State Street hat eine Plattform für digitale Vermögenswerte gestartet. Das Bostoner Unternehmen will damit tokenisierte Finanzprodukte entwickeln und anbieten. Die neue Infrastruktur unterstützt tokenisierte Geldmarktfonds, ETFs sowie Cash-Produkte wie tokenisierte Einlagen und Stablecoins. State Street arbeitet dafür mit Vermögensverwaltern und institutionellen Kunden zusammen, ebenso mit der eigenen Asset-Management-Einheit.
„Der Start der Plattform ist ein bedeutender Schritt in unserer Strategie“, sagte Jörg Ambrosius, President of Investment Services bei State Street. Die Bank verbinde Blockchain-Technologie mit Sicherheitsstandards und Compliance-Kontrollen. Damit könnten institutionelle Kunden tokenisierte Produkte nutzen.
Ausbau über bisherige Dienstleistungen hinaus
Bislang bot State Street vor allem Back-Office-Services für Kunden mit Kryptowährungen sowie Verwaltungsleistungen für Krypto-ETFs an. Mit der neuen Plattform geht das Unternehmen über diese Dienstleistungen hinaus.
Im Dezember hatte State Street bereits mit Galaxy Digital von Michael Novogratz kooperiert, um einen tokenisierten Fonds aufzulegen. Die Plattform soll nun solche Initiativen systematisch unterstützen.
Technische Ausstattung der Plattform
Die Plattform umfasst Wallet-Management, Verwahrungs- und Cash-Funktionen. Sie unterstützt die Entwicklung tokenisierter Produkte sowohl auf privaten als auch auf öffentlichen, genehmigungspflichtigen Blockchain-Netzwerken.
State Street hebt die Sicherheits- und Compliance-Kontrollen hervor. Die Plattform sei in bestehende Systeme integriert und soll institutionellen Kunden Zugang zwischen digitalen und traditionellen Services bieten.
Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Mit der Rückkehr von Donald Trump ins Weiße Haus hat sich das regulatorische Umfeld für digitale Assets spürbar verändert. Die neue US-Regierung signalisiert eine kryptofreundliche Haltung, Aufsichtsbehörden zeigen sich aufgeschlossener. Diese politische Wende hat Finanzinstitute ermutigt, in eine Anlageklasse zu expandieren, die sie zuvor als zu spekulativ und risikoreich einstuften.
Die Bank of New York Mellon, ein Wettbewerber von State Street im Verwahrgeschäft, bietet bereits Verwahrung für Krypto-Assets an und hat kürzlich einen Service für tokenisierte Einlagen gestartet. Vermögensverwalter wie Fidelity Investments und die Asset-Management-Einheit von J.P. Morgan Chase haben tokenisierte Geldmarktfonds aufgelegt.
Der Schritt ist mehr als eine technische Erweiterung. State Street verwandelt sich vom reinen Infrastrukturanbieter in einen Gestalter tokenisierter Finanzprodukte. Die Bank nutzt ihre Position als einer der weltweit größten Vermögensverwalter für institutionelle Kunden, um sich im Wettlauf um digitale Assets zu positionieren.