Stewardship als zentraler Wettbewerbsfaktor Pensionskassen achten bei Auswahl passiver Asset Manager auf aktives Engagement

Simon Klein leitet den Vertrieb für passive Investments für Europa und Asien bei der DWS. | © DWS

Simon Klein leitet den Vertrieb für passive Investments für Europa und Asien bei der DWS. Foto: DWS

Laut einer DWS-Umfrage unter Pensionskassen ist Stewardship ein zentraler Wettbewerbsfaktor für passive Asset Manager. Von 127 Pensionsfonds, die von Create-Research im Auftrag der Deutsche-Bank-Tochter weltweit befragt wurden, gaben 56 Prozent an, dass sie Fähigkeit und Erfolgsbilanz eines Managers bei der Erfüllung der Stewardship-Ziele seiner Kunden weitgehend berücksichtigen. 27 Prozent der Befragten ziehen den Faktor Stewardship in einem mittleren Ausmaß in Betracht. Lediglich 10 Prozent berücksichtigen Stewardship in einem kleinen Umfang und 7 Prozent überhaupt nicht.

Stewardship bedeutet, dass die Aktionäre ein langfristiges strategisches Interesse daran haben, die Unternehmen, in die sie investiert sind, durch aktives Engagement auf verschiedenen Ebenen zu führen, einschließlich beispielsweise durch Abstimmungen in Hauptversammlungen. „Pensionsfonds betrachten Stewardship als wichtiges Unterscheidungsmerkmal und integrieren zunehmend passive Lösungen in ihre Portfolios ", sagt Simon Klein, Leiter Vertrieb Passive Investments für Europa und Asien bei der DWS.

Laut DWS-Bericht halten 84 Prozent der Pensionsfonds Stewardship-Praktiken für entscheidend, um die Qualität von Beta – Anlageerträge, die durch ein breites, passives Engagement in einem Marktindex erzielt werden – zu verbessern und gleichzeitig positive Auswirkungen für Umwelt, Soziales und die Unternehmensführung (ESG) zu erzeugen. 60 Prozent der befragten Pensionskassen halten Stewardship für sehr wichtig. 80 Prozent erwarten, dass die Stewardship-Anforderungen an ihre passiven Vermögensverwalter künftig steigen.

Zudem nehme Akzeptanz von Exchange Traded Funds (ETFs) durch Pensionsfonds weiter zu, da passive Anlagen zunehmend zum Mainstream werden. Passive Fonds rückten in den Kernbestand des Pensionsfondsportfolios vor. 66 Prozent der Befragten geben an, dass passive Investitionen Teil ihres bereits ausgereiften Portfolios sein. Alpha-Erträge wolle man dagegen spezialisierten oder illiquiden Strategien erzielen. 26 Prozent der Befragten bezeichnen ETFs als ihr bevorzugtes passives Anlageinstrument (Vorjahr: 23 Prozent). Aus Sicht der Pensionskassen werde zudem der am schnellsten wachsende Teil des passiven Investmentmarktes Angebote beinhalten, die nach ESG-Kriterien ausgerichtet sind.