Klaus Grohe, langjähriger Firmenchef und Wegbereiter der internationalen Expansion von Hansgrohe, ist am 3. Januar 2026 im Alter von 88 Jahren verstorben. Der Unternehmer prägte fast fünf Jahrzehnte lang die Geschicke des Schwarzwälder Sanitärherstellers und entwickelte das Familienunternehmen zu einem Global Player der Branche.
Der 1937 in Aachen geborene Grohe trat 1968 nach seinem Studium der Betriebs- und Volkswirtschaftslehre in Bern als Prokurist und Vertriebsleiter in den väterlichen Betrieb ein. Als geschäftsführender Gesellschafter übernahm er 1975 die Führung des Unternehmens, war ab 1999 Vorstandsvorsitzender und von 2008 bis 2015 Vorsitzender des Aufsichtsrats. Bis zuletzt begleitete er als Ehrenvorsitzender des Aufsichtsrats die Entwicklungen bei Hansgrohe.
Unter seiner Führung entwickelte sich das mittelständische Familienunternehmen zu einem international erfolgreichen Konzern. Grohe integrierte bereits Anfang der 1980er-Jahre professionelles Marketing in die Unternehmensstruktur und trieb die Internationalisierung konsequent voran. Das Ergebnis: in den vergangenen fünf Jahrzehnten klettere der jährliche Umsatz von Klaus Grohe von rund 15 Millionen Euro (30 Millionen D-Mark) auf rund 1,3 Milliarden Euro. Über 5.500 Menschen arbeiten für das Unternehmen.
Syngroh als Bindeglied zur nächsten Generation
Die unternehmerische Nachfolge ist über die Syngroh Beteiligungsgesellschaft geregelt, die als Holding der Familie Grohe fungiert. Richard Grohe, ältester Sohn von Klaus Grohe, führt als Geschäftsführer der Syngroh die Familieninteressen fort und ist zugleich Mitglied des Aufsichtsrats der Hansgrohe SE. Die Struktur sichert die Kontinuität der Familienbindung, während das operative Geschäft seit der Übernahme durch den US-Konzern Masco 2014 professionell geführt wird.
„Klaus hat das Familienunternehmen von Grund auf neu erfunden und zu einer Größe geführt, die sich damals niemand vorzustellen vermochte", sagt Richard Grohe, der ergänzt: „Er hat eine Großfamilie gegründet und uns erfolgreich gelehrt, wie man diese zusammenhält – über Persönlichkeiten, Generationen und Ländergrenzen hinweg. Anstand und Werte hat er nicht nur selbst vorgelebt, sondern auch weitergegeben. Seine Inspiration und seine unternehmerische Leistung leben in einer Weise fort, die Generationen überdauern wird. Wir nehmen sein Vermächtnis an, dieses Erbe zu bewahren.“
Richard Grohe und Ralph Becker führen die Syngroh Beteiligungsgesellschaft. Diese wurde zu dem Zweck gegründet, das unternehmerische Erbe über Generationen hinweg zu bewahren.
Neben seinem wirtschaftlichen Wirken engagierte sich Klaus Grohe früh für Nachhaltigkeit. Bereits 1993 entstand am Offenburger Standort ein Solarturm, 1994 folgte die Auszeichnung mit dem Umweltpreis des Landes Baden-Württemberg. 2001 ernannte ihn seine Heimatstadt Schiltach zum Ehrenbürger. 2009 gründete er die Stiftung Klaus Grohe. Für sein Lebenswerk erhielt er 2022 den Deutschen Gründerpreis.
Hans Jürgen Kalmbach, Vorstandsvorsitzender der Hansgrohe SE, würdigte den Verstorbenen: „Er hat das Fundament für den weltweiten Erfolg der Unternehmensgruppe gelegt und die DNA von Hansgrohe maßgebend geprägt.“