Umfrage Solvency II: Versicherer sind nicht vorbereitet

Firmenlogo der Axa Versicherungsgruppe.  | © Getty Images

Firmenlogo der Axa Versicherungsgruppe. Foto: Getty Images

50 Versicherungsunternehmen und zwölf Pensionskassen befragte die Versicherungsgesellschaft Axa zum Stand der Dinge was Solvency II betrifft. Das Ergebnis: 75 Prozent der Pensionskassen und 46 Prozent der Versicherer fühlen sich nicht gerüstet.

Dabei sind große Versicherungen anscheinend besser dran als kleine. 57 Prozent der Versicherer mit einem Prämieneinkommen unter 1 Milliarde Euro fühlen sich nicht ausreichend gewappnet – im Kontrast zu den Großversicherungen, wo nur jede Dritte (32 Prozent) Nachholbedarf sieht.

Besonders schlecht schätzen sich aber die Rückversicherer ein. 71 Prozent von ihnen gaben an, zum ursprünglich angepeilten Termin nicht ausreichend vorbereitet zu sein. Bei Lebens- und Krankenversicherern ergibt sich ein geteiltes Bild – rund die Hälfte glaubt noch nachbessern zu müssen.

Ein klares Bild ergibt sich, wenn man die größten Sorgen der Befragten betrachtet. 93 Prozent der Versicherer gaben an, dass sich die Vorbereitungen für die neuen Transparenzanforderungen und Reportingpflichten nur auf einem befriedigenden oder schlechten Stand seien. Bezüglich des neuen Risikomanagements lag dieser Wert bei 65 Prozent.

Trotz der Schwierigkeiten empfindet die Mehrheit (56 Prozent) die neuen Regeln als notwendig oder sogar sehr notwendig. 60 Prozent der Befragten glauben außerdem, dass ihr Portfolio durch Solvency II stärker diversifiziert wird.

Über Solvency II

Die EU-Kommission beschloss 2007 unter dem Namen Solvency II die grundlegende Reform des Versicherungsaufsichtsrechtes. Eigentlich sollte die Reform schon 2014 an den Start gehen, jedoch schlug die Kommission im September dieses Jahres die Verschiebung auf den 1.1.2015 vor. Grundlegende Ziele vom auf einem Drei-Säulen-Modell basierenden Solvency II sind das Sichern von Qualität, das Schaffen von Transparenz für den Kunden, und ein ausreichendes Eigenkapital für Versicherungen.