Smart Beta Institutionelle Anleger wollen Faktorstrategien

Leiter des institutionellen Geschäftes in Deutschland und Österreich bei Blackrock: Markus Taubert

Leiter des institutionellen Geschäftes in Deutschland und Österreich bei Blackrock: Markus Taubert

Institutionelle Anleger setzen verstärkt auf faktorbasierte Strategien, wie eine Studie der The Economist Intelligence Unit im Auftrag von Blackrock zeigt. Demnach können Faktor-Strategien dazu beitragen, langfristig Überrenditen zu erwirtschaften, das Risiko von Portfolios zu senken, die Transparenz zu erhöhen und frühere und künftige Renditetreiber zu erklären.

An der weltweiten Umfrage nahmen 200 Organisationen teil, die zusammen Vermögen in Höhe von 5,5 Billionen US-Dollar verwalten.

Faktorbasierte Anlagestrategien beruhen auf der Überlegung, dass Risiken und Renditen aller Investitionen auf bestimmte Faktoren zurückzuführen sind. Die Idee dahinter ist, Investitionen auf sehr einfache Art und Weise zu zerlegen: in makroökonomische Faktoren wie Wirtschaftswachstum, Inflation und Zinsniveau sowie Stil-Faktoren wie Bewertung (Value), Kursdynamik (Momentum) und Volatilität (Volatility) eines Wertpapiers sowie die Qualität (Quality) des dahinterstehenden Unternehmens.

85 Prozent nutzen Faktoren

Die Umfrage zeigt, dass Faktorstrategien weit verbreitet sind, mit steigender Tendenz: So nutzen mehr als 85 Prozent aller Teilnehmer Faktoren innerhalb ihres Anlageprozesses. Fast zwei Drittel gaben an, den Einsatz von Faktoren innerhalb der vergangenen drei Jahre erhöht zu haben. Dieser Trend dürfte anhalten, denn 60 Prozent der Befragten wollen Faktoren in den kommenden drei Jahren stärker nutzen. Der häufigste Grund dafür ist das Ziel, Renditen zu optimieren.

Im Zuge der Finanzkrise 2008 sanken die Kurse von Vermögenswerten nahezu im Gleichschritt – die Korrelationen stiegen überraschend stark. Damit war es nicht mehr möglich, Risiken gut zu streuen. In der Folge interessierten sich Anleger nicht nur verstärkt für Risikogründe, sondern auch für Faktorstrategien, heißt es sinngemäß von Blackrock.

„Dabei haben sie sich anfangs vor allem auf das Risikomanagement konzentriert. Inzwischen gehen Investoren zunehmend auch davon aus, dass faktorbasierte Strategien zu besseren Wertentwicklungen beitragen können“, sagt Markus Taubert, Leiter des institutionellen Geschäftes in Deutschland und Österreich.

Tieferes Verständnis von Risiko und Rendite

Anleger, die auf Faktoren setzen, wollen in erster Linie das Risiko in ihren Portfolios besser verstehen: Mehr als drei Viertel (76 Prozent) aller Faktornutzer sagen das. Ebenso viele erklären, dieses Ziel erreicht zu haben. Mehr als die Hälfte (59 Prozent) haben eine breitere Streuung erreicht. Ähnlich viele verringerten Risiken (56 Prozent) und steigerten Renditen (55 Prozent).

Makro- und Stil-Faktoren kommen sowohl im Risikomanagement als auch in Anlagestrategien zum Einsatz. Mehr als die Hälfte (53 Prozent) der institutionellen Anleger nutzen Strategien mit einem oder mehreren Faktoren. Dabei wurde der Stil-Faktor „Value“ am häufigsten genannt. „Inflation“ liegt bei den Makro-Faktoren vorn.

Ebenfalls weit verbreitet sind komplexere Long-Short-Strategien, die auf steigende und fallende Kurse setzen und dabei verschiedene Anlageklassen nutzen können: 57 Prozent der Umfrageteilnehmer, die Faktorstrategien nutzen, machen das so.