Studie der Reisebank Deutsche Anleger halten Rekordvermögen von rund 1,5 Billionen Euro in Gold

Goldbarren und Münzen

Privatanleger in Deutschland greifen bei Gold immer noch am liebsten zu Münzen und Barren. Bildquelle: IMAGO / photothek

Der Goldbesitz deutscher Privathaushalte hat 2026 einen Wert von 1.400 Milliarden Euro erreicht, fast 1,5 Billionen Euro. Das zeigt die Studie Goldinvestments 2026 der Reisebank, die gemeinsam mit dem Research Center for Financial Services der Steinbeis-Hochschule Berlin (CFIN) entstand.

Seit 2024 hat sich das Goldvermögen deutscher Haushalte damit mehr als verdoppelt. Für den Sprung sorgte vor allem der stark gestiegene Goldpreis: Die Feinunze kostete am 28. August 2026 laut Forex Exchange rund 3.955 Euro. Zwei Jahre vor diesem Stichtag waren es 2.252 Euro.

Aktuell besitzen 55 Prozent der Bundesbürger Gold in irgendeiner Form. Wer bereits investiert ist, bleibt der Anlageklasse treu: 81 Prozent wollen ihr Gold behalten. Die Zufriedenheit mit der Kaufentscheidung liegt bei 92 Prozent und ist damit seit zehn Jahren durchgehend auf hohem Niveau. 

Physisches Gold ist die beliebteste Anlageklasse 

Physische Anlagen stellen 2026 mit 54 Prozent und einer Summe von 783 Milliarden Euro den größten Anteil am gesamten Goldvermögen der Haushalte. Im Jahr 2024 waren es 52 Prozent. Barren und Münzen erklären auch den größten Teil des Vermögenszuwachses. Ihr Wert stieg in zwei Jahren um 33 Prozent.

 

Dicht dahinter folgen nicht Goldanlagen in Wertpapieren, sondern der klassische Goldschmuck. Er macht mit 532 Milliarden Euro einem Anteil von 37 Prozent aus. Der Wert legte binnen zwei Jahren um 303 Milliarden Euro zu, obwohl die Zahl der Schmuckbesitzer im selben Zeitraum sank. Den kleinsten Anteil tragen goldbezogene Wertpapiere wie Aktien und ETFs bei: Sie kommen auf 124 Milliarden Euro und damit auf 9 Prozent des Gesamtvolumens.

Anleger kennen Gold-Steuergesetze nur bruchstückhaft

Trotz Rekordvermögen bleibt das Wissen um die steuerlichen Spielregeln schwach. Mehr als die Hälfte der Befragten kann Aussagen zur Steuerregeln von Gold nicht korrekt einordnen. Am bekanntesten ist noch die Spekulationsfrist: 37 Prozent wissen, dass Gewinne aus dem Verkauf von physischem Gold innerhalb eines Jahres steuerpflichtig sein können.

Nur 22 Prozent kennen dagegen die Kehrseite: dass Gewinne nach einer Haltedauer von mehr als einem Jahr steuerfrei bleiben. Wer bereits Gold zu Anlagezwecken gekauft hat, informiert sich zwar besser: 35 Prozent fühlen sich sehr gut oder eher gut unterrichtet. Trotzdem geben auch in dieser Gruppe 44 Prozent an, nur über Halbwissen zu verfügen.

Größter Goldanteil in Portfolios von Anlegern bis 24 Jahren

Anleger zwischen 18 und 24 Jahren halten im Mittel 21 Prozent ihres Gesamtvermögens in Gold, bei den 25- bis 34-Jährigen sind es 19 Prozent. Mit steigendem Alter sinkt der Anteil deutlich: Bei den 45- bis 54-Jährigen liegt er bei zwölf Prozent, bei Anlegern ab 65 Jahren nur noch bei 9 Prozent. Auch beim Median – dem Wert, den die eine Hälfte der Befragten über-, die andere unterschreitet – zeigt sich derselbe Trend: 15 Prozent bei den unter 35-Jährigen gegenüber 5 Prozent bei den über 55-Jährigen. 

 

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