Smart Beta So schlagen sich Minimum-Volatility-Indizes

So schlagen sich Minimum-Volatility-Indizes

Minimum Volatility, das bedeutet minimale Marktschwankungen. Was einige Smart-Beta-Indizes versuchen hinzubekommen, klingt zu schön um wahr zu sein. Und bei genauerem Hinsehen ist es das zum Teil auch. Zum anderen Teil schützen die Min-Vol-Indizes tatsächlich vor dem Kurs-Absturz.

Grundlage für diese Smart-Beta-Kategorie ist die Moderne Portfoliotheorie von Harry Markowitz aus den fünfziger Jahren. Darin stellte der Wissenschaftler fest, dass man aus einer bestimmten Zahl Aktien viele sogenannte effiziente Portfolios bauen kann. In denen ist das Verhältnis von Rendite zum Risiko (gemessen an der Volatilität) optimiert. Das eine Portfolio mit dem niedrigsten Risiko nannte Markowitz Minimum-Varianz-Portfolio.

Und das versuchen die Anbieter von Smart-Beta-Strategien auch für einige klassische Indizes zu erstellen. Bislang gibt es in Deutschland Indexfonds für risikominimierte Varianten des MSCI World, MSCI Europe, MSCI Emerging Markets, S&P 500, MSCI USA, Euro Stoxx und MSCI EMU.

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Chart zeigt Indizes in Euro und der Net-Return-Variante Gesamtrisiko minimieren

Man nimmt alle Bestandteile der Indizes und gewichtet sie derart neu, dass das Gesamtrisiko minimiert ist. Den Ausschlag geben Daten darüber, wie stark einzelne Aktienkurse im Verhältnis zum Gesamtmarkt schwanken und wie sie sich zueinander bewegen. Liegt diese sogenannte Korrelation unter null, also bewegen sich Kurse gegeneinander, verringert das das Risiko des Gesamtportfolios. Allerdings kann kein Indexanbieter in die Zukunft schauen. Man ist also auf Daten aus der Vergangenheit angewiesen, die Zukunft kann anders aussehen.

Wir haben an dieser Stelle die Indizes für die Welt, Europa und die Schwellenländer betrachtet. Dabei stellen wir fest, dass die Min-Vol-Versionen sehr wohl im heißen Sommer weniger an Wert verloren haben als ihre Vorbilder. Zaubern können aber auch sie nicht.

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Chart zeigt Indizes in Euro und der Net-Return-Variante Gesamtrisiko minimieren

Am niedrigsten ist die Differenz beim MSCI Emerging Markets. Die risikoarme Variante liegt auf Sicht eines Jahres lediglich um 4 Prozentpunkte weniger im Minus als das Original. Beim MSCI World hingegen beträgt der Abstand immerhin 9 Prozentpunkte und im Europa-Vergleich sind es 7 Prozentpunkte.

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Das ist immerhin was. Wenn auch nicht alles.