Studie von Global Data Kein Vermögensverwalter überlebt ohne Robo-Advice

Studie von Global Data: Robo-Advice kann Wealth Managern den entscheidenden Wettbewerbsvorteil gegenüber Mitbewerbern verschaffen.  | © Globaldata

Studie von Global Data: Robo-Advice kann Wealth Managern den entscheidenden Wettbewerbsvorteil gegenüber Mitbewerbern verschaffen. Foto: Globaldata

Der US-Markt kann auch in puncto Robo-Advice als Vorreiter für die Entwicklung in Europa gelten. Umso bemerkenswerter sind die Ergebnisse einer Studie des Analysehauses Global Data zu US-amerikanischen Anbietern: Den Autoren zufolge mehren sich die Hinweise, wonach eigenständige Robo-Advisors auch langfristig keine vermögenden Anleger gewinnen können, während die Technologie etablierten Vermögensverwaltern einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil gegenüber Mitbewerbern verschaffen wird.

HNWI-Anleger zögern

Die Autoren ziehen gescheiterte Fintechs wie Worth FM, Shecapital, Owners Advisory oder zuletzt den New Yorker Robo-Advisor Hedgeable als Hinweis dafür heran, dass eigenständige Robo-Advisors allein kaum in der Lage sind, auf genug Assets under Management zu kommen, um profitabel zu arbeiten. Besonders HNWI-Anleger zeigten wenig Bereitschaft, ihr Vermögen von etablierten Anbietern zu deren Herausforderern zu übertragen.

So betrage die durchschnittliche Anlagesumme bei dem Robo-Advisor Ellevest lediglich 7.400 US-Dollar, bei Hedgeable seien es gegen Ende durchschnittlich 47.000 US-Dollar gewesen. Dass Anleger den Robos nur verhältnismäßig kleine Summen anvertrauen, scheint den etablierten Anbietern bewusst: Nur 10 Prozent der untersuchten Wealth Manager sorgen sich darum, in den kommenden 12 Monaten Marktanteile an Robo-Advisors zu verlieren.

„Wer niedrige Kosten als Hauptverkaufsargument anführt, muss eine Massenmarktstrategie haben“, sagt Andrew Haslip von Global Data. „Mit anderen Worten: Damit ein Robo-Advisor erfolgreich sein kann, muss er AuM in Milliardenhöhe anziehen.“

Nur Massenmarktstrategien überleben

Da bei Robo-Advice eher Volumen als Margen im Vordergrund stünden, sei die Technologie aus Sicht kleiner Boutiquen wenig praxistauglich. Wenige große Anbieter wie Wealthfront, Betterment oder Acorns seien groß und stark genug, um genug Kunden zu gewinnen, kleine Start-ups mit niedrigem Bekanntheitsgrad jedoch nicht. Dessen ungeachtet verzeichnet die Studie eine wachsende Nachfrage nach Robo-Advice: 40 Prozent der untersuchten Wealth Manager gaben an, dass ihre Kunden starkes Interesse an dem Thema hätten und ein entsprechendes Tool einfordern würden.

„Trotz einiger Rückschläge stellt Robo-Advice daher einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil dar, den alle Wealth Manager werden nutzen müssen“, so Haslib. Zwar würden etablierte Anbieter keine HNWI-Kunden an Robo-Advisors verlieren – an einen fortschrittlichen Mitbewerber, der die Technologie bereits übernommen hat aber schon.