Private Equity Spitzenverdiener kassieren 1,7 Milliarden Dollar für 2013

Die zehn Top-Manager bei börsennotierten Beteiligungsgesellschaften haben im vergangenen Jahr zusammengenommen mindestens 1,7 Milliarden Dollar an Dividenden erhalten. Die Firmen nutzten steigende Aktienkurse, um Unternehmen von einer chinesischen Versicherung über einen amerikanischen Themenparkbetreiber bis hin zu einer französischen Firma für Bodenbeläge teilweise zu verkaufen.

Zu den Spitzenverdienern gehört Leon Black, der laut Bloomberg-Berechnungen rund 369 Millionen Dollar an Ausschüttungen auf seine Beteiligung an Apollo Global Management erhielt. Damit liegt er vor Henry Kravis von KKR & Co. und den drei Gründern von Carlyle Group, und dürfte auch den reichsten Buyout-Titanen Stephen Schwarzman, Vorstand von Blackstone Group, übertreffen.

„Wenn die Zeiten gut sind, ist die Bezahlung der Top-Manager im Private-Equity-Bereich unschlagbar”, sagt Erik Gordon, Betriebswirtschaftsprofessor an der Universität Michigan in Ann Arbor. „In schlechten Zeiten ist sie immer noch sehr gut, weil Buyout-Firmen viele Möglichkeiten haben, Bargeld aus ihren Unternehmen abzuziehen, egal, ob es diesen gut geht oder nicht.”

Öffentlich gemacht werden die Vergütungen der Buyout- Manager in Pflichtmitteilungen an die US-Wertpapieraufsicht SEC, die in dieser Woche beginnen sollen. Die Manager erhalten den größten Teil ihres Einkommens aus Dividenden und anderen Ausschüttungen auf ihre Anteile an den Private-Equity- Gesellschaften, und diese legen zu, wenn die Gesellschaften Gewinne auf ihre Beteiligungen realisieren. Buyout-Manager gehören zu den reichsten Amerikanern: Black findet sich im Bloomberg Billionaires Index auf Rang 48 mit einem Vermögen von 9,1 Milliarden Dollar wieder, Schwarzman kommt mit geschätzt 10,9 Milliarden Dollar auf Rang 39.

Blacks Dividendenertrag aus seiner Apollo-Beteiligung entspricht annähernd dem 25.000-fachen des jährlichen Verdienstes von 15.080 Dollar, den ein Amerikaner erzielt, der für den Mindestlohn arbeitet. Die Summe, die der zum Mindestlohn Arbeitende in einem ganzen Jahr verdient, erzielt Black in 21 Minuten.

Die Dividenden, die Private-Equity-Gesellschaften zahlen, setzen sich zusammen aus den ausschüttbaren Gewinnen, die den Anteil der Gesellschaften an Investment-Erträgen darstellen (der sogenannte „Carried Interest“), den Einnahmen aus Provisionen und in einigen Fällen den Erträgen aus Investments, die die Firma zusammen mit Kunden getätigt hat. Dagegen sind die Gehälter, die die Manager erhalten, vergleichsweise gering. So erhält Black bei Apollo ein Jahresgehalt von 100.000 Dollar, während Schwarzman 350.000 Dollar an Gehalt bei Blackstone kassiert.

Insgesamt dürfte Schwarzman für das vergangene Jahr jedoch mindestens 311 Millionen an Dividenden ausgezahlt bekommen. Diese Berechnung basiert auf deklarierten Dividenden für Stammaktionäre, an die meist weniger ausgeschüttet wird als an die Partnerschafts-Eigentümer, zu denen Schwarzman gehört. In früheren Jahren erhielt Schwarzman auch „Carried Interest“, also Gewinnanteile.

Die Carlyle-Gründer William Conway, Daniel D’Aniello und David Rubenstein, dürften jeder mindestens 88,4 Millionen Dollar bekommen, wobei auch hier die Berechnung auf den Dividenden für die Stammaktien basiert, die tatsächliche Summe also höher ausfallen könnte. KKR teilte am Montag mit, die beiden Co-Chefs Kravis und George Roberts erhielten für 2013 jeweils mehr als 161 Millionen Dollar, den größten Teil davon als Dividenden und Carried Interest.

Im Vergleich zu den Vergütungen in der Beteiligungsbranche nehmen sich sogar die Summen, die die Vorstandschefs der großen Wall-Street-Banken erhalten, bescheiden aus. So bekam Lloyd Blankfein von Goldman Sachs Group für 2013 23 Millionen Dollar, JPMorgan Chase & Co. zahlte Jamie Dimon 20 Millionen Dollar und Michael Corbat kassierte bei Citigroup rund 14,4 Millionen Dollar.

Inzwischen hat der steile Anstieg des Vermögens der reichsten Amerikaner vor dem Hintergrund stagnierender Löhne und eines langsamen Stellenwachstums Befürchtungen wegen der ungleichen Einkommensverteilung ausgelöst. Am Montag sagte der ehemalige Notenbankchef Alan Greenspan, dies sei aktuell die gefährlichste Entwicklung in den Vereinigten Staaten. Präsident Barack Obama erklärte, die Trends, die der Mittelklasse seit einigen Jahrzehnten zu schaffen machten, existierten weiter und müssten angegangen werden. „Jenen an der Spitze geht es sehr gut. Normale Familien stehen immer noch unter Druck“, betonte Obama.

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