Statt Ewigkeitsstiftung Wann und für wen sind Verbrauchsstiftungen sinnvoll?

Franz Schulte ist Rechtsanwalt bei der Wirtschaftskanzlei PKF Fasselt Schlage

Franz Schulte ist Rechtsanwalt bei der Wirtschaftskanzlei PKF Fasselt Schlage

Im Wesentlichen gibt es wohl drei Gründe, die zu Verbrauchsüberlegungen führen können:
  1. Der vom Stifter beabsichtigte Zweck wird sich in absehbarer Zeit erledigen, beispielweise weil eine Krankheit wirksam behandelt werden kann, ein Gebäude wieder aufgebaut sein oder es keine Destinatäre mehr geben wird, die die Kriterien des Stiftungszwecks erfüllen.

  2. Der Stifter legt Wert darauf, die Geschicke der Stiftung vom Anfang bis zum Ende selbst zu steuern oder durch ihn nachfolgende Stiftungsorgane steuern zu lassen, die er vor seinem Tod zumindest noch persönlich kennenlernen konnte.

  3. In die letzte Kategorie fallen schlichte finanzielle Gründe: Die bloßen Erträgnisse aus dem Vermögen werden zur dauerhaften Erfüllung der Stiftungszwecke nicht ausreichen.
Eigenschaften einer Verbrauchsstiftung

Verbrauchsstiftungen im Sinne des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) müssen neben den normalen Komponenten einer Stiftung zusätzlich zwei weitere Merkmale aufweisen:
  1. Die Errichtung auf bestimmte Zeit, die frühestens nach zehn Jahren abgelaufen sein darf, und

  2. die Verbrauchbarkeit des Stiftungsvermögens. Wenn diese Voraussetzungen vorliegen, muss die Stiftungsbehörde sie als rechtsfähige Stiftung anerkennen (die Paragrafen 80 Absatz 2 und 81 Absatz 1 im BGB).