So geht Karriere Was es braucht, um Chef einer Vermögensverwaltung zu werden

AGI-Chefin Elizabeth Corley ist in zweierlei Hinsicht eine Ausnahme unter den Vermögensverwaltungs-Chefs: Sie ist eine Frau und verfügt über Auslandserfahrungen

AGI-Chefin Elizabeth Corley ist in zweierlei Hinsicht eine Ausnahme unter den Vermögensverwaltungs-Chefs: Sie ist eine Frau und verfügt über Auslandserfahrungen

Wer Chef einer Vermögensverwaltung werden will, sollte zuvor bei dieser Vermögensverwaltung gearbeitet haben. Das geht aus einer Untersuchung von Russell Reynolds Associates hervor. Die Personalberatung hat Hintergründe und den Werdegang von 96 Vorstandchefs in 92 Vermögensverwaltungen weltweit – jeweils 46 großen und 46 kleinen Instituten – untersucht.

63 Prozent der unabhängigen Vermögensverwaltungen wählen ihren Chef aus den bereits im Unternehmen arbeitenden Führungskräften aus. Lediglich 26 Prozent setzen auf externe Spezialisten. Die restlichen 11 Prozent der untersuchten Asset Manager werden von Firmengründern geleitet.

Noch eindeutiger ist das bei Vermögensverwaltungen, die an eine Bank angegliedert sind. Hier kommen 86 Prozent der Chefs aus den eigenen Reihen. Auch bei Vermögensverwaltungseinheiten von Versicherungskonzernen machen aufgestiegene Führungskräfte aus dem eigenen Haus mit 57 Prozent den etwas größeren Teil der Chefs aus. 


Insgesamt setzen 67 Prozent der großen Vermögensverwaltungen und 35 Prozent der kleineren Asset Management-Anbieter auf Eigengewächse auf dem Chefsessel. 

Nur 8 Prozent der Vermögensverwaltungschefs sind Frauen

Eine noch wichtigere Voraussetzung für den Aufstieg scheint die Zugehörigkeit zum männlichen Geschlecht zu sein. So liegt der Frauenanteil an der Spitze globaler Vermögensverwaltungen bei gerade einmal 8 Prozent. Sehr wenig? Nicht im Vergleich zu globalen Banken und Versicherungsgesellschaften, wo gerade einmal zwischen 2 und 6 Prozent der Chefs weiblich sind. 



Wer künftig eine Vermögensverwaltung leiten will, sollte zuvor als Fondsmanager gearbeitet haben. 90 Prozent der Führungskräfte in kleineren, unabhängigen Vermögensverwaltungen haben operative Erfahrung als Portfoliomanager, 75 Prozent waren in der letzten Station vor dem Chef-Posten direkt verantwortlich für die Investmentstrategie des Unternehmens. Bei Multi-Boutique-Gesellschaften liegt dieser Anteil bei 79 Prozent beziehungsweise 60 Prozent. 

Bei großen Asset-Management-Anbietern waren 46 Prozent der Vorstandssprecher als Portfoliomanager aktiv. 21 Prozent trugen zuvor Investitionsverantwortung. Auch nach ihrem Aufstieg mischen viele Vorstandssprecher auf operativer Ebene mit. 60 Prozent der Leiter unabhängiger kleiner Vermögensverwaltungen und 39 Prozent der Bosse von Multi-Boutique-Firmen sind operativ in Investitionsentscheidungen eingebunden.

Nur 19 Prozent mit Auslandserfahrung

Anders als in anderen Sektoren der Finanzbranche weisen die Führungskräfte großer Vermögensverwaltungen international wenig Erfahrung vor. Nur 19 Prozent der Bosse haben bisher in mehr als einem Land gearbeitet. Ausnahmen bilden hier zwei deutsche Asset Manager: Die Deutsche Asset & Wealth Management und Allianz Global Investors (AGI). Der Asset Management-Tochter der Deutschen Bank steht der Italiener Michele Faissola vor, dem Ableger der Münchner Allianz die Britin Elizabeth Corley.




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