Die Public-Pay-Studie 2025 ermittelt einen Median von 402.000 Euro bei den Spitzengehältern der Sparkassen. Die Anzahl der Top-Manager dort liegt ebenso vor den Vergleichsgruppen wie die Vergütung selbst.
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Die Public-Pay-Studie 2025 ermittelt einen Median von 402.000 Euro bei den Spitzengehältern der Sparkassen. Die Anzahl der Top-Manager dort liegt ebenso vor den Vergleichsgruppen wie die Vergütung selbst.
Die Vorstände von Sparkassen rangieren somit klar an der Spitze der öffentlichen Gesellschaften, die ihren Topverdienern im Schnitt nicht einmal halb soviel wie die Geldhäuser zahlen.
Grafik 1: Vergütung der Top-Manager in öffentlichen Unternehmen
Damit bleiben sie aber dennoch weit hinter den millionenschweren Vergütungen der privaten Großbanken zurück. Während deren Vorstandschefs Pakete im siebenstelligen Bereich beziehen können, bleibt selbst die Spitze der Sparkassenlandschaft im mittleren sechsstelligen Bereich.
Deutsche-Bank-Vorstandschef Christian Sewing beispielsweise kann für das abgelaufene Jahr mit einer gesamten Vergütung von nahezu 10 Millionen Euro rechnen, wie aus dem am Donnerstag veröffentlichten Geschäftsbericht des Geldhauses hervorgeht.
Breite Spreizung zwischen kleinen und großen Häusern
Auffällig sind die Unterschiede innerhalb der Sparkassenorganisation:
• Kleine Sparkassen im ländlichen Raum zahlen Vorständen häufig nur 180.000 bis 220.000 Euro.
• Mittelgroße Institute bewegen sich zwischen rund 300.000 bis 400.000 Euro.
• Große Stadtsparkassen überschreiten inzwischen regelmäßig die Marke von 500.000 Euro Gesamtvergütung.
Diese Spreizung hätten sich in den vergangenen Jahren noch verstärkt, so die Studienautoren um Ulf Papenfuß von der Zeppelin Universität. Während kleinere Häuser ihre Gehälter nur moderat anpassten, sind die großen Institute in Metropolregionen deutlich nach oben gegangen – was aber durchaus auch ihren gewachsenen Bilanzsummen, ihren Mitarbeiterzahlen und ihrer regionalen Bedeutung entsprechen kann.
Variable Vergütung nimmt an Bedeutung zu
Ein klarer Trend ist der wachsende Anteil variabler Vergütung. Boni und erfolgsabhängige Komponenten machen mittlerweile einen größeren Teil der Gesamtbezüge aus als noch vor fünf Jahren. Gleichwohl bleibt die Vergütungskultur in den Sparkassen insgesamt zurückhaltend: Fixgehälter dominieren klar, die Ausschläge nach oben sind begrenzt.
Die Studienautoren betonen, dass Sparkassenvorstände Verantwortung für Institute mit teils zweistelligen Milliardenbilanzen tragen. Gleichwohl sind die Häuser dem öffentlichen Auftrag verpflichtet – ein Spannungsfeld, das die Vergütungsdiskussion besonders auflädt. Jede Anpassung wird öffentlich diskutiert, gerade in Zeiten steigender Zinsen, höherer Gebühren und wachsender Ertragsschwierigkeiten.
Hinzu kommt das Thema Transparenz. Zwar veröffentlichen viele Sparkassen mittlerweile freiwillig ihre Vorstandsgehälter, doch die Offenlegung bleibt uneinheitlich. Die Autoren der Studie mahnen daher an, dass nachvollziehbare, klar kommunizierte Vergütungsstrukturen für das Vertrauen von Kunden und Öffentlichkeit unverzichtbar sind.
Die 2025er-Ausgabe der Public-Pay-Studie belegt: Sparkassenvorstände verdienen mehr als je zuvor, doch die Gehälter wirken verglichen mit Großbanken doch eher bescheiden. Die wachsende Spreizung zwischen kleinen und großen Häusern, die zunehmende Bedeutung variabler Vergütung und die andauernde Debatte um Transparenz werden die Diskussionen in den kommenden Jahren prägen. Für die Sparkassen bleibt es eine Gratwanderung zwischen marktgerechter Bezahlung und öffentlicher Akzeptanz.
Sparkassen-Definition und Merkmale im Überblick
Die Sparkassen umfassen Unternehmen, deren Gegenstand die geld- und kreditwirtschaftliche Versorgung der Bevölkerung beinhaltet. Sie sind flächendeckender, öffentlicher Anbieter von kreditwirtschaftlichen Geschäften für alle Kunden- und Bevölkerungsgruppen und regionaler Wirtschaftsförderer mit klarer Gemeinwohlbindung.
Grafik: Median der Gesamtvergütung bei Top-Sparkassen-Managern
Grafik: Gehaltscluster nach Mitarbeitern
Grafik: Gehaltscluster nach Bilanzsumme
Grafik: Anzahl der Top-Managementmitglieder
Zur Studie
Die als Langfristvorhaben konzipierte und jährlich erscheinende Public Pay Studie untersucht nach Angaben der Autoren um Ulf Papenfuß aktuelle Muster bei der Höhe, Ausgestaltung und Offenlegung der Top-Managementvergütung öffentlicher Unternehmen. Außerdem soll die Erhebung Perspektiven für nachhaltige Vergütungsstrukturen und digitale Governance zeigen. Hier finden Sie unseren Beitrag zur letztjährigen Ausgabe.
Die Studie ist ein gemeinsames Projekt vom Lehrstuhl für Public Management & Public Policy der Zeppelin Universität Friedrichshafen und der Personalberatung LAB & Company Düsseldorf. In Deutschland ist sie die einzige frei verfügbare Studie dieser Art und liefert eine einzigartige Informationsgrundlage. Hier geht es zum Download.