Um Klimaziele zu erreichen Talanx strukturiert um und plant Beteiligungs-Verkäufe

Die Montage eines Windrads in Recklinghausen

Die Montage eines Windrads in Recklinghausen: Der Versicherungskonzern steckte bislang knapp 2 Milliarden Euro in diese Art der Energiegewinnung Foto: Imago Images / Ralph Lüger

Um ihre im Mai erklärten Klimaziele zu erreichen, schließt die Talanx auch Verkäufe von klimaintensiven Beteiligungen nicht aus. Nach einer Analyse des Bestandsportfolios soll Ampega, der Asset Manager des Versicherungskonzerns eine Reduzierung der klimarelevanten Bestandstitel und mögliche Verkäufe planen.

Kai Ledwig, Manager für nachhaltige Finanzen bei der Ampega dazu: „Auf Basis unserer Analyse haben wir einige Unternehmen in unseren Portfolios identifiziert, deren CO2-Fußabdruck besonders hoch ist. Hieraus ergibt sich, dass wir in diese Namen entweder nicht weiter investieren oder sie sogar sukzessive abbauen.“ Jede Investitionsentscheidung basiert unter anderem auf dem Co2-Fussabdruck, immer auch unter Berücksichtigung des Gesamtportfolios und relevanter Marktindizes.

Zusätzlich soll in Klima-Vorreiter investiert werden. Außerdem verfolgt die Klimastrategie in der Kapitalanlage das Ziel, auch CO2-intensive Sektoren weiterhin abdecken zu können, um ein breit diversifiziertes Portfolio zu gewährleisten. „Dies kann durch gezielte Investitionen in Climate Improver geschehen, das heißt in Unternehmen, die sich ehrgeizige Klimaziele gesetzt haben. Hierdurch unterstützen wir aktiv einen Wandel in den CO2-intensiven Sektoren“, so Ledwig.


Momentan bezieht die Talanx indirekte Treibhausgas-Emissionen der Unternehmen, die beispielsweise in deren Lieferkette oder durch produzierte Güter entstehen, nicht in die Betrachtung mit ein. Eine Ausweitung auf solche sogenannten Scope-3-Emissionen ist geplant, aktuell sind aber noch keine zuverlässigen Daten verfügbar. Mittelfristig wolle man diese jedoch zusätzlich berücksichtigen und zeitnah auch das Engagement in Klimafragen stärken. „Das bedeutet, wir werden den aktiven Dialog mit den Unternehmen suchen, um diese zu einem stärkeren Einbezug von Klimaaspekten in ihre Geschäftsmodelle zu bewegen“, sagte Ledwig

Das Vorhaben, den CO2-Ausstoß des liquiden Portfolios bis 2025 um 30 Prozent im Vergleich zum Jahresanfang 2020 zu reduzieren, stellt einen Beitrag in der Erarbeitung eines nachhaltigen Langfrist-Pfads in Richtung CO2-Neutralität bis 2050 dar, der sich am Bekenntnis zum Pariser Klimaschutzabkommen orientiert, teilte die Talanx Anfang Mai mit. Rund 3,7 Milliarden Euro hat die Gruppe bereits in Infrastruktur investiert, gut die Hälfte davon in Windkraftanlagen. Das Ziel sind Investitionen in Höhe von fünf Milliarden Euro.