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Bessere Bedingungen für langfristige Investitionen
Aktieninvestitionen:
Problem: Versicherer mussten bisher sehr hohe Sicherheitsreserven für Aktien vorhalten.
Lösung: Neue Regeln für langfristige Aktieninvestitionen:
Versicherer können auf zwei verschiedene Arten nachweisen, dass sie Aktien langfristig halten können (ohne sie in Krisenzeiten verkaufen zu müssen):
1. Methodologie-Ansatz:
Wer kann das nutzen?
- Versicherer mit langfristigen Versicherungsverträgen (Lebensversicherungen, die länger als zehn Jahre laufen)
- Diese haben meist wenig liquide Verpflichtungen („illiquide Verbindlichkeiten“)
Was müssen sie nachweisen?
- Für Schaden-/Unfallversicherung: Sie brauchen einen ausreichend großen Liquiditätspuffer für unvorhergesehene Schadenszahlungen. Wenn ein Sturm zum Beispiel viele Dächer beschädigt, müssen sie trotzdem nicht ihre Aktien verkaufen
- Für Lebensversicherung: Ihre Kunden können das Geld meist nicht kurzfristig abrufen, bei einer 30-jährigen Lebensversicherung ist das Geld fest eingeplant. Die Versicherer müssen nachweisen, dass sie selbst in einer Finanzkrise nicht sofort alle Aktien verkaufen müssen.
2. Zwangsverkaufstest:
Was ist das? Der Versicherer muss am Computer durchspielen, ob er in den nächsten fünf Jahren seine Aktien verkaufen müsste.
Wie funktioniert der Test?
- Normale Szenarien: Was passiert bei durchschnittlicher Wirtschaftslage?
- Beispiel: 2 Prozent Wirtschaftswachstum, normale Zinsen, übliche Schadensfälle
- Stress-Szenarien: Was passiert in einer Krise?
- Beispiel: Börsenkrash wie 2008, Pandemie wie Corona, Naturkatastrophe
Was wird geprüft?
- Mittelzuflüsse: Wie viel Geld kommt rein? (Versicherungsbeiträge, Anlageerträge)
- Mittelabflüsse: Wie viel Geld geht raus? (Schadenszahlungen, Kosten, Kundenrückzahlungen)
- Bilanz: Bleibt unterm Strich genug übrig, ohne Aktien zu verkaufen?
Praktisches Beispiel: Ein Lebensversicherer prüft: „Wenn 2025 die Börse um 30% fällt UND gleichzeitig viele Kunden ihre Verträge kündigen wollen – habe ich dann noch genug andere Geldquellen oder muss ich meine Aktien mit Verlust verkaufen?“
Nur wenn beide Tests bestanden werden, darf der Versicherer von den günstigeren Kapitalregeln für langfristige Aktieninvestitionen profitieren.
Praktisch: Versicherer können leichter langfristig in Aktien investieren, was höhere Renditen für Kunden ermöglichen kann.
Verbriefungen (komplexe Finanzprodukte):
- Reduzierte Risikofaktoren = weniger Eigenkapital erforderlich
- Soll Banken helfen, mehr Kredite zu vergeben, da Versicherer diese Produkte leichter kaufen können.
