Analyse von HQ Trust Nur wenige Tage im Jahr für Aktienerträge verantwortlich – was Anleger tun können

Märkte im Aufwind: In der ersten Jahreshälfte konnten viele Anleger von steigenden Kursen profitieren. So legte etwa das marktbreite globale Aktienbarometer MSCI All Country World-Index (MSCI ACWI) in den ersten sechs Monaten des Jahres um fast 15 Prozent zu. Entsteht ein solches Indexplus kontinuierlich über die Tage hinweg oder sind nur wenige Tage für die Gewinne verantwortlich? Dieser Frage ist Pascal Kielkopf vom Multi-Family-Office HQ Trust nachgegangen.

Für seine Analyse wertete der Kapitalmarktanalyst aus, wann Wertsteigerungen entstehen – und wie häufig die Märkte unter Schwankungen seitwärts laufen oder sogar fallen. Kielkopf schaute sich dafür an, an wie vielen Tagen der MSCI ACWI – mit Blick auf den Jahresanfang – ein neues Jahreshoch erreichte. In die Analyse eingeflossen ist der Zeitraum von Januar 1972 bis Juni 2024. Berücksichtigt hat Kielkopf dabei nur die positiven Aktienjahre – insgesamt 40 –, da Langzeitinvestoren in negativen Jahren keine Wertsteigerungen erzielen.

 

Nur an im Schnitt 31 Tagen pro Jahr wird ein neues Jahreshoch erreicht

Das Ergebnis: Die positive Aktienrendite wird im Schnitt – bei einem neuen Jahreshoch – an nur 31 Tagen im Jahr erzielt. In der übrigen Zeit bewege sich der Markt seitwärts beziehungsweise befinde sich in Phasen von Korrektur und Erholung, so der Analyst. 

Dieses Jahr sticht dabei bereits heraus: Mit 47 Tagen mit neuem Jahreshoch liegt 2024 schon jetzt deutlich über dem Durchschnitt. Geht es in der zweiten Jahreshälfte so weiter, könnte es einen neuen Rekord geben. Die meisten Jahreshochs gab es mit 78 bislang im Jahr 2019. In den Jahren 1981 und 1992 war dagegen jeweils nur ein Tag für den Jahresertrag verantwortlich, zeigt die Analyse des Aktienexperten.

Grafik von HQ Trust zeigt
Gewinne am Aktienmarkt werden an nur wenigen Tagen gemacht. © HQ Trust

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Fließen statt Jahreshochs nur Allzeithochs in die Analyse ein, wird die Anzahl der Tage mit positivem Beitrag sogar noch deutlich geringer, erklärt Kielkopf. Das liege daran, dass es Zeiten gab, in denen jahrelang kein neues Allzeithoch erreicht wurde. „Bei den untersuchten 13.697 Tagen wurde an 837 Tagen ein neues Allzeithoch erreicht: Das entspricht 6 Prozent der Zeit und damit durchschnittlich nur 16 Tagen pro Jahr.“

Den richtigen Zeitpunkt nicht verpassen: Was Anleger tun können

„Viele Analysen zeigen, welche Rendite man verpasst, wenn man an den besten Tagen nicht investiert ist“, sagt Kielkopf: „Interessanterweise kommen diese Tage äußerst selten bei einem neuen Jahreshoch vor.“ Während der Markt im Gesamtzeitraum an durchschnittlich 24 Tagen pro Jahr mehr als 1 Prozent zulege, sei das bei einem neuen Jahreshoch nur an drei Tagen pro Jahr der Fall.

Für Anleger hat der Analyst einen einfachen Tipp: „Investoren sollten in jeder Phase investiert bleiben, um an den wenigen Tagen, die für den positiven Ertrag verantwortlich sind, dabei zu sein.“ Das gelte auch für Anleger, die regelmäßig per Sparplan Fonds oder ETFs kauften. Sie würden zudem vom sogenannten Cost-Average-Effekt profitieren, da sie bei niedrigen Kursen besonders viele Anteile kaufen und so im Schnitt einen günstigen Durchschnittspreis erzielen, meint Kielkopf.

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