Studie von Lyxor AM Folgt eine neue Hedgefonds-Ära?

Philippe Ferreira ist Senior Strategist für Alternative Investments bei Lyxor Asset Management

Philippe Ferreira ist Senior Strategist für Alternative Investments bei Lyxor Asset Management

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Seit der Finanzkrise haben sich Hedgefonds schwächer entwickelt als traditionelle Anlageklassen. Trotz ihrer herausragenden Erfolgsbilanz in den Jahrzehnten davor, ist die Branche dadurch in der öffentlichen Meinung unter Druck geraten.

Gleichzeitig steigen die Volumina. Seit 2009 haben sich die in Hedgefonds verwalteten Vermögen fast verdoppelt und erreichen nun 3 Billionen US-Dollar.

Täuscht sich die Öffentlichkeit – oder die Investoren?


Zunächst: Es ist richtig, dass von Februar 2009 bis 2015 globale Aktien eine Rendite von 18 Prozent pro Jahr geliefert haben, während Hedgefonds nur knapp 8 Prozent jährliche Wertsteigerung erreichten.

Auch wenn man die Performance der aggregierten Hedgefonds mit der eines gemischten Portfolios bestehend aus 60 Prozent MSCI World und 40 Prozent Barclay´s Global Aggregate Bond Index vergleicht, ist das gemischte Porfolio mit 12,7 Prozent per annum besser.

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Betrachtet man allerdings die vergangenen 25 Jahre, hat sich der Wert des HFRI Composite Index verdreizehnfacht, der eines gemischten Portfolios hingegen nur verfünffacht.

Ebenso gilt, dass es große Unterschiede zwischen den einzelnen Strategien innerhalb der breiten Indizes gibt. Selbst im kritischen Zeitraum von 2009 bis 2015 haben zum Beispiel die Relative-Value- und Event-Driven-Strategien ihre jeweiligen Benchmarks, Fixed Income sowie gemischtes Portfolio, klar übertroffen.

Wissen um die Alpha-Quellen

Um die richtigen Strategien im großen Universum der Hedgefonds zu wählen, ist es wichtig, die Ursachen und wichtigsten Faktoren für deren Performance zu kennen. Eine Regel, die wir in unserer Studie erkannt haben: Wenn die Volatilät fällt, underperformen Hedgefonds. Und die Volatilität näherte sich 2014 den Allzeittiefs von Mitte der 1990er Jahre, was auf eine Kombination verschiedener Faktoren zurückzuführen war. Die beispiellose monetäre Reflation in aller Welt war zweifellos der stärkste davon.

Ein Umfeld niedriger Volatilität wirkt sich negativ auf die Erzielung von Alpha aus, und dies hat die Wertentwicklung von Hedgefonds beeinträchtigt, seit die US-Notenbank die Volatilität mit ihrem Programm der quantitativen Lockerung drosselt.

Zudem gibt es eine zweite Gesetzmäßigkeit: Hohe Korrelation und Gleichlauf an den Märkten verringern die Chancen von Long-Short-Strategien. Vor dem Hintergrund zunehmender Risikobeschränkungen und einer positiven Korrelation zwischen Aktien und Anleihen profitierten damit Hedgefonds nur teilweise von der Reflation von Vermögenswerten, die sich seit der Finanzkrise entwickelt hat.

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