Tag der Fondsmanager Komprimierte Kompetenz der Fondsbranche

Vortrag von Philipp Koch, Unternehmensberater bei McKinsey & Company | © Christian Scholtysik

Vortrag von Philipp Koch, Unternehmensberater bei McKinsey & Company Foto: Christian Scholtysik

Im Frankfurter Palais unweit der Konstablerwache waren mehr als 120 Top-Investoren aus Banken und dem Wealth Management sowie Vermögensverwalter und Vertreter von Stiftungen der Einladung von DAS INVESTMENT gefolgt. Im Vorfeld der Lipper Fund Awards 2015, die am Abend verliehen wurden überzeugte der „Tag der Fondsmanagers“ mit einem spannenden und vielfältigen Themenportfolio.

Thomas Richter, Hauptgeschäftsführer des BVI, eröffnete die Veranstaltung mit einem Blick auf die jüngsten Zahlen der Branche. „2014 war das beste Jahre der deutschen Fondsbranche, sowohl nach Gesamtvolumen als auch nach Mittelzuflüssen“, sagte Richter. 2,486 Billionen Euro an Vermögen werden derzeit verwaltet – ein Plus von 4,3 Prozent. Auch das Jahr 2015 habe gut begonnen. Richter hob die Nettomittelzuflüsse in 2014 insbesondere bei den Mischfonds (plus 22,7 Milliarden Euro) hervor und verwies auf die gesellschaftliche Bedeutung der Branche.

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Mifid II: Provisionsverbot muss verhindert werden

„Ein großer Teil der Kunden von Spezialfonds sind Versicherungsgesellschaften und Altersvorsorgeeinrichtungen, das macht uns zum wichtigsten Träger der betrieblichen Altersvorsorge in Deutschland“, so Richter. Der BVI-Hauptgeschäftsführer gab zudem einen Überblick über die laufenden Regulierungsvorhaben aus Brüssel und Berlin. Insbesondere die Mifid II werde die Branche noch lange beschäftigen, auch wenn man tatkräftig dabei sei, ein drohendes „Provisionsverbot durch die Hintertür“ zu verhindern.

Philipp Vorndran stellte die Frage „Wohin mit meinem Geld 2.0“ und nahm dabei wie gewohnt kein Blatt vor den Mund. Der Kapitalmarktstratege der Vermögensverwaltung Flossbach von Storch benannte die ausufernde Staatsverschuldung als „Wurzel allen Übels“. Die niedrige Inflation überdecke derzeit noch einiges, doch „wenn die Inflation kommt und die Zinsen niedrig bleiben, werden die Grundfesten vieler Investoren erschüttert“, so Vorndran.

Es sei heute nicht schwieriger Geld anzulegen als vor zehn oder 20 Jahren. Es gebe nach wie vor attraktive Anlagevehikel, lediglich der „Anker“ der sicheren Anlagen, die vor wenigen Jahren noch 3 bis 4 Prozent Rendite erbracht hätten, sei mit der Niedrigzinsphase nachhaltig weggebrochen. Private und institutionelle Kunden würden sich daher „im Trippelschritt“ den Aktien zuwenden.

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An Aktien führt kein Weg vorbei

Und sie tun gut daran. Das derzeitige Kurs-Gewinn-Verhältnis von 20 bis 25 sei dabei laut Vorndran nicht überbewertet, in einem möglichen Szenario mit einem Zinsniveau von 3 Prozent und einer Inflation von 5 Prozent läge ein faires KGV bei 50. „Die Aktien nicht zu früh zu verkaufen, das ist die wahre Herausforderung der nächsten Jahre“, so der Kapitalmarktstratege. Der Zug Richtung Aktienmarkt –komme – trotz der aktuellen Höchststände – gerade erst in Bewegung.

Ein weiteres Highlight lieferte Philipp Koch, Direktor von McKinsey & Company. Er erläuterte die wichtigsten Einflussfaktoren für das Wachstum in der Fondsbranche. Zu den langfristigen Trends zählen etwa die Sensibilisierung für Gebühren, die zunehmende Bedeutung der Emerging Markets als ein Hauptgarant für weltweites Wachstum und das sich verändernde Kundenverhalten. „Online- und hybride Kunden sind eine Realität. Digitales und hybrides Kaufverhalten bei Investments werden weiter zunehmen. Darauf muss sich die Branche einstellen“, so Koch.