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Studie zur Investitionsstrategie Diese fünf Aspekte treiben den Faktor-Erfolg

Georg Elsässer: Die Leistung von Faktorstrategien bei festverzinslichen Titeln stellen traditionelle Investitionen sogar oft in den Schatten. | © Invesco

Georg Elsässer: Die Leistung von Faktorstrategien bei festverzinslichen Titeln stellen traditionelle Investitionen sogar oft in den Schatten. Foto: Invesco

Faktorinvestitionen haben stark an Beliebtheit gewonnen. Knapp die Hälfte von 241 Faktorinvestoren (49 Prozent aus den Bereichen institutionelle und Großanleger) hat ihre Faktorallokation über den gesamten einjährigen Untersuchungszeitraum bis 31. März 2019 erhöht: der Bereich institutioneller Anleger von 16 auf 18 Prozent, der Wholesale-Bereich von 11 auf 14 Prozent. Längst spielen Faktorinvestitionen im Portfolio eine zunehmend wichtige – und zuweilen andere Allokationsstrategien verdrängende – Rolle. Die Schlüsselthemen:

1. Wie die zukunftsgerichtete Allokation auf Faktor-Anlagestrategien aufgebaut ist

Weltweit planen 59 Prozent der Befragten, ihre Gewichtung zugunsten von Faktorinvestitionen über die nächsten drei Jahre zu erhöhen, obwohl etwa in den USA Marktvolatilität und -dynamik in den zwölf Monaten bis März 2019 gering ausfielen. Die Qualitätsfaktoren haben den jeweiligen Cap-gewichteten Vergleichsindex sogar geschlagen. Gegenüber dem S&P 500 Index, der die Aktien der 500 größten börsennotierten US-Unternehmen umfasst, haben die Faktoren Wert und Größe weltweit Federn lassen müssen. Dennoch sind die befragten Anleger zufrieden: Zwischen 66 und 70 Prozent geben an, ihre Faktor-Strategie hätte die Leistung der traditionellen, aktiven und marktgewichteten Investitionen sogar übertroffen.

2. Faktor-Erfolg basiert auf einem dynamischen Ansatz

Drei Viertel der Befragten bevorzugen einen aktiven Faktor-Ansatz. Fast die Hälfte der Befragten erklärt, in den kommenden drei Jahren Faktorstrategien einsetzen zu wollen. 29 Prozent der Studienteilnehmer wollen ihre Strategie stärker auf eine passive Implementierung ausrichten. Beim Index-Design bevorzugen viele einen individuellen Weg mit intensiverem Faktormanagement über das breitere Portfolio hinweg. Hier ist zwar perspektivisch mehr Kontrolle über Faktordefinitionen und -kennzahlen gewünscht. Doch oft finden noch Standardindizes Verwendung.

Faktoren und Multifaktor-Strategien werden laut Studie öfter angewendet: Neben dem am häufigsten genutzten Wert-Faktor setzen Investoren inzwischen vor allem auf Faktoren wie Dynamik und Qualität. Die Praxis 2019 geht sogar so weit, dass der Value- oder Wert-Faktor nach seiner derzeitigen Definition als potenzielles Anlagerisiko auf dem Prüfstand steht: Der Trend zu Diversifizierungsstrategien und entsprechenden Implementierungsansätzen hat dazu geführt, dass die Bedenken gegenüber einem zu starken Faktoreinsatz mittlerweile nachlassen.

3. Synergien von Faktor-Investitionen und ESG-Konformität gesucht

46 Prozent der befragten Anleger glauben, dass ein ESG-konformes Portfolio den Erfolg von Faktorstrategien verbessert. Knapp die Hälfte sieht hier keinen Zusammenhang, während bis zu 10 Prozent der Studienteilnehmer davon ausgehen, dass ESG die Umsetzung eine Faktorstrategie sogar beeinträchtigt.

27 Prozent der Investoren sehen ESG als Risikofaktor an, 11 Prozent halten es indes für einen Renditefaktor. 39 Prozent entdecken beide Qualitäten. Nur rund ein Viertel glaubt nicht an die Bedeutung von ESG als eigenständigen Faktor. 28 Prozent der institutionellen Anleger und 22 Prozent der Wholesale-Investoren erkennen den ökosozialen und den gute Führung betreffenden Aspekt als eigenständigen Faktor an. Ein etwas größerer Anteil betrachtet ESG als Variante des Qualitätsfaktors. Einige der Befragten sehen ESG als Kombination von Stilfaktoren.

Nur etwa ein Drittel der Faktor-Investoren haben eine separate Analyse ihres ESG-Portfolios oder -Mandats durchgeführt. Demnach sind ESG-Depots bei Qualität höher und beim Wert-Faktor geringer gewichtet. Da jedoch nicht alle Investoren an dieser Stelle aktiv waren, ist noch unklar, wie sich die ESG-Integration auf die geplante Faktorgewichtung am breiteren Markt auswirkt – vor allem wegen der hohen analytischen Komplexität.