Komplexe Vermögen Wie Sie Ihr Single Family Office für die Zukunft transformieren

Komplexe Vermögen
Wie Sie Ihr Single Family Office für die Zukunft transformieren
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Thomas Seibel, EY

Thomas Seibel, Partner bei EY Bildquelle: Thomas Seibel

In einem erfolgreichen Single Family Office wächst mit der Zeit nicht bloß das Vermögen, sondern auch dessen Komplexität. Dieser Artikel widmet sich der gezielten Professionalisierung bestehender Single Family Offices, mit dem Hintergrund die Transparenz und Effizienz langfristig zu steigern. Die Professionalisierung beginnt auf der technischen Ebene und erstreckt sich über die Strukturen des Single Family Offices, der Governance, bis hin zu strategischen Risikomanagement-Themen hinaus.

Viele Single Family Offices entstehen zunächst als pragmatische Lösung zur Verwaltung eines wachsenden Familienvermögens. Oft entstehen sie aus Unternehmensverkäufen und sind initiiert von einer einzelnen Person oder einem kleinen Kreis von vertrauten Beratern. Diese One-Man-Show-Strukturen sind in der Anfangsphase funktional, doch mit der Zeit steigt sowohl die Komplexität des Vermögens sowie die Anforderungen an Transparenz, Steuerung und Sicherheit, vor allem dann, wenn der UBO (Ultimate Beneficial Owner) sich langsam zurückzieht.

Abhängigkeiten und Intransparenz vermeiden 

Persönliche Präferenzen, individuelle Arbeitsweisen und historisch gewachsene Prozesse prägen das Office, häufig ohne dokumentierte Standards oder klare Verantwortlichkeiten. Wenn ein SFO über viele Jahre hinweg von nur ein bis drei Personen beeinflusst wird, entstehen Abhängigkeiten und Intransparenz, die langfristig Risiken bergen. Die Professionalisierung ist daher ein notwendiger Schritt, um Strukturen zu schaffen, die unabhängig, skalierbar und zukunftsfähig sind.

Ein wesentlicher Aspekt der Professionalisierung eines bestehendes Single Family Offices ist eine strategische Überprüfung der bestehenden IT-Systemlandschaft. Zunächst sollte eine Überprüfung erfolgen, um potenzielle Prozessineffizienzen zu identifizieren und zu minimieren. Zudem ist zu prüfen, ob die bestehenden Systeme den branchenüblichen Standards entsprechen und ob die eingesetzten Technologien als Best in Class gelten.

 

Eine gründliche Analyse der IT-Infrastruktur ermöglicht es, Schwachstellen zu identifizieren und gezielte Verbesserungen vorzunehmen. Dies kann beispielsweise die Einführung neuer IT-Systeme umfassen, die speziell für das Controlling und die Erstellung von Reportings für große Portfolien mit verschiedensten Assetklassen entwickelt wurden. Solche Systeme bieten nicht nur eine verbesserte Übersicht über die Vermögenswerte, sondern ermöglichen auch eine fundierte Entscheidungsfindung.

Dementsprechend ist ein wichtiger Schritt bei der Professionalisierung die Datenmigration von alten Systemen oder gar Excel-Tabellen in moderne, integrierte Systeme. Diese Migration ist entscheidend, um die Datenqualität zu erhöhen und eine nahtlose Integration der Informationen zu gewährleisten. Durch die Verschriftlichung und Digitalisierung der Prozesse können SFOs nicht nur Zeit sparen und die Fehleranfälligkeit minimieren, sondern auch die Genauigkeit ihrer Daten verbessern.

Aussagekräftige Reportings für die Gesellschafter 

Die Erstellung von transparenten und aussagekräftigen Reportings für die Gesellschafter des SFOs ist ein weiterer wichtiger Schritt zur Professionalisierung. Einige SFOs sollten in Erwägung ziehen, ihre Reporting-Prozesse zu automatisieren, um den Gesellschaftern zeitnahe und ohne großen Aufwand präzise Informationen zur Verfügung zu stellen.

Dies kann durch den Einsatz moderner Softwarelösungen erreicht werden, die es ermöglichen, individuelle Reporting-Anforderungen zu erfüllen und gleichzeitig den Zeitaufwand für die Erstellung der Berichte für die Mitarbeiter zu minimieren.