Bis zu 11,6 Millionen Euro Spitzenbonus für Rekordergebnis: So hoch sind die Bezüge der Allianz-Vorstände

Die drei Allianz-Vorstände mit de höchsten Bezügen 2025 (v. li.)

Die drei Allianz-Vorstände mit de höchsten Bezügen 2025 (v. li.): Oliver Bäte, Renate Wagner und Günther Thallinger. Bildquelle: Allianz SE

Oliver Bäte, Vorstandsvorsitzender

Oliver Bäte bei der Allianz Jahreshauptversammlung 2025

Oliver Bäte bei der Allianz Jahreshauptversammlung 2025 © Screenshot Allianz Jahreshauptversammlung

2025

  • Feste Vergütung (Grundvergütung + Nebenleistungen): 2.112.000 Euro
  • Variable Vergütung kurzfristig (Jahresbonus): 2.587.000 Euro
  • Variable Vergütung langfristig (LTI): 5.895.000 Euro
  • Gesamtvergütung: 10.594.000 Euro
  • Pensionsaufwand: 1.011.000 Euro
  • Summe: 11.605.000 Euro

2024

  • Feste Vergütung (Grundvergütung + Nebenleistungen): 2.012.000 Euro
  • Variable Vergütung kurzfristig (Jahresbonus): 2.304.000 Euro
  • Variable Vergütung langfristig (LTI): 4.850.000 Euro
  • Gesamtvergütung: 9.166.000 Euro
  • Pensionsaufwand: 1.065.000 Euro
  • Summe: 10.231.000 Euro

Laut dem Geschäftsbericht der Allianz erwirtschaftete der Konzern im Geschäftsjahr 2025 einen operativen Gewinn von 17,37 Milliarden Euro. Damit übertraf das Unternehmen die interne Zielmarke von 16 Milliarden Euro deutlich. Der auf Anteilseigner entfallende Jahresüberschuss lag bei 10,77 Milliarden Euro. 

Für Aktionäre schlägt sich das Ergebnis in einer Dividende von 17,10 Euro je Aktie nieder – ein Plus von 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit ist die Allianz laut einer Analyse der Beratungsgesellschaft EY mit einer Gesamtausschüttung von 6,5 Milliarden Euro erneut der größte Dividendenzahler Deutschlands. Auch die Vorstandsvergütung spiegelt die starke Geschäftsentwicklung wider.

Bäte führt das Verdienstranking an

Vorstandsvorsitzender Oliver Bäte erhielt für das Geschäftsjahr 2025 laut Geschäftsbericht eine Gesamtvergütung von 10,594 Millionen Euro. In diesem Betrag sind alle tatsächlich zugeflossenen Beträge gemäß Paragraf 162 Aktiengesetz enthalten, einschließlich einer ausgezahlten Langfristvergütung. Inklusive Pensionsaufwand ergibt sich eine Gesamtsumme von 11,605 Millionen Euro, gegenüber 10,230 Millionen Euro im Vorjahr.

Die Vergütung setzt sich zusammen aus einer Grundvergütung von 2,107 Millionen Euro, einem Jahresbonus von 2,587 Millionen Euro sowie der Auszahlung des sogenannten Long-Term Incentive (LTI) in Höhe von 5,895 Millionen Euro. Beim LTI handelt es sich um ein aktienbasiertes Langfristprogramm: Vorstandsmitglieder erhalten jährlich virtuelle Aktien (Restricted Stock Units), die erst nach vier Jahren ausgezahlt werden – und zwar abhängig davon, wie sich die Allianz-Aktie im Vergleich zu einem europäischen Versicherungsindex entwickelt hat.

 

Zielerreichung bei fast 134 Prozent

Maßgeblich für den hohen Jahresbonus ist die konzernweite Zielerreichung: Der Gesamtfaktor lag 2025 bei 133,87 Prozent, gegenüber 117,71 Prozent im Vorjahr. Das variable Vergütungssystem der Allianz gewichtet das operative Ergebnis und den Jahresüberschuss jeweils mit 40 Prozent, den sogenannten Nachhaltigkeitskorb mit 20 Prozent. 

Beim operativen Ergebnis wurde eine Zielerreichung von 134,36 Prozent ausgewiesen, beim Jahresüberschuss von 129,16 Prozent. Den höchsten Wert erzielte der Nachhaltigkeitskorb mit 142,33 Prozent. Dazu beigetragen haben laut Geschäftsbericht unter anderem die Reduktion der Emissionen im eigenen Investmentportfolio auf 10,05 Millionen Tonnen (Ziel: 12,3 Millionen Tonnen), der digitale Net Promoter Score – ein Maß für Kundenzufriedenheit – mit einer Zielerreichung von 140,00 Prozent sowie der Inclusive Meritocracy Index (IMIX), der Mitarbeiterzufriedenheit und Unternehmenskultur misst, mit 143,75 Prozent.

Ergänzt wird der Konzernfaktor durch einen individuellen Beitragsfaktor, den der Aufsichtsrat für jedes Vorstandsmitglied separat festsetzt und der zwischen 0,8 und 1,2 liegen kann. Bäte erhielt einen Wert von 1,10, was einem Gesamtfaktor von 147,26 Prozent entspricht.

Millionenausschüttung aus dem LTI 2020

Für vier Vorstandsmitglieder – Bäte, Klaus-Peter Röhler, Günther Thallinger und Renate Wagner – endete im Geschäftsjahr 2025 die vierjährige Sperrfrist des LTI-Programms aus dem Jahr 2020. Der relevante Aktienkurs zum Auszahlungszeitpunkt lag bei 343,28 Euro; hinzu kam ein relativer Outperformancefaktor von 122,9 Prozent, der die Überrendite der Allianz-Aktie gegenüber dem Stoxx Europe 600 Insurance Index abbildet.

Damit erhielt Bäte 5,895 Millionen Euro, Thallinger und Wagner jeweils 3,284 Millionen Euro, Röhler 2,489 Millionen Euro.

Ordentliche Vorstandsmitglieder: bis zu 6,2 Millionen Euro

Bei den übrigen aktiven Vorstandsmitgliedern, für die 2025 keine LTI-Auszahlung anfiel, liegt die Gesamtvergütung gemäß Aktiengesetz zwischen 2,377 und 2,408 Millionen Euro. Inklusive Pensionsaufwand bewegen sich die Gesamtsummen zwischen rund 2,9 und 3,0 Millionen Euro.

Thallinger und Wagner, die beide vom LTI profitieren, kommen inklusive Pensionsaufwand auf 6,237 beziehungsweise 6,227 Millionen Euro. Röhler erreicht 5,408 Millionen Euro.

Reform des Vergütungssystems für 2026

Dem hohen Ergebnis vorausgegangen war eine kontroverse Debatte über das Vergütungssystem. Im Vorfeld der Hauptversammlung im Mai 2025 hatte der Stimmrechtsberater ISS den Allianz-Aktionären empfohlen, gegen das überarbeitete Vergütungssystem zu stimmen. Kritikpunkte waren vor allem die hohen Pensionsbeiträge, die bei der Allianz 50 Prozent der Grundvergütung ausmachten – während vergleichbare europäische Konzerne laut ISS nur 10 bis 30 Prozent des Grundgehalts dafür aufwenden. Außerdem bemängelte ISS, die Ziele im LTI-Programm seien nicht herausfordernd genug: Auszahlungen seien selbst dann möglich, wenn die Aktionärsrendite (Total Shareholder Return) bis zu 50 Prozentpunkte unter jener anderer europäischer Versicherer liegt.

 

Die Aktionäre folgten dem ISS-Votum nur teilweise: Das Vergütungssystem wurde mit 70,89 Prozent der Stimmen gebilligt – für Allianz-Verhältnisse ein schwaches Ergebnis. Immerhin: Wie DAS INVESTMENT berichtete, lag Bätes Gesamtvergütung 2024 laut ISS bei 10,23 Millionen Euro – rund 37 Prozent mehr als im Vorjahr, getrieben vor allem durch den Anstieg der langfristigen variablen Vergütungskomponente.

Für 2026 hat der Aufsichtsrat nun Korrekturen beschlossen: Die jährlichen Pensionsbeiträge werden von bisher 50 Prozent auf 25 Prozent der Grundvergütung halbiert. Der frei werdende Betrag soll vorrangig die leistungsabhängige Vergütung stärken. Zudem werden die Auszahlungsvoraussetzungen beim LTI verschärft. Das überarbeitete System soll der Hauptversammlung am 7. Mai 2026 zur Billigung vorgelegt werden.

Darüber hinaus hat der Aufsichtsrat eine moderate Anhebung der Zielvergütung um rund 4 Prozent über alle Komponenten hinweg beschlossen. Er begründet dies mit der gestiegenen Komplexität des Geschäftsmodells sowie dem Ziel, extern wettbewerbsfähig zu bleiben.

Aufsichtsrat erhält 3,56 Millionen Euro insgesamt

Die Gesamtvergütung des Aufsichtsrats lag 2025 bei 3,561 Millionen Euro, nahezu unverändert gegenüber dem Vorjahr (3,568 Millionen Euro). Aufsichtsratsvorsitzender Michael Diekmann erhielt 758.000 Euro, stellvertretende Vorsitzende Gabriele Burkhardt-Berg 305.000 Euro.

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