private banking magazin: Herr Schumacher, was ist aus Ihrer Sicht der entscheidende Grund für eine Investition in einen Fonds wie den Guinness Asian Equity Income (ISIN: IE00BGHQDM52) für asiatische Dividendenaktien?
Schumacher: Es ist die Konsistenz der Fondsstrategie. Ich weiß vorab, was ich bekomme. Und ich kenne die Menschen hinter dem Fonds wie Mark Hammonds sehr gut und kann somit einschätzen, was ich von ihnen erwarten kann. Fonds-Raketen fliegen in einem Jahr hoch in den Himmel, stürzen aber schon im nächsten Jahr wieder ab. Investments mit einem solchen Profil interessieren uns nicht. Wir suchen stattdessen weniger offensive, dafür aber wie gesagt konsistente und verlässliche Anlagen.
Hammonds: Danke gleichfalls, ich möchte im Gegenzug betonen, dass die Signal Iduna AM ihre Anlageziele so klar formuliert, zählt bestimmt zu den wesentlichen Gründen für ihren Investmenterfolg.
Wäre es Ihnen möglich, statt eines aktiv gemanagten Guinness-Fonds eine kostengünstigere Variante wie einen ETF zu wählen, Herr Schumacher?
Dieser Artikel richtet sich ausschließlich an professionelle Investoren. Bitte melden Sie sich daher einmal kurz an und machen einige berufliche Angaben. Geht ganz schnell und ist selbstverständlich kostenlos.
private banking magazin: Herr Schumacher, was ist aus Ihrer Sicht der entscheidende Grund für eine Investition in einen Fonds wie den Guinness Asian Equity Income (ISIN: IE00BGHQDM52) für asiatische Dividendenaktien?
Schumacher: Es ist die Konsistenz der Fondsstrategie. Ich weiß vorab, was ich bekomme. Und ich kenne die Menschen hinter dem Fonds wie Mark Hammonds sehr gut und kann somit einschätzen, was ich von ihnen erwarten kann. Fonds-Raketen fliegen in einem Jahr hoch in den Himmel, stürzen aber schon im nächsten Jahr wieder ab. Investments mit einem solchen Profil interessieren uns nicht. Wir suchen stattdessen weniger offensive, dafür aber wie gesagt konsistente und verlässliche Anlagen.
Hammonds: Danke gleichfalls, ich möchte im Gegenzug betonen, dass die Signal Iduna AM ihre Anlageziele so klar formuliert, zählt bestimmt zu den wesentlichen Gründen für ihren Investmenterfolg.
Wäre es Ihnen möglich, statt eines aktiv gemanagten Guinness-Fonds eine kostengünstigere Variante wie einen ETF zu wählen, Herr Schumacher?
Schumacher: Ja, das könnten wir durchaus, machen es aber nicht. Wir managen sogar das komplette Vermögen mit aktiven Anlagestrategien, also zu 100 Prozent. Ich möchte einen Manager, der ganz gezielt seiner fachlichen Überzeugung entsprechend Aktien und Anleihen auswählen kann. Das ist mir sehr wichtig. Wir kaufen im Übrigen auch keine aktiven ETFs, also keine börsengehandelten Fonds, bei denen ein Fondsmanagement versucht, mit einer von Indizes abweichenden Titelwahl eine bestimmte Mehrrendite zu erzielen.
Spielen Fondsgebühren denn eine so geringe Rolle bei der Anlageentscheidung?
Schumacher: Wir diskutieren durchaus über die Höhe von Gebühren. Doch wenn ein Fonds seinen Vergleichsindex in rollierenden Zeitfenstern regelmäßig schlägt, zahle ich gerne eine Gebühr für das Portfoliomanagement. Diese darf dann auch durchaus höher ausfallen als bei einem ETF, sofern unter dem Strich ein dementsprechend noch größerer Wertzuwachs steht.
Sie berücksichtigen ESG-Kriterien in allen Guinness-Dividenden-Fonds. Hat Sie die Implementierung vor Herausforderungen gestellt?
Hammonds: Einen ESG-Hut auf dem Kopf zu haben, ist keine Herausforderung. Aber manchmal sind die Datenbasis und der Berichtsrahmen unpräzise. Als wir unseren Status im Rahmen der EU-Offenlegungsverordnung für nachhaltige Finanzprodukte (SFDR) erhielten, mussten wir keinen einzigen unserer Anlageprozesse anpassen. Nachhaltige Unternehmen sind für gewöhnlich reifer, generieren mehr Liquidität und erzielen durchweg gute Kapitalrenditen. Nicht zuletzt aufgrund der nachhaltig ausgeprägten Philosophie führen diese Firmen ihre Mitarbeiter meist vorbildlich und verwalten ihre Lieferantenbeziehungen verantwortungsvoll. Deswegen haben diese Firmen Produkte, für die ihre Kunden bereits sind, höhere Preise zu zahlen.
Welche Kennzahl ist Ihnen bei der Bewertung von Unternehmen am wichtigsten?
Hammonds: Die Kapitalrendite: Sie muss pro Jahr acht Prozent oder höher sein und das acht Jahre lang. Zudem muss die Verschuldung von Nichtbankenunternehmen unterhalb des Eigenkapitals liegen. Bei Banken andererseits sollte das Eigenkapital immerhin mindestens fünf Prozent im Verhältnis zu den Vermögenswerten betragen.
Zu Ihrem Anlageuniversum gehört auch Indien, eines der größten Schwellenländer und die weltweit bevölkerungsreichste Demokratie. Setzen Sie nach Chinas jahrelanger Schwächephase wieder stärker auf Investments auf dem Subkontinent?
Hammonds: Nein, wir halten nur lediglich eine einzige indische Aktie. Das Portfolio gewichtet China stärker und Indien schwächer als der Referenzindex, denn in China zahlen Anleger tendenziell etwas weniger für das Unternehmenswachstum. In Indien ist es schwieriger, attraktiv bewertete Firmen zu finden.
Schumacher: In Deutschland sind zwei Meinungen zu dem Wirtschaftswachstum in China zu hören: Die einen erwarten eine Rückkehr Chinas, die anderen einen andauernden Abschwung. Dass Indien zu einem künftigen Star wird, schließen beide Szenarien nicht aus.
Hammonds: Die Volksrepublik ist den Entwicklungspfad bereits weiter vorangeschritten – mit einem höheren Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner als Indien. Die Produktion und auch die Mechanismen, die das Wirtschaftswachstum unterstützen, sind stärker ausgebildet. Indien hat seinen Dienstleistungssektor intensiv ausgebaut, um sich abzugrenzen. Dennoch versucht die indische Regierung, die Industrie zu fördern und Anreize für Hersteller zu schaffen, sich in Indien niederzulassen.
Sie können das beispielsweise bei Apple und dessen Lieferkette sehen: Die Montage-, Test- und Verpackungsphase in der Lieferkette verlagert sich nach Indien. Die Produktion bleibt jedoch in China, da China sich hier immer starker spezialisiert und durch Innovationen abhebt.
Schumacher: Die indische Bevölkerung wächst stark und ist deutlich jünger als die chinesische. Dort hat die Volksrepublik schlicht einen demografischen Nachteil. Wie, glauben Sie, Herr Hammond, kann China trotz dieses Nachteils Indien auch mittelfristig noch übertreffen?
Hammonds: Neben Innovationen in der Fertigung setzt China zurzeit insbesondere auf neue Exportländer abseits des Westens. Das zeigen die steigenden Exporte chinesischer Güter nach Lateinamerika.
Das Treffen der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) Anfang September belegte ebenfalls Chinas zunehmende Wirtschafts- und Handelsnetze mit nichtwestlichen Partnern. Südkorea gewichten Sie mit einem Fondsanteil von drei Prozent ebenfalls unter. Warum?
Hammonds: Wir halten keine Anteile an den großen Benchmark-Titeln wie etwa Samsung Electronics. Der koreanische Markt hatte 2024 vor allem mit geopolitischen Spannungen zu kämpfen. Diese haben sich 2025 teilweise wieder beruhigt. Durch die Rückkehr des koreanischen Marktes könnten wir jetzt ein wenig Aufholpotenzial in Korea haben.
Schumacher: Grundsätzlich bleibt Korea aber ein interessanter Markt für Sie mit Potenzial in unterschiedlichen Unternehmen?
Hammonds: Ja, absolut. Zudem erneuert Korea die Regeln verantwortungsvoller Unternehmensführung. Aus Anlegersicht ist das positiv. Wenn koreanische Firmen jedoch hohe Kapitalrenditen erzielen, tendiert der Markt in der Regel auch zu einer recht hohen Bewertung.
Schumacher: Die Dividenden von acht Unternehmen im Fonds sanken im Vergleich zum Vorjahr. Inwieweit spielt dies eine Rolle bei Ihrer Entscheidung hinsichtlich möglicher Veränderungen am Portfolio?
Hammonds: Die Kapitalrendite bewerten wir nach dem internen Zinsfuß. Währungseffekte können die effektive Rendite beeinflussen – auch wenn die Rendite auf Basis des Unternehmensgewinns positiv ist. Bei vielen Firmen sinken die Renditen allmählich, bis sie unter die Acht-Prozent-Schwelle fallen. Die Unternehmen stehen also nicht am Rande einer Klippe.
In Asien bekommt der Anleger keine progressiven Dividenden, wie üblicherweise bei westlichen Unternehmen. Die Dividenden asiatischer Firmen schwanken stärker, da viele Unternehmen Ausschüttungsquoten verwenden: Jedes Mal, wenn die Einkünfte schwanken, kann sich dies in der Dividende widerspiegeln.
Sie dürften äußerst überzeugt sein von den 36 Aktien, in die Sie investiert haben. Wie lange halten Sie für gewöhnlich an Ihren Portfolio-Titeln fest?
Hammonds: In der Tat. Wir verfolgen eine langfristige Philosophie und die Wechsel im Portfolio ist sehr überschaubar. In der Regel tauschen wir durchschnittlich drei Titel pro Jahr im Fonds.
Wie gehen Sie mit übergeordneten Risiken um, insbesondere mit geopolitischen Problemen wie der spannungsgeladenen Lage zwischen Taiwan und China?
Hammonds: Wir sehen diese Risiken am entfernten Ende des Spektrums und wir haben Positionen in China und Taiwan. Aber selbstverständlich müssen wir mit allen geopolitischen Ereignissen Schritt halten. Die USA könnten sich von ihren Schutzzusagen zurückziehen. Doch uns Investoren tröstet im gewissen Maß, dass die wirtschaftlichen Abhängigkeiten zwischen einzelnen Ländern zunehmen. Prominente Beispiele: Asiatische Firmen stellen die Komponenten für US-amerikanische Firmen wie Apple und Nvidia her – von Offshoring kann dort keine Rede sein. Und auch dies sind Umstände, die gegen eine Eskalation sprechen.
Welche Märkte eignen sich als Ersatz, sollte doch eine Katastrophe wie ein Krieg im asiatischen Raum ausbrechen?
Hammonds: Für diesen Fall fügen wir dem Anlageuniversum eine Handvoll Namen hinzu, die in Märkten außerhalb Asiens notiert sind. Wichtig ist, dass diese Firmen mindestens 50 Prozent ihres Umsatzes in Asien generieren. Wir sind in unserem Fonds auch mit knapp 8 Prozent des Fondsvermögens in Unternehmen mit Sitz in den USA engagiert.
Welche Länder betrachten Sie als sichereren Hafen, falls sich die Wirtschaft des Schwellenlands nicht wie erwartet entwickelt?
Hammonds: Da sich China und Indien in unterschiedliche Richtungen bewegen, gibt es eine Diversifizierung in diesen Märkten. Ich denke, Australien beispielsweise ist weit enger mit China verbunden, da einige Rohstoffengagements Teil dieses Marktes sind.
Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC) ist einer der größten Anteile im Fonds. Der Titel hat sich keinen Namen durch Dividendenzahlungen gemacht, sondern steht eher für Wachstum.
Hammonds: TSMC zahlt hohe Renditen und das ziemlich konstant, obwohl die Halbleiterbranche durchaus kapitalintensiv ist. Das deutet auf den Wettbewerbsvorteil hin, den TSMC besitzt. Unabhängig von den geopolitischen Risiken Taiwans betrachten wir TSMC als ein Unternehmen mit dem vielleicht stärksten Businessmodell im Portfolio.
Über die Interviewten:
Patrick Schumacher ist seit knapp drei Jahren Portfoliomanager bei Signal Iduna Asset Management. Zuvor arbeitete Schumacher knapp drei Jahre Senior Analyst bei Allianz Investment Management.
Mark Hammonds verwaltet seit mehr als 13 Jahren Portfolios bei Guinness Asset Management, aktuell vier Dividendenfonds, darunter der Guinness Asian Equity Income mit asiatischem Anlageuniversum. Seine Karriere startete Hammonds bei Ernst & Young in leitenden Positionen.