Sinkende Freibeträge für Privatkunden Zahl der Banken und Sparkassen mit Strafzinsen wächst weiter deutlich

Skyline vom Bankenplatz Frankfurt: Die Zahl der Institute mit Strafzinsen steigt weiter an.

Skyline vom Bankenplatz Frankfurt: Die Zahl der Institute mit Strafzinsen steigt weiter an. Foto: imago images / Westend61

Die Zahl der Banken mit Strafzinsen für Privatkunden hat sich innerhalb eines Jahres verfünffacht. Konkret verlangen 150 Institute Negativzinsen bei hohen Einlagen auf privaten Giro- und Tagesgeldkonten, zeigt eine aktuelle Untersuchung von „Biallo“. Bei der ersten Abfrage im Juli 2019 war dies noch nur bei 30 Banken der Fall. Das Verbraucherportal hat Ende Juni 2020 erneut rund 1.300 Banken und Sparkassen unter die Lupe genommen. Dabei stellte „Biallo“ fest, dass mittlerweile 250 Geldhäuser einem Teil ihrer Kunden Strafzinsen berechnen.

Der Trend zu Strafzinsen setzt sich damit fort: Allein in den vergangenen drei Monaten haben 40 Banken und Sparkassen Negativzinsen für Privatkunden eingeführt, so ein weiteres Ergebnis. Darunter seien vor allem kleine Sparkassen und Genossenschaftsbanken, die zum Teil nur noch Freibeträge von 10.000 Euro oder weniger auf dem Girokonto gewährten. Kundeneinlagen über diesen Beiträgen belangen die Institute mit einem Strafzins in Höhe von 0,5 Prozent – Das entspricht dem negativen Einlagezins, den die Geldhäuser bei der EZB zahlen müssen, wenn sie dort kurzfristig Liquidität parken.