An der deutschen Küste bestimmt nicht nur die Lage den Preis - sondern auch die Frage, ob man ein Haus oder eine Wohnung sucht. Die Auswertung des Immobilienportals ImmoScout24 für das erste Quartal 2026 zeigt teils extreme Unterschiede innerhalb derselben Region.
Sylt führt bei Häusern – mit großem Abstand
Bei Häusern an der Nordsee ist Sylt unangefochtener Spitzenreiter: 12.395 Euro pro Quadratmeter kostet ein Haus dort im Schnitt. Wittdün auf Amrum folgt mit 6.899 Euro auf Platz zwei – Sylt liegt damit um fast 80 Prozent höher. Wyk auf Föhr (5.777 Euro), St. Peter-Ording (5.375 Euro) und Norderney (4.707 Euro) folgen dahinter. Am anderen Ende: Norden mit 2.784 Euro und Cuxhaven mit 3.079 Euro.
An der Ostsee führt Rostock-Warnemünde mit 5.476 Euro pro Quadratmeter, gefolgt von Timmendorfer Strand (5.267 Euro) und Kühlungsborn (4.580 Euro). Fehmarn bildet mit 3.465 Euro das günstigste Ende – bemerkenswert für eine Insellage.
Das Wohnungsparadox: Borkum schlägt Sylt
Wer eine Eigentumswohnung sucht, erlebt eine deutliche Verschiebung im Ranking. Borkum, bei Häusern mit 3.576 Euro pro Quadratmeter im unteren Nordsee-Drittel, liegt bei Wohnungen mit 9.735 Euro an der Spitze – fast das Dreifache. Auch Juist zeigt diesen Effekt: Häuser kosten dort 3.892 Euro pro Quadratmeter, Wohnungen 9.024 Euro – mehr als das Doppelte. Vor Sylt (8.821 Euro) liegen zudem noch Norderney mit 9.324 Euro.
An der Ostsee ist das Bild bei Wohnungen ausgewogener. Timmendorfer Strand (5.944 Euro) und Rostock-Warnemünde (5.656 Euro) führen, Lübeck-Travemünde (4.807 Euro) und Heringsdorf (4.806 Euro) liegen dicht beieinander. Binz und Sellin auf Rügen bilden mit 4.506 beziehungsweise 3.971 Euro das untere Ende. Eine Erklärung für das Gefälle zwischen Haus- und Wohnungspreisen auf den Nordseeinseln liefert die Auswertung nicht.
Luxus: Sylt bis 41.000 Euro pro Quadratmeter, Schlei bis 4,85 Millionen
Die fünf teuersten aktuell bei Immoscout24 inserierten Häuser an der Nordsee liegen ausnahmslos auf Sylt – mit Gesamtpreisen zwischen 7,95 und 11,7 Millionen Euro. Spitzenreiter ist ein Anwesen mit Pferdehaltung für 11,7 Millionen Euro. 282 Quadratmeter Wohnfläche auf 30.000 Quadratmetern Grundstück, 41.489 Euro pro Quadratmeter. Rang fünf belegt ein Kapitänshaus aus dem Jahr 1773 für 7,95 Millionen Euro.
An der Ostsee dominiert die Schlei-Region: Vier der fünf teuersten Angebote liegen in oder bei Kappeln, darunter eine Reetdachvilla mit eigenem Wasserzugang für 4,85 Millionen Euro. Heraus sticht zudem eine Architektenvilla mit Pool an der Flensburger Förde – mit 498 Quadratmetern Wohnfläche das flächenmäßig größte Objekt der Ostsee-Auswertung, angeboten für 4,5 Millionen Euro.
Grundlage der Auswertung sind Angebotspreise aus dem Immoscout24-Preisatlas, Q1 2026. Die Luxusimmobilien-Übersicht ist eine Momentaufnahme vom 2. Juni 2026.