Strom für 30.000 Haushalte Neuer Solarpark der Talanx geht schon bald ans Netz

Zwei Installateure bringen ein Solarmodul in die endgültige Position: Der Versicherungskonzern Talanx hat bereits mehrere Solarparks gekauft.

Zwei Installateure bringen ein Solarmodul in die endgültige Position: Der Versicherungskonzern Talanx hat bereits mehrere Solarparks gekauft. Foto: Getty Images

Die Talanx stockt ihr Portfolio für alternative Anlagen um einen weiteren Solarpark in Spanien auf. Verkäufer der neu errichteten Photovoltaikanlage in der Nähe von Sevilla ist eine Tochtergesellschaft des börsennotierten Baywa-Konzerns. Die Talanx beziffert die elektrische Leistung der installierten Sonnenkraft-Anlagen auf 50 Megawatt Peak. Damit lassen sich rund 30.000 Haushalte mit Strom versorgen. 

Für den Versicherungskonzern aus Hannover ist es bereits das zweite Investment in eine Photovoltaik-Freiflächenanlage auf dem spanischen Festland binnen weniger Wochen. Mit einem erheblichen Unterschied: Während der im Dezember 2019 erworbene Solarpark mit dem Namen „Bienvenida“ noch ein Bauprojekt ist und voraussichtlich erst im nächsten Jahr ans Stromnetz angeschlossen wird und auch erst dann Erlöse einspielt, soll der Windpark vor den Toren von Sevilla zu Beginn dieses Jahres ans Netz gehen. Abgesehen von dem Unterschied beim Baufortschritt haben die beiden Solarparks auch etwas gemeinsam: Sie gehören laut Talanx zu den ersten Sonnenkraft-Anlagen in Europa, die komplett ohne Einspeiseförderung auskommen.

Peter Brodehser verantwortet die Investitionen der Talanx in Infrastrukturanlagen und weist darauf hin, dass der Konzern durch den Zukauf des Solarparks die Möglichkeit habe, direkt an der Geschäftsentwicklung zu partizipieren. „Zum anderen diversifizieren wir weiter unser Risiko in der Kapitalanlage alternativer Investments und gewährleisten eine nachhaltige Energiegewinnung, ohne den Stromverbraucher zusätzlich zu belasten“, so Brodehser. 

Sonne und Wind im Portfolio 

Die Talanx und der Solarparkverkäufer Baywa arbeiten bereits im Bereich Windkraft zusammen: Im Juni 2019 hatte die im S-Dax-Index der kleineren deutschen Unternehmen notierte Talanx dem Mischkonzern aus München die technische und kaufmännische Betriebsführung ihres Windpark-Portfolio auf dem Festland übertragen. Die Talanx verspricht sich davon Vorteile auf der Kostenseite: „Die Gesamtbetreuung aus einer Hand lässt uns auf Kapitalanlegerseite kostengünstiger und fokussierter arbeiten, weil wir Bearbeitungs- und insbesondere Reportingprozesse deutlich vereinfachen und uns so mehr auf Wertsteigerungen im Portfolio ausrichten können“, erläuterte Infrastruktur-Chefanleger Brodehser.

Das Portfolio ist komplex: Im Zuge der neu gestalteten Gesamtbetreuung sank die Anzahl der Betriebsführer für die insgesamt 112 in Frankreich und Deutschland stehenden Windkraftanlagen von sieben auf einen. Die Gesamtleistung des Portfolios beträgt über 300 Megawatt, was der Versorgung von rund 240.000 Haushalten mit nachhaltig erzeugter Energie entsprechen soll.

Die Talanx-Gruppe zählt sich zu den größten Investoren und Betreibern von erneuerbaren Energieanlagen in Deutschland. Das Unternehmen hat bereits mehr als 2,2 Milliarden Euro in Infrastruktur und erneuerbare Energien investiert und will seine Investments in Infrastruktur und erneuerbare Energien in den kommenden Jahren auf 5 Milliarden Euro verdoppeln. 

Ebenso wie andere Großanleger steht auch die Talanx in Zeiten von Nullzinsen vor der Aufgabe, alternative Investmentmöglichkeiten zu identifizieren, die zu den bereits vorhandenen Assets passen und auch im Gesamtkontext mit den Verpflichtungen, etwa aus Lebensversicherungsverträgen, einen Beitrag leisten. Hinzu kommen die Herausforderungen des Klimawandels. In einer aktuellen Studie gaben zwei von drei Umfrageteilnehmern (67 Prozent) an, dass ihnen der  Klimawandel/Naturkatastrophen nachts den Schlaf raube.