Nachhaltigkeitsexperte Jan Rabe So beeinflussen ESG-Ratings den Kapitalmarkt

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Hierzu unterteilen wir das europäische Aktienuniversum zunächst auf Basis des Proxy-Faktors für nachhaltige Unternehmensführung – dem ESG-Rating – in Quantile. Die stärksten 20 Prozent der Titel repräsentieren hierbei Quantil 1 und die schwächsten 20 Prozent Quantil 5. Mithilfe eines „Long (Q1) – Short (Q5)“-Portfolios wird die relative Stärke einer solchen Differenzierung messbar.

So lässt sich zeigen, dass die Gruppe der unter ESG-Kriterien als vorbildlich bewerteten Titel des Universums von 2007 bis 2020 im Mittel eine Ein-Prozentpunkt höhere Kapitalrendite erwirtschaftete (hellblaue Linie in Abbildung 5).

Während dieser Renditevorteil über die Zeit lediglich um seinen Mittelwert schwankte, beobachten wir beim Vergleich der Kapitalkosten einen beeindruckenden Trend (dunkelblaue Linie in Abb. 5). So konnten sich als vorbildlich nachhaltig bewertete Titel zu stetig günstigeren Konditionen finanzieren als ihre direkten Wettbewerber und erlangten so einen Wettbewerbsvorteil.

Abbildung 5: Erhebliche Kapitalkostenvorteile für Unternehmen, die unter ESG-Aspekten als vorbildlich bewertet werden
Kapitalproduktivität zwischen Quantil 1/5, in Prozentpunkten

Quellen: MSCI ESG Research, Refinitiv (Alpha Testing), Metzler

Bemerkung: Es wird ein industriespezifisches ESG-Rating zugrunde gelegt. Die Berechnungen basieren auf einem monatlichen Rebalancing der Portfolios. Die Kapitalkosten berechnen sich auf Basis des Weighted Average Cost of Capital (WACC). Die Kapitalrendite wird als Return on Invested Capital (ROIC) berechnet.

Je stärker Portfoliomanager ESG-Nachzügler aus ihremAnlageuniversum ausgrenzen und ESG-Vorbilder präferieren, desto steiler wird die Kurve, die diesen Zusammenhang beschreibt (Abbildung 6).

Abbildung 6: Kapitalkostenvorteile der ESG-Vorbilder steigen Kapitalkosten und -rendite sortiert nach ESG-Ratings

Quellen: MSCI ESG Research, Refinitiv (Alpha Testing), Metzler

Durch den Kapitalkostenvorteil wurden mehr Investitionen dieser Unternehmen rentabel, was wiederum stärkeres Umsatzwachstum und – durch die Realisierung von Skaleneffekten – höhere Profitabilität ermöglichte.