Studie von Amundi Pensionskassen vor größter Portfolioanpassung seit zehn Jahren

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Vor diesem Hintergrund halten immer mehr Pensionskassen langfristiges Investieren nicht mehr nur für eine Möglichkeit unter vielen, sondern für eine Notwendigkeit. 44 Prozent der Befragten glauben, dass langfristiges Investieren wichtiger wird, während nur 8 Prozent einen Bedeutungsrückgang erwarten. Die Haltedauer der Anlagen unterscheidet sich je nach den Anforderungen der Pläne.

Planen Sie, die Dauer Ihrer Anlageperspektive zu verändern? (Angaben in %)

Die meisten Pensionskassen sind sich aber einig, dass man jetzt langfristiger investieren muss, um Mehrwert zu schaffen. Die kurzfristige Volatilität und mögliche Überreaktionen auf die Nachrichten vom Tage gelten als weniger wichtig. Eine Mehrheit (60 Prozent) glaubt, dass ein geringerer Portfolioumschlag bei Aktien für bessere Ergebnisse sorgt. 50 Prozent vertreten diese Ansicht auch bei Anleihen und 46 Prozent bei alternativen Investments. 

Da sich die Zinsen noch immer auf Allzeittiefs befinden, prüfen Investoren ihre Asset-Allokation und schichten aus Anleihen um. Anleihen gelten angesichts ihrer begrenzten Renditen derzeit als zu teuer. Die meisten Pensionskassen (62 Prozent) glauben, dass sie ihre Ziele in den nächsten drei Jahren am besten mit internationalen Aktien erreichen können, insbesondere mit dividendenstarken Qualitätstiteln von Unternehmen mit hoher Preismacht und starken Marken, die in gewisser Hinsicht Anleihen ähneln – Stichwort „Bondification“. Alternative Credits und Immobilienanleihen werden ebenfalls beliebter, wegen ihrer im Vergleich zu klassischen Anleihen attraktiven Renditen.

Welche Anlageklassen präferieren Sie auf Sicht der nächsten 3 Jahre? (Angaben in %)

Auffallend ist, dass 61 Prozent der Pensionskassen für die nächsten drei Jahre einen steigenden Anteil von ESG-Anlagen erwarten, also von Investments, die nach Umwelt- und Sozial- und Governance-Kriterien gemanagt werden. ESG ist heute faktisch eine Mainstream-Strategie. Mehr und mehr wird Konsens, dass nachhaltige Langfristrenditen auch eine nachhaltige Wirtschaft und Gesellschaft erfordern.

Wie wird sich Ihre ESG-Allokation in den nächsten 3 Jahren verändern? (Angaben in %)

ESG ist aber auch aus ethischen Gründen geboten. 27 Prozent halten ESG gut für Investoren („works for investors“). 29 Prozent meinten, dass Investoren gesellschaftliche Verantwortung haben („a role to play“) und 50 Prozent zitierten die Ausübung sozialer Verantwortung als Motivation für ESG-Anlagen („exercising social responsibility“).


Über die Studie:

Für der Studie wurden 161 Altersvorsorgesysteme mit 1,71 Billionen Euro Gesamtvermögen befragt. Diese wurden durch vertiefende Interviews mit 30 leitenden Managern ergänzt.