Tarifverhandlungen Streit um Gehaltsangebot der Banken-Arbeitgeber

Streik bei den privaten Busfahrern in der Region Stuttgart

Streik bei den privaten Busfahrern in der Region Stuttgart: Nach Abbruch der dritten Verhandlungsrunde der Tarifgespräche für Beschäftigte der privaten Banken droht laut Verdi auch hier der vorübergehende Arbeitsausstand. Foto: Imago Images / Arnulf Hettrich

In der dritten Runde der Tarifverhandlungen für das private Bankgewerbe kam es am vergangenen Freitag erneut zu keiner Einigung. Statt sich aufeinander zuzubewegen, entfernen sich die Banken-Arbeitgeber und Gewerkschaften zunehmend voneinander. Nun drohen sogar bundesweite Warnstreiks.

Konkret war am Freitag das Gehaltsangebot der Banken-Arbeitgeber der Hauptstreitpunkt, der offenbar ausschlaggebend war für den vorzeitigen Abbruch der dritten Verhandlungsrunde. Die Gewerkschaft Verdi war nach Schilderungen der Arbeitgeber bereits nach einer Stunde nicht zu weiteren Gesprächen bereit. Verdi selbst bezeichnet in einem Presse-Statement das Angebot der Bankenarbeitgeber als inakzeptabel: „Das Gehaltsangebot der privaten Banken führt zu einem Gehaltsverlust für die Beschäftigten“, so Verdi-Verhandlungsführer Jan Duscheck. „Bei einer mittleren Inflationserwartung von 2 bis 2,5 Prozent ist der Reallohnverlust vorprogrammiert.“

Die Banken-Arbeitgeber wiederum beteuern, umfassende Angebote vorgelegt zu haben. Das erste unterbreitete Gehaltsangebot etwa sieht eine Erhöhung der Tarifgehälter um insgesamt 3,2 Prozent in drei Stufen bei einer Laufzeit von 36 Monaten vor. Laut Verdi sahen die einzelnen Erhöhungsschritte wie folgt aus: 1,2 Prozent ab April 2022, 1 Prozent ab April 2023 und 1 Prozent ab April 2024. Duscheck dazu: „Bei einer Laufzeit von 36 Monaten und neun Nullmonaten wäre das weniger als ein Prozent pro Jahr. Das ist ein unverschämtes Angebot.“

Auch bei weiteren Verhandlungsthemen herrscht Uneinigkeit: Die Arbeitgeber-Seite spricht davon, „den Gewerkschaften zu allen wichtigen Themen der Tarifagenda die Hand zu reichen“, so Sabine Schmittroth, Verhandlungsführerin der Banken-Arbeitgeber. Man biete den Gewerkschaften ein Zukunftspaket, welches eigenständige Tarifverträge zur Mobilarbeit, für Nachwuchskräfte und zur betrieblichen Altersversorgung nach dem Sozialpartnermodell Betriebsrente enthält.

Verdi hingegen sieht keinerlei Bereitschaft, dass sich die Banken erkennbar in der Substanz bewegen. Weder für Nachwuchskräfte noch bei dem Thema mobiles Arbeiten habe die Arbeitgeberseite eine ernsthafte Verhandlungsbereitschaft erkennen lassen, heißt es im Statement.

Wie es nun weitergeht, ist unklar. Die Zeichen stehen lauf Verdi auf Streik: „Wir gehen von baldigen bundesweiten Warnstreiks aus“, kommentierte Gewerkschafter Duscheck die ergebnislose Runde. Die Banken-Arbeitgeber hoffen nicht, dass es so weit kommt: „Auch wenn uns heute noch kein Durchbruch für ein tragfähiges Gesamtpaket gelungen ist, bleiben wir gesprächsbereit für den weiteren Verhandlungsverlauf“, sagt Schmittroth.