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Perspektiven in Private Markets – der Podcast von Cambridge Associates Staffel 2, Folge 05: Megatrends sind kein Selbstläufer

Staffel 2, Folge 05: Megatrends sind kein Selbstläufer

Bildquelle: Cambridge Associates

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Infrastruktur hat sich in den vergangenen Jahren zu einer festen Größe in den Portfolios langfristig orientierter Investoren entwickelt. Das überrascht nicht: Die Anlageklasse bietet stabile Cashflows, Inflationsschutz und die Möglichkeit, eine Illiquiditätsprämie zu vereinnahmen. Dennoch unterscheiden sich die Märkte regional teils erheblich.

In der Schweiz zählen vor allem Pensionskassen zu den wichtigsten Investoren. Der langjährige Niedrigzins und die Suche nach attraktiven Renditequellen haben die Nachfrage nach Infrastrukturinvestments deutlich erhöht. In Deutschland ist das Investorenuniversum breiter aufgestellt. Neben Pensionskassen und Versorgungswerken spielen auch Lebensversicherer eine wichtige Rolle, deren langfristige Verpflichtungen grundsätzlich gut zu den Charakteristika von Infrastrukturanlagen passen.

Attraktive Renditen trotz höherer Zinsen

Je nach Risikoprofil unterscheiden sich auch die Renditeerwartungen. Im Core-Segment werden langfristig häufig Renditen im Bereich von 7 % bis 10 % genannt; für Core-Plus- und Value-Add-Strategien liegen die Zielrenditen in der Regel höher. Für Schweizer Investoren können sich diese Werte aufgrund der Währungsabsicherung relativieren. Je nach Marktumfeld kann dies die Nettoerwartung spürbar beeinflussen. Bei einer auf Stabilität ausgelegten Anlageklasse wie Infrastruktur erscheint das bewusste Tragen von Währungsrisiken vielen Investoren nur begrenzt sinnvoll.

Der deutliche Zinsanstieg im Jahr 2022 hat zwar zu Bewertungsanpassungen geführt, gleichzeitig aber auch das Umfeld für Neuinvestitionen verbessert. Viele Assets werden heute attraktiver bewertet als noch vor wenigen Jahren.

Diversifikation bleibt ein zentraler Erfolgsfaktor

Wie bei jeder langfristigen Kapitalanlage ist Diversifikation entscheidend. Dabei sollte sie konsequent über mehrere Dimensionen erfolgen.

Aus geografischer Sicht lohnt sich ein globaler Ansatz. Neben Europa bieten Nordamerika und Asien attraktive Möglichkeiten. Selektiv können auch Schwellenländer interessant sein, da dort der Infrastrukturbedarf besonders hoch ist.

Ebenso wichtig ist die Streuung über verschiedene Sektoren. Neben Transport, Energieversorgung und Kommunikationsinfrastruktur verdienen auch klassische Bereiche wie Wasser- und Abfallwirtschaft größere Aufmerksamkeit. Gerade diese Segmente werden derzeit häufig unterschätzt.

Ein weiterer Aspekt betrifft die zeitliche Diversifikation. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, wie stark externe Schocks und Zinszyklen die Märkte beeinflussen können. Unterschiedliche Investitionsjahrgänge können dazu beitragen, Risiken zu reduzieren und Chancen besser zu nutzen.

Nicht zuletzt sollte auch bei der Auswahl der Manager auf Diversifikation geachtet werden. Teamwechsel oder strategische Neuausrichtungen lassen sich kaum vorhersagen. Eine breite Aufstellung kann hier zusätzliche Stabilität schaffen.

Evergreen-Fonds gewinnen an Bedeutung

Schweizer Pensionskassen setzen zunehmend auf Evergreen-Strukturen. Der Grund liegt häufig in begrenzten internen Ressourcen. Evergreen-Fonds können eine breite Diversifikation ermöglichen und reduzieren den administrativen Aufwand.

Für institutionelle Investoren mit ausreichender Erfahrung und entsprechender Kapazität bleiben Closed-End-Fonds jedoch häufig ein bevorzugtes Instrument. Sie schaffen Markttransparenz bei Bewertungen und verpflichten die Manager auf klar definierte Exit-Ziele.

In der Praxis erweist sich häufig eine Kombination verschiedener Ansätze als sinnvoll. Ergänzend können Secondaries und Co-Investments dazu beitragen, den Portfolioaufbau zu beschleunigen und die Kapitalallokation effizienter zu gestalten.

Megatrends sind kein Selbstläufer

Aktuell fließt viel Kapital in Themen wie KI-getriebene Rechenzentren und erneuerbare Energien. Das Interesse ist nachvollziehbar, birgt aber auch Risiken. Denn wo viel Kapital auf begrenzte Investitionsmöglichkeiten trifft, steigen die Bewertungen häufig stark an.

Diese Entwicklung war bereits bei den erneuerbaren Energien zu beobachten. Zahlreiche Investoren, die sich Ende der 2010er-Jahre sehr stark auf diesen Bereich konzentriert hatten, blieben später hinter ihren Erwartungen zurück.

Ähnliches lässt sich derzeit bei Datenzentren beobachten. Teilweise basieren die Bewertungen auf künftigen Erträgen, deren Realisierung nicht gesichert ist. Investoren sollten deshalb besonders sorgfältig prüfen, ob die zugrunde liegenden Annahmen realistisch sind.

Regulatorische Risiken werden häufig unterschätzt

Zu den wichtigsten Risiken gehören neben Konzentrations- und Bewertungsrisiken auch regulatorische Eingriffe. In mehreren westeuropäischen Ländern wurden Förder- und Abnahmeregime kurzfristig verändert. Solche Entscheidungen können die Profitabilität einzelner Segmente erheblich beeinflussen.

Darüber hinaus verdienen Verschuldungsgrad und Zinsabhängigkeit besondere Aufmerksamkeit. Gerade in einem Umfeld höherer Diskontierungszinsen können sich Bewertungen deutlich verändern.

Auch technische Details spielen eine größere Rolle, als vielfach angenommen wird. Strompreisstrukturen, Lieferverpflichtungen oder Vertragsgestaltungen erfordern eine sorgfältige Analyse. Eine gründliche Due Diligence ist deshalb unverzichtbar.

Infrastruktur wird weiter an Bedeutung gewinnen

Es ist davon auszugehen, dass Infrastrukturinvestments ihren Stellenwert in institutionellen Portfolios weiter ausbauen werden. Deutsche Investoren haben ihre Allokationen frühzeitig erhöht, Schweizer Investoren holen zunehmend auf.

Mein wichtigster Rat an Investoren, die ihre Infrastrukturquote aufbauen oder erweitern möchten, lautet daher: Diversifikation sollte oberste Priorität haben. Ebenso wichtig ist eine konsequente Due Diligence. Dazu gehört insbesondere die sorgfältige Prüfung der Manager, ihrer Strategien, ihrer personellen Ressourcen und der Qualität ihres Dealflows.

Denn langfristiger Anlageerfolg entsteht selten durch die richtige Wette auf den nächsten Megatrend – sondern durch einen disziplinierten und breit diversifizierten Investmentansatz.

 
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