Stabile Erträge mit Multi Asset „Wir sind immer auf das Unerwartete gefasst“

Ewout van Schaick ist Fondsmanager des NN (L) First Class Multi Asset und Head of Multi-Asset-Portfolios bei NN Investment Partners

Ewout van Schaick ist Fondsmanager des NN (L) First Class Multi Asset und Head of Multi-Asset-Portfolios bei NN Investment Partners

Vielfältige Renditequellen sind für Fondsmanager Ewout van Schaick zwar ein wichtiges Element für eine erfolgreiche Multi-Asset-Lösung – die einzigen Zutaten sind sie aber nicht. Für van Schaick haben ein risikobewusster Anlagestil und eine hohe Flexibilität ebenfalls große Bedeutung. Die Flexibilität ermöglicht es, ein Portfolio an die sich ändernden Umstände anzupassen. So können nicht nur Risiken begrenzt, sondern auch Chancen genutzt werden. Unter risikobewusstem Investieren versteht van Schaick vor allem die Aufgabe, ein auch in Stressphasen widerstandsfähiges Portfolio zu konstruieren. „Wir sind immer auf das Unerwartete gefasst. Unser Ziel ist, das Gesamtrisikoprofil sehr viel stabiler zu halten als bei traditionellen Investmentansätzen.“

Das robuste Portfolio erzielt ein stabiles 5-Jahres-Ergebnis

In den vergangenen Jahren hatte van Schaick ausreichend Gelegenheit zu beweisen, dass ein Portfolio auch in Stressphasen Widerstandskraft haben kann. Die NN First-Class Multi-Asset-Strategie feierte im Oktober ihren fünften Geburtstag. Sie erzielte seit Auflegung eine Bruttorendite von 6,1 Prozent pro Jahr bei einer Volatilität von 4,1 Prozent.

Über einen Zeitraum von fünf Jahren sollte die Anteilsklasse NN (L) First Class Multi Asset P Cap EUR eine jährliche Wertentwicklung in Höhe des Ein-Monats-Euribors plus 3 Prozent vor Kosten erreichen, die Volatilität sollte bei rund 5 Prozent liegen und 10 Prozent nicht überschreiten. „Der Fonds hat in mehreren Stressphasen an den Märkten sehr stabil und robust abgeschnitten. Das zeigt uns deutlich, dass die in den Prozess eingebaute Robustheit funktioniert“, so van Schaick.

Mit dynamischer Allokation sind Marktchancen schneller nutzbar

Das Management des Fonds legt dynamisch in mehrere Asset-Klassen an, darunter Aktien, diverse Anleihesegmente, Immobilien, Devisen und Rohstoffe. In der strategischen Asset Allokation ist das Risikobudget des Fonds hälftig verteilt auf risikoarme und risikoreichere Anlagen. In der taktischen Allokation wird der Mix dann an die Marktgegebenheiten und Erwartungen angepasst. Zum Beispiel kann der Anteil von risikoreichen Anlagen im Portfolio, zu denen neben Aktien auch Hochzinsanleihen oder Rohstoffe zählen, bis auf Null heruntergefahren werden.

„Wenn aber die Risiken im Markt abnehmen und wir gute Chancen sehen, können wir die Quote der Risiko-Assets hochfahren. Diese dynamische Allokation ermöglicht es uns, Anlagegelegenheiten zu nutzen, wenn sie sich bieten“, sagt von Schaick. Risiko-Assets dürfen bis zu 50 Prozent des Fondsvolumens ausmachen, mindestens 50 Prozent des Kapitals müssen stets in risikoärmeren Produkten stecken. Zudem kann van Schaick über Derivate auch Short-Positionen eingehen, allerdings darf er nicht auf Asset-Klassen-Ebene in Netto-Short positioniert sein.

Auch soziale Medien werden bei der Verhaltensanalyse berücksichtigt

Damit der Fonds seine Renditeziele erreicht, werden eine sorgfältige Datenanalyse mit der Erfahrung der Strategen und Portfoliomanager kombiniert. Van Schaick hat dafür die beiden Manager Niels de Visser und Mark Robertson an seiner Seite.

Für die richtige Asset Allokation führt das Team nicht nur eine fundamentale Analyse wirtschaftlicher Trends durch, sondern blickt auch auf die Marktpsychologie und das Verhalten der Anleger. „Letzteres hat häufig großen Einfluss auf die kurzfristige Marktdynamik und ermöglicht es, Schockrisiken frühzeitig zu erkennen und neue Chance zu sehen, bevor andere es tun“, erklärt van Schaick. Bei der Verhaltensanalyse hat er auch soziale Medien und digitale Nachrichten im Blick.

Gute Aussichten für zyklische Aktien

Für 2017 rechnet er mit einem Anstieg des nominalen Weltwirtschaftswachstums und anziehenden Inflationserwartungen. Er bevorzugt Aktien und bleibt vorsichtig bei Staatsanleihen. Im Aktienbereich gefallen ihm zyklische Sektoren, vor allem Finanzen und Grundstoffe. Auf der regionalen Ebene sieht er die größten Chancen in Japan. Ein schwächerer Yen gegenüber dem US-Dollar dürfte die Unternehmensgewinne stützen. „Im Anleihebereich sollten High Yield-Unternehmensanleihen besonders stark von der Verbesserung der Makro- und Gewinndaten sowie von einer Belebung in zyklischen Rohstoffsegmenten profitieren“, sagt van Schaick. Daher hat er auch Rohstoffe leicht übergewichtet, bei Immobilien bleibt er zurzeit lieber neutral.