Trotz Fachkräftemangel Asset Manager ignorieren Performance-Hebel soziale Mobilität

Ric van Weelden, Vorsitzender des DPE

Ric van Weelden, Vorsitzender des Diversity Project Europe sagt: „Viele Unternehmen ignorieren wertvolle Talente, indem sie sich zu stark auf traditionelle Leistungsindikatoren verlassen.“ Bildquelle: DPE

Fondsmanager aus benachteiligten sozioökonomischen Familien erzielen häufig bessere Ergebnisse als ihre privilegierten Teammitglieder. Die Autoren der aktuellen Studie vom Diversity Project Europe (DPE) sehen den Grund in höheren Eintrittsbarrieren, die weniger privilegierte Bewerber überwinden müssen. Die Studie befragt 30 Vermögensverwalter, was diese für diverse Teams unternehmen. Die Autoren nennen das soziale Mobilität. 

Neben der stärkeren Portfolio-Performance existiert in diverseren Teams von Asset Managern ein erhöhtes Verständnis für die Kunden. Die verschiedenen sozialen Herkünfte erhöhen zudem die Breite an Investmentmöglichkeiten, da das Netzwerk der Asset Manager vielfältiger ist. 

 

Zwar zeigt sich mit 47 Prozent annähernd die Hälfte der befragten Unternehmen bereit, soziale Mobilität zu fördern. Doch nur ein Bruchteil von 4 Prozent der Vermögensverwaltern hat hierfür konkrete Ziele festgelegt. Ziele zur Geschlechtergleichheit besitzen im Vergleich dazu 61 Prozent der befragten Unternehmen.

„Soziale Mobilität ist einer der bislang noch nicht voll ausgeschöpften Hebel für Leistung und Resilienz in der europäischen Asset-Management-Branche“, sagt Ric van Weelden, Vorsitzender des DPE. „Viele Unternehmen ignorieren wertvolle Talente und lassen Perspektiven ungenutzt, indem sie sich zu stark auf enge Rekrutierungskanäle und traditionelle Leistungsindikatoren verlassen“, so van Weelden weiter.

Hohe Hürden trotz Fachkräftemangel

Als traditionelle Auswahlverfahren gelten laut van Weelden neben dem Bildungsgrad auch die Branchenakkreditierung, wie der Chief Financial Advisor (CFA). Das Festhalten an konservativen Kriterien bei der Personalsuche widerspricht dem realen Angebot an Personal: Laut dem Institut für Vermögensverwaltung sehen alleine in Deutschland 70 Prozent aller Vermögensverwalter die Personalsuche als „größte unternehmerische Herausforderung“. In ganz Europa sind laut dem DPE drei Viertel der befragten Organisationen betroffen.

Das DPE ist eine Initiative für mehr Diversität, Gleichheit und Inklusivität im europäischen Asset Management. Das Netzwerk wurde 2023 gegründet und besteht aus der Nordea Asset Management (AM), BNP Paribas AM, Quoniam AM, HSBC AM, Franklin Templeton AM, Aegon AM, Pictet AM und T. Rowe Price AM.

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