende Märkte

Nicht alle Neuerungen sind disruptiv, viele Innovationen sind nur Weiterentwicklungen bestehender Technik. Was also zeichnet Game Changer aus? Sie verändern einen bestehenden Markt oder schaffen einen komplett neuen, indem sie bestimmte Produkte oder Dienstleistungen günstiger, intelligenter oder einfacher machen.

So wurde etwa mit der dezentralen Speicherung von Daten in der Cloud ein neuer Markt von reinen Cloud-Software-Anbietern aufgebaut. Große Online-Händler haben bereits die Einkaufsgewohnheiten von Milliarden Menschen komplett verändert. Auch in der Medizin spielen disruptive Technologien eine immer stärkere Rolle. Die Biotechnologie etwa ermöglicht individuell zugeschnittene Medikamente und Behandlungsmethoden wie zum Beispiel eine personalisierte Antibiotika-Therapie oder auch roboterassistierte Chirurgie.

Das Universum dieser disruptiven Unternehmen zeichnet sich durch hohe Dynamik aus. Rund 44 Prozent der Game Changer waren vor zehn Jahren noch gar nicht an der Börse notiert. Doch ihre Zahl steigt, auch wenn sie überwiegend zu den Small & Mid Caps zählen und in den führenden Indizes nur zu einem geringen Teil vertreten sind. So finden sich nur 33 Prozent von ihnen im MSCI World und nur 16 Prozent im S&P 500. (Anm. d. R.: Quelle Amundi)

Unternehmen im Blickfeld von Innovationsexperten

Wer als Investor an den Erfolgen dieser Game Changer teilhaben will, muss sie identifizieren können. Dies erfordert einen hohen Aufwand und viel Fachwissen. Leichter und zudem weniger riskant ist es, die Auswahl Experten zu überlassen und statt in einzelne Werte in einen entsprechenden Fonds wie den CPR Invest - Global Disruptive Opportunities zu investieren.

Um Game Changer zu finden, hat das Fondsmanagement einen vierstufigen Investmentprozess errichtet. Das Investmentteam besteht aus externen Innovationsexperten sowie einer Reihe von Buy-Side-Analysten aus dem Amundi-Research. Sie erkennen und überwachen disruptive Sektoren und Trends, die gerade im Entstehen sind. Sie bilden einen Pool aus rund 600 Aktien.

Danach erfolgt ein doppeltes quantitatives Screening mit dem Ziel, mögliche Outperformer zu identifizieren. Bei diesem Screening bleiben rund 150 Aktien übrig. Sodann gibt es eine wöchentliche fundierte Finanzanalyse, bei der wichtige Zahlen wie Umsatz, Margen, Gewinn und Wachstum bewertet werden und eine Einschätzung des mittel- bis langfristigen Ausblicks für jeden Titel erarbeitet wird.

Als letzter Schritt erfolgt schließlich die Konstruktion des Portfolios, wobei das Kurssteigerungspotenzial und das Risikoprofil der Aktien ermittelt werden. Nach dieser Einzeltitelauswahl bleiben schließlich rund 80 Aktien übrig. „So bekommen wir ein breit diversifiziertes und robustes Portfolio“, sagt Wesley Lebeau, Portfoliomanager für Themenfonds bei CPR Asset Management in Paris, einer 100-prozentigen Tochtergesellschaft von Amundi und Kompetenzzentrum für Themenfonds für die gesamte Amundi-Gruppe.

Sein Team betreut unter anderem den Fonds CPR Invest - Global Disruptive Opportunities, einen Aktienfonds, der weltweit in besonders innovative Unternehmen investiert. „Disruption ist ein Phänomen, das immer mehr an Fahrt gewinnt“, betont Lebeau. „Wir haben ein breites Anlagespektrum über die vier thematischen Sektoren Digitale Wirtschaft, Life Science/Gesundheit, Industrie 4.0 und Umwelt“, erläutert Lebeau.