Technologie, Gesundheit, Nachhaltigkeit Was Corona für die Kapitalanlage bedeutet

Virtuelle Sprechstunde einer Allgemeinmedizinerin: IT-Technologien stellen unsere Arbeits- und Lebensweise auf eine neue Grundlage. | © imago images / Hans Lucas

Virtuelle Sprechstunde einer Allgemeinmedizinerin: IT-Technologien stellen unsere Arbeits- und Lebensweise auf eine neue Grundlage. Foto: imago images / Hans Lucas

Nadège Dufossé, Head of Cross-Asset Strategy & Deputy Global Head of Multi-Asset

Der Technologiesektor wird unserer Meinung nach der größte Nutznießer der Umwälzungen sein, die von der Pandemie angestoßen werden. Die soziale Distanzierung ist der größte Massenprodukttest, den man sich wünschen könnte. Es gibt nichts Wirksameres als eine Krise, um die Aufmerksamkeit auf die Notwendigkeit größerer Investitionen in das Gesundheitswesen zu lenken. „Wir befinden uns im Krieg“, wiederholte der französische Präsident Macron mehrmals in einer Rede an die Nation.

IT-Technologie gewinnt massiv an Bedeutung

Die SARS-Epidemie im Jahr 2003 war ein ganz wesentlicher Impuls für die wachsende Beliebtheit des Online-Shoppings und den Aufstieg von Alibaba in China. Das Corona-Virus könnte zu noch weitreichenderen Veränderungen unserer Technologienutzung führen. Die allgegenwärtigen Telearbeit-Erfahrungen von Büroangestellten dürften die Einführung von Homeoffice, E-Learning und Telemedizin definitiv beschleunigen. Virtuelle Realität – einschließlich Video – dürfte im Vergleich zur Nutzung vor der Covid-Krise dauerhaft an Bedeutung gewinnen – auf Kosten von Geschäftsreisen, aufwendigen Team-Meetings und Konferenzen. Diese Entwicklungen dürften die Märkte für Breitbandverbindungen, Halbleiter, Vernetzung, Software und soziale Medien befeuern – zugleich aber auch zu einer Zunahme der Cyberkriminalität führen.

Innovative IT-Technologien verändern derzeit massiv unsere Arbeits- und Lebensweise. Ihre Durchdringung der beruflichen und privaten Bereiche trägt nicht zuletzt dazu bei, das Risiko von zukünftigen Epidemien zu kontrollieren, und könnte zur Folge haben, dass in Zukunft globale Eindämmungsmaßnahmen vermieden werden können. In den vergangenen 20 Jahren gab es einige entsprechende Warnsignale: SARS, MERS und Ebola. Die aktuelle globale Gesundheitskrise wird nicht die letzte sein. Der Klimawandel wird unweigerlich zur Zunahme neuer Krankheiten führen. Doch es gibt bereits Mittel zur Abhilfe: Smartphone-Tracking hilft in Südkorea, Taiwan und Singapur dabei, eine umfassende Abschottung der Bevölkerung zu vermeiden. Auch in Wuhan kehren die Menschen wieder zu einem „normalen Leben“ zurück, gestützt auf Smartphone-Tracking und gezielten, individuellen Quarantänemaßnahmen.

In Demokratien wirft dies natürlich Fragen auf. Big Data, künstliche Intelligenz und Geolokalisierung sind zwar nützlich, um beim Kampf gegen die Pandemie massive Störungen des Wirtschaftslebens zu verhindern. Vielerorts werden „Big Brother“-Methoden jedoch als Gefahr für den Schutz der Privatsphäre angesehen.

Dennoch rechnen wir mit einem massiven Schub bei der Verwendung dieser Technologien, vor allem in den USA und in den Schwellenländern.

In den folgenden Tabellen zeigen wir Beispiele für Unternehmen, die signifikante Umsätze und Gewinne in den erwähnten Sektoren erwirtschaften.