Staatsanleihen-Rückkauf Das Imperium schlägt zurück

Staatsanleihen-Rückkauf
Das Imperium schlägt zurück
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Stephan Kemper, Chef-Investmentstratege bei BNP Paribas Wealth Management

Stephan Kemper, Chef-Investmentstratege bei BNP Paribas Wealth Management Bildquelle: BNP Paribas

Aus Washington kam ein klares Signal zur Dämpfung der jüngst auf Mehrjahreshochs gestiegenen Kapitalmarktzinsen: Das US-Finanzministerium kündigte überraschend an, seine Liquiditätsstützung durch Rückkäufe von Staatsanleihen mit Laufzeiten zwischen 10 und 30 Jahren mindestens zu verdoppeln. 

Finanzierungskosten stabilisieren 

Finanziert wird dieser Schritt typischerweise über die Ausgabe kurzlaufender Geldmarktpapiere. Dieses Manöver erinnert an die historische „Operation Twist“ und zielt darauf ab, die Renditen am langen Ende der Kurve zu drücken, um die Finanzierungskosten der Gesamtwirtschaft zu stabilisieren. Die 30-jährige US-Rendite gab infolge der Ankündigung unmittelbar um 10 Basispunkte auf 5,18 Prozent nach, während der US-Dollar verlor und Gold spürbar um 3,5 Prozent zulegte.

 

Allerdings ändert diese technische Maßnahme wenig an den fundamentalen Realitäten. Angesichts einer US-Staatsverschuldung, die erstmals die Schwelle von 40 Billionen US-Dollar überschritten hat, verschiebt das Schatzamt das Zinsrisiko primär auf das kurze Ende der Zinskurve. Dort greift jedoch unverändert die Geldpolitik der Federal Reserve.

Diskussionen über Zinserhöhungen  

Wie die jüngsten Fed-Protokolle belegen, diskutieren einige Währungshüter angesichts hartnäckiger Inflationsrisiken weiterhin über geldpolitische Straffungen. Eine Verlagerung der Refinanzierung auf kurze Fristen erhöht folglich die Abhängigkeit von geldpolitischen Entscheidungen und verstärkt das Spannungsfeld zwischen Fiskal- und Notenbankpolitik.

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