Stimmen zur US-Wahl Wie Experten den Trump-Sieg einschätzen

Folgt auf den Demokraten Barack Obama: der Republikaner Donald Trump ist der 45. Präsident der USA | © Getty Images

Folgt auf den Demokraten Barack Obama: der Republikaner Donald Trump ist der 45. Präsident der USA Foto: Getty Images

Heinz-Werner Rapp, Vorstand und Investmentchef des Investmenthauses Feri:

Donald Trump hat also tatsächlich das Rennen gemacht – der zuletzt doch überraschende Wahlausgang erschüttert weltweit die Kapitalmärkte – zumindest kurzfristig.

Trump als US-Präsident gilt als globaler und geopolitischer Risikofaktor. Der Republikaner verbreitet durch seine harsche und unüberlegte Rhetorik Unsicherheit – und das ist Gift für die Börsen. Seine indirekte Andeutung eines Defaults bei US-Staatsanleihen und seine klare Ablehnung der Notenbankpolitik von Janet Yellen verstärken die Sorge und Skepsis.

Aber trotz aller Aufregung gilt: An den Börsen wird das Leben weiter gehen. Zum einen, weil die neue Situation an den Märkten bereits durch Kursverluste partiell antizipiert wurde. Zum anderen, weil Trump grundsätzlich als „business friendly“ wahrgenommen wird. Wir gehen daher davon aus, dass nach den ersten Marktturbulenzen auch bald wieder partielle Erholungen an den internationalen Finanzmärkten möglich sind.

Zu den Aktien, die von der Politik des neuen US-Präsidenten profitieren, gehören vor allem Werte in den Bereichen Infrastruktur, Waffen und Fossile Brennstoffe. Negative Effekte ergeben sich vor allem für exportorientierte Unternehmen, die unter Trumps Protektionismus zu leiden hätten. Dazu gehört unter anderem auch die deutsche Automobilindustrie.