Smart Beta Studie warnt vor überzogenen Erwartungen

Die aktuelle Ausgabe der Publikation „Global Horizons“ von Standard Life Investments mit dem Thema „Providing Alpha in a Smart Beta World“

Die aktuelle Ausgabe der Publikation „Global Horizons“ von Standard Life Investments mit dem Thema „Providing Alpha in a Smart Beta World“

Investieren nach Smart Beta-Konzepten ist komplexer als von vielen Anlegern angenommen und erfordert eine gesunde Dosis Skepsis – das ist die Kernaussage der Studie „Providing Alpha in a Smart Beta World“ des Vermögensverwalters Standard Life Investments. Autor Arne Staal, Leiter Multi Asset Quantitative Strategien bei Standard Life Investments, geht darin der Frage nach, inwieweit es algorithmisch gesteuerten Indizes gelingt, nachhaltig Outperformance zu erzielen.

Grundsätzlich sieht Staal die Entwicklung positiv: Die Debatte um aktive und passive Anlagen habe sich aufgrund des Wachstums von Smart-Beta-Anlagen weiterentwickelt, während die breite Verfügbarkeit dieser alternativen passiven Strategien die Anlagelandschaft verändert habe. Außerdem schaffe der technologische Fortschritt neue Chancen für Anleger, reduziere die Kosten und lege die Messlatte für aktives Fondsmanagement höher, heißt es in der Studie. Darüber hinaus verändere er die Natur von „Alpha“, das traditionell durch die Übergewichtung von Einzeltiteln generiert wird.

Zugleich warnt Staal jedoch vor Vereinfachungen: „Anleger müssen komplexere Beurteilungen und Auswahlentscheidungen vornehmen und auch eine große Bandbreite bei den Kosten in Bezug setzen zu ihren gewünschten Ergebnissen.“

Der Autor weist auf einige Stolpersteine bei der Verwendung von faktorbasierten Indizes hin: Es gebe trotz ausgiebiger Forschung kaum eindeutige Erklärungen für die Faktorrisiken, die mit Smart-Beta-Konzepten erfasst werden sollen. So könnten die Smart-Beta-Anbieter eine Vielzahl von Produktvarianten entwickeln, die – mehr oder weniger zufällig – mit jeweils anderen Investments dieselben Themen abzugreifen versuchen. Staal verweist in diesem Zusammenhang auf die sehr unterschiedliche Entwicklung der vier großen ETFs, die am amerikanischen Markt das Thema „High Dividend“ abbilden.

Falsche Vorstellungen der Anleger vermutet Staal auch, was die Nachhaltigkeit der Outperformance der einzelnen Faktoren betrifft. „Es ist einfach unrealistisch, von einer systematischen Strategie eine langfristige Outperformance zu erwarten“, so Staal.

Vielmehr würden die Faktoren im Verlauf eines Zyklus unterschiedliche Ergebnisse relativ zum allgemeinen Markt liefern. Ein erfolgreiches Navigieren durch diese Zyklen erfordere ein tiefes Verständnis des wirtschaftlichen Umfelds und des entsprechenden Verhaltens einzelner Investments. „Entgegen weit verbreiteter Annahme erfordert diese Art des passiven Investments einen aktiven Ansatz“, sagt Staal.

Asset Manager sollten ihr Geschäftsmodell daher so ausrichten, dass ihre Portfolios durch Stockpicking einerseits und eine aktive Allokation von unterschiedlichen Smart-Beta-Strategien andererseits aufgebaut werden. Das biete die beste Ausgangsposition, um bessere Ergebnisse für die Kunden zu erzielen und von dieser Entwicklung in der Vermögensverwaltung zu profitieren, so Staal.

Die komplette Studie im englischen Original gibt es hier als pdf.