- Die Bank of America Merrill Lynch fragt einmal pro Monat eine große Anzahl von Portfoliomanagern, was deren Positionierung, deren Risikoneigung und deren Erwartungen sind. An dieser Analyse nehmen wir als BvS & Co. regelmäßig teil. Die Ergebnisse dieser Analyse wurden heute veröffentlicht und können in ein paar Tagen in der Zeitung gelesen werden. Die Erkenntnisse sind wie folgt:
- Das Stimmungsbild ist fast so schlecht, wie zur Finanzkrise 2008/2009
- Die Erwartungen für das globale Wirtschaftswachstum zeigen den größten Rückgang seit Oktober 1994 auf
- Die Erwartungen für die Unternehmensgewinne zeigen den geringsten Stand seit Oktober 2008 auf
- Größter monatlicher Rückgang in der Aktiengewichtung seitdem die Umfrage das erste Mal getätigt wurde
- Die Bank of America Merrill Lynch fragt auch nach der aktuellen Kasse-Quote in den Portfolios. Diese zeigen den 4. größten Anstieg in der Geschichte der Befragung an.
Weiterführende Experten-Insights
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- Schließlich misst die Bank of America Merrill Lynch auch das Verhalten der Investoren, in dem sie sich anschauen, wieviel Gegenwert (in US-Dollar) in bestimmten Anlageklassen gekauft oder verkauft wurden. Werden viele Aktien und Unternehmensanleihen gekauft, haben Investoren eine hohen Risikoappetit und umgekehrt. Das geht einher mit der Entwicklung der Volatilitäten, wie oben beschrieben. Das Ergebnis der Analyse wird im Bull & Bear Indikator zusammengefasst. Während Mitte Februar 2020 (hohe Kurse, niedrige Volatilität und allgemein große Freude) der Indikator bei fast 8 stand, steht er jetzt bei 1,7. Ich bitte zu beachten, wo der Indikator im Februar 2016 stand.
In Summe ist festzustellen, dass sich der Risikoappetit und die Positionierung der 271 befragten Portfoliomanager, die rund 570 Milliarden US-Dollar verwalten, sehr negativ entwickelt hat. Das spricht dafür, dass der Markt stark überverkauft ist. Dagegen spricht, dass manche Positionierungen noch nicht so negativ sind wie im Jahr 2009.
- Im März 2009 lag die Untergewichtung in Aktien bei 45 Prozent, jetzt ist sie bei 2 Prozent
- Im März 2009 erwarteten 86 Prozent der Befragten, dass in den kommenden 12 Monaten eine Rezession kommen wird, heute sind es nur 50 Prozent