Made in Germany Solactive – der deutsche Index-Ingenieur

Steffen Scheuble vom Indexhaus Solactive

Steffen Scheuble vom Indexhaus Solactive: Der Gründer und Vorstandsvorsitzende treibt den Ausbau des Geschäfts weiter voran

Solactive ist ein global tätiger deutscher Indexanbieter, der in den vergangenen Jahren ein erstaunliches Wachstumstempo hinlegte. Hauptsitz des Unternehmens ist in Frankfurt, es gibt aber auch Niederlassungen und Tochtergesellschaften in Dresden, Berlin und seit 2017 beziehungsweise 2018 auch in Toronto und Hongkong. Vorstandschef Steffen Scheuble erklärt dazu: „Wir sind nun rund um die Uhr für unsere Kunden erreichbar und bieten somit einen 24-Stunden-Service an.“

Solactive entwirft Indizes für die unterschiedlichsten Vermögensklassen. Im Portfolio finden sich Indizes auf Aktien, Anleihen oder Rohstoffe, aber auch Strategie-Indizes wie Smart Beta oder Themen-Indizes wie auf nachhaltige Aktien, ausgewählte Technologiewerte, Hydrogen Economy, Industry 4.0 oder Genomics. Das Unternehmen bietet diese Indizes unter dem Namen Solactive an oder als White-Label-Lösungen. Von Solactive gibt es auch globale Benchmark-Indizes für 24 entwickelte Länder und 26 Emerging Markets.

Die Erfolgsgeschichte ist beeindruckend: Im Herbst 2007 gründete Scheuble die Structured Solutions. Schon Mitte 2008 folgte das erste Produkt, ein ETF von BNP Paribas, mit einem Solactive-Index als Basis. Ein Jahr später übernimmt das junge Unternehmen die Index-Plattform S-Box von der Börse Stuttgart. Dies bezeichnet Scheuble heute noch als den ersten Meilenstein der damals noch kleinen und jungen Gesellschaft, die längst erste Indizes berechnete, auf die vor allem die zu dieser Zeit beliebten Index-Zertifikate emittiert wurden.

Die völlige Eigenständigkeit wird ab Juli 2010 deutlich, denn ab diesem Zeitpunkt notieren alle Indizes unter dem Namen Solactive. Logische Folge dazu ist, dass das schon beachtlich gewachsene Unternehmen Mitte 2013 in Solactive umbenannt wurde. Firmengründer Scheuble sagt dazu heute: „Dies war vor allem in der Außendarstellung ein klares Statement von uns. Wir begannen den echten Aufbau des Markennamens Solactive.“ Dies gelang zweifelsfrei, denn die Marke ist am globalen Kapitalmarkt längst etabliert und genießt einen sehr guten Ruf.

Wachsende Index-Familie

Es folgten die Jahre des raschen Wachstums und der weiteren Internationalisierung: Erreichte Meilensteine folgten: Im März 2013 knackte das Scheuble-Team die 100-ETF-Marke. Es waren also mehr als 100 ETFs an einen von Solactive errechneten Index gekoppelt. Das Volumen betrug damals rund 18 Milliarden Dollar. Deutlich weiter waren die Frankfurter schon im Dezember 2015. Die 200-ETF-Marke fiel. Und im Dezember 2017 knackte Solactive auch die 250er-Grenze.

Auch das Ansehen wuchs parallel zum Wachstum. Firmengründer Steffen Scheuble kann stolz auf eine ganze Reihe von Awards sein: Im April 2020 wurde Solactive von ETF.com zum „Index Provider of the Year 2019“ ausgerufen wie schon zuvor in den Jahren 2016 und 2017. Im Februar 2019 gewann Solactive auch den „Best Smart Beta Index Provider Award“ bei den 16ten Structured Retail Products (SRP) zum dritten Mal in Folge. 2020 wurde Solactive „Best Index Provider“ bei der SRP Europe Conference und 2021 „Best Index Provider“ in der Kategorie ESG ETFs bei den ETF Express US Awards 2020.

Das Interesse von externen Investoren war schon seit Jahren sehr groß. So gewann Solactive 2015 die US-Investmentbank Goldman Sachs als Partner, der Firmenanteile übernahm. Ende 2020 kam mit dem nordamerikanischen Private-Equity-Unternehmen Summit Partners ein weiterer bekannter Investor dazu, der ein 50 Millionen Euro Growth-Equity-Investment tätigte. Damit dürfte das Unternehmen des tatenreichen und umtriebigen Scheuble das nötige Kapital für weitere Wachstumsschritte zur Verfügung stehen.

Inzwischen arbeiten bei Solactive gut 250 Kollegen, man hat mehr als 500 Kunden, es werden 18.000 Indizes berechnet und es gibt mehr als 500 Indexfonds (ETFs) auf Basis eines Solactive-Index. Rund 200 Milliarden Dollar sind derzeit in Produkte mit einem Solactive-Index als Basis investiert und das Unternehmen hat sich weltweit zu einer Top-Adresse für ETF-Anbieter und ESG-Indizes etabliert. Scheuble sieht natürlich noch längst nicht das Ende des Wachstums erreicht: „Wir sind sicherlich etwas schneller und flexibler als Mitbewerber. Zudem haben wir vernünftige Preise und arbeiten eng mit unseren Partnern zusammen. Ich gehe daher davon aus, dass uns dies auch in der Zukunft weiteres Geschäft bescheren wird.“