Studie Der Vermögensaufbau gerät ins Stocken

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Denn während Aktieninvestoren bis einschließlich 2021 häufig gute Renditen erwirtschaften konnten, ist der Markt im Zuge des Krieges in der Ukraine eingebrochen. Dazu kommt der harte chinesische Umgang mit Corona, der die globalen Lieferketten und im Endeffekt auch die Aktienmärkte belastet. Zwar könne sich der Markt mittelfristig erholen, die DZ-Bank-Analysten glauben aber: „Die sehr hohen Kursgewinne des letzten Jahres können für das laufende und nächste Jahr jedoch nicht erwartet werden.“

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Quelle: DZ Bank

Immerhin: Die in der Corona-Pandemie angefachte Lust auf Aktien scheint nicht zu verfliegen. Zwar fiel die Neuanlage in Fonds im ersten Quartal 2022 schwächer aus, blieb aber immer noch positiv. Dass der Trend anhält, machen die Analysten an zwei Faktoren fest: 

  • viele der verstärkt jungen Erstanleger sind zu einem Zeitpunkt eingestiegen, als das Kursniveau noch vergleichsweise niedrig war
  • es wird vor allem auch in ETFs, Aktien- und Mischfonds investiert, die eine breitere Risikostreuung bieten

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Quelle: DZ Bank

Mit der veränderten Sicht auf die Geldanlage löst sich demnach auch ein wenig ein altbekanntes Problem: der Geldanlagestau. Viele Anleger waren in der Vergangenheit nicht dazu bereit, in zinslose Anleihen zu investieren. Gleichzeitig war vielen das Risiko des Aktienmarktes zuwider – weshalb Vermögen teils auf dem Konto oder als Bargeld gespart wurde.

Verstärkt wurde das Phänomen durch die hohen Sparquoten während der Pandemie. „Mit der Normalisierung der Sparquote in diesem Jahr fällt dieser Effekt weg und der Anteil der Mittel am Geldvermögen, die nicht angelegt, sondern in Form von Sichteinlagen und Bargeld 'zwischengeparkt' sind, dürfte spürbar zurückgehen“, schreiben die Analysten.

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Quelle: DZ Bank

Insgesamt wird sich der Vermögensaufbau deshalb verlangsamen – in 2022 dürfte er nur noch bei 2,3 Prozent liegen, während in den Vorjahren Wachstumsquoten von 6,7 und 8,4 Prozent erreicht wurden. „Unter der Annahme, dass es noch in diesem Jahr zu einer Stabilisierung der Lage in der Ukraine kommt und die Lieferketten wieder in ihren Rhythmus zurückfinden, kann im nächsten Jahr bei normaler Sparquote mit positiven Bewertungseffekten gerechnet werden, so dass das Geldvermögen mit 5,3 Prozent wieder kräftiger auf dann 8,4 Billionen Euro wächst“, konkludieren die DZ-Bank-Experten.