DSW-Studie So viel verdienen die 10 bestbezahlten Dax-Vorstände

Platz 10: Roland Busch (Siemens)

Siemens-Chef Roland Busch

Siemens-Chef Roland Busch © Imago Images / Media Punch

Vergütung (in Tsd. EUR): 

Fixe Barvergütung: 2.051

Kurzfristige variable Vergütung: 2.513

Langfristige variable Vergütung: 3.500

Gesamtvergütung: 8.064

Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) hat gemeinsam mit der Technischen Universität München zum 27. Mal ihre Vorstandsvergütungsstudie vorgelegt. Im Fokus: die Bezüge der Dax-Vorstände im Geschäftsjahr 2025.

Im Durchschnitt kam ein Dax-Vorstandsmitglied demnach auf eine Gesamtvergütung von 3,909 Millionen Euro. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Plus von 4 Prozent. Der Median sank im gleichen Zeitraum jedoch um 1,6 Prozent. Der Zuwachs beim Durchschnitt wird damit von einzelnen Ausreißern getragen, nicht von einer breiten Aufwärtsbewegung.

Knapp 11 Millionen Euro für SAP-Chef

Ganz oben in der Rangliste der bestbezahlten Dax-Vorstandsvorsitzenden hat sich einiges verschoben. Angeführt wird sie nun von SAP-Chef Christian Klein mit einer Gesamtvergütung von 10,851 Millionen Euro – bei ihm entfallen 85,5 Prozent der Bezüge auf variable Bestandteile. Im Vorjahr lag Klein noch auf Rang vier des DSW-Rankings.

 

Der Bestverdiener des Vorjahres, VW-Chef Oliver Blume, ist hingegen mit 8,965 Millionen Euro in diesem Jahr auf Rang sechs zurückgefallen.

Welche weiteren Dax-Vorstände laut DSW-Ranking am besten verdienen, erfahren Sie in unserer Bildstrecke.

Vorstandsvorsitzende verdienen ohnehin deutlich mehr als ihre Vorstandskollegen: Während ein Dax-CEO 2025 im Schnitt auf 6,137 Millionen Euro kam, lag die durchschnittliche Vergütung eines Vorstandsmitglieds ohne Vorsitz bei 3,279 Millionen Euro.

Vergütungsstruktur bleibt variabel geprägt

Die Struktur der Dax-Vorstandsvergütung setzt sich 2025 aus 31,7 Prozent Fixvergütung, 26,1 Prozent kurzfristiger variabler Vergütung und 42,2 Prozent langfristiger variabler Vergütung zusammen. Damit bleibt der Fokus auf die langfristige Unternehmensentwicklung erhalten.

Zu den größten Ausreißern bei der Entwicklung der Gesamtvergütung nach Unternehmen zählt Siemens Energy: Der Konzern verzeichnete mit 176,7 Prozent den stärksten Anstieg. Dieser war nahezu ausschließlich durch eine einmalige „Early Exit“-Sonderzahlung im Zuge der vorzeitigen Ablösung der Bundesbürgschaft bedingt.

Airbus legte um 49,5 Prozent zu, begründet durch eine auf der Hauptversammlung 2025 beschlossene Anpassung der Vergütungspolitik sowie eine höhere Zielerreichung bei der kurzfristigen variablen Vergütung.

Den stärksten Rückgang verzeichnete dagegen Mercedes-Benz mit minus 18,8 Prozent, getrieben von der kurzfristigen variablen Vergütung. Brenntag, Commerzbank und Merck zahlten 2025 gar keine kurzfristige variable Vergütung.

Vorstand verdient 42-mal mehr als die Belegschaft

Die durchschnittliche Gesamtvergütung eines Vorstandsmitglieds liegt beim 42-Fachen der durchschnittlichen Personalaufwendungen pro Mitarbeiter – ein weiterer Anstieg gegenüber dem Vorjahreswert von 41.

Für Pensionszusagen wendeten die Dax-Unternehmen 2025 im Schnitt 231.000 Euro pro Vorstandsmitglied auf. Auffälliger als die Höhe ist der strukturelle Wandel: Nur noch zwei Vorstandsvorsitzende verfügen über eine klassische leistungsorientierte Pensionszusage, 21 haben beitragsorientierte Zusagen, 13 erhalten lediglich Pensionsäquivalente, vier haben gar keine Versorgungsansprüche mehr. Die klassische Vorstandspension ist im Dax damit faktisch verschwunden.

Gender- und Nationalitäts-Gap bleiben bestehen

Männliche Vorstände verdienen inklusive Vorsitzenden im Schnitt 4,086 Millionen Euro – 17,9 Prozent mehr als ihre weiblichen Kolleginnen mit 3,467 Millionen Euro. Ein Grund: Nur vier der 40 Dax-Vorstandsvorsitzenden sind Frauen. Ohne Vorsitzende betrachtet, schrumpft der Unterschied auf 7 Prozent.

Nicht-deutsche Vorstandsmitglieder verdienten 2025 mit durchschnittlich 4,175 Millionen Euro rund 9,6 Prozent mehr als ihre deutschen Kollegen (3,808 Millionen Euro).

ESG etabliert, KI kaum verankert

Zum dritten Mal in Folge berücksichtigen alle 40 Dax-Unternehmen mindestens ein ESG-Kriterium in der Vorstandsvergütung. Soziale Kriterien sind bei allen 40 Unternehmen verankert, Umweltziele bei 92,5 Prozent – die Unternehmensführung (Governance) kommt dagegen nur bei 37,5 Prozent zum Tragen. Nur 13 Unternehmen (32,5 Prozent) berücksichtigen alle drei ESG-Dimensionen gleichzeitig.

Ein Novum in der diesjährigen Studie: die Untersuchung von KI-Zielen. Lediglich sechs der 40 Dax-Unternehmen berücksichtigen KI-bezogene Aspekte in der kurzfristigen variablen Vergütung, in der langfristigen ist es nur ein einziges Unternehmen. Zudem stecken diese Ziele durchweg in weich formulierten Sammelpositionen statt in eigenständigen Kennzahlen mit fester Gewichtung.

International bleiben deutsche Manager Mittelmaß

Im internationalen Vergleich verdienen Dax-Vorstandschefs weiterhin deutlich weniger als ihre Pendants im Ausland. Während ein Dax-CEO 2025 im Schnitt auf 6,1 Millionen Euro kam, waren es im Euro Stoxx 50 ohne die deutschen Gesellschaften 9,5 Millionen Euro. US-Konzernchefs im Dow Jones Industrial Average (DJIA) verdienten mit durchschnittlich 30,5 Millionen Euro fast das Fünffache des Dax-Niveaus.

Auch strukturell unterscheiden sich die Systeme deutlich: In den USA entfielen 78,3 Prozent der Vergütung auf langfristige, meist aktienbasierte Komponenten, die Fixvergütung machte nur 8,6 Prozent aus. Im Euro Stoxx 50 (ex-Deutschland) lag der langfristige variable Anteil bei 55,8 Prozent, im Dax bei lediglich 43,3 Prozent.

An der Spitze des DJIA-Rankings steht der Chef von Goldman Sachs, David Solomon, mit umgerechnet 105,3 Millionen Euro, gefolgt von Microsoft-Chef Satya Nadella (85,5 Millionen Euro) und Apple-Chef Tim Cook (65,8 Millionen Euro). Insgesamt verdienten 28 der 30 DJIA-Vorstandschefs mehr als Christian Klein, der bestbezahlte Dax-Vorstandsvorsitzende. Im Euro Stoxx 50 liegt Klein nur auf Platz sechs – angeführt wird dieser Index von AB-InBev-Chef Michel Doukeris mit 63,9 Millionen Euro.

DSW mahnt mehr Standardisierung an

Trotz insgesamt guter Transparenz auf Unternehmensebene fehlt es laut DSW weiterhin an vergleichbaren, standardisierten Vergütungsberichten. „Was fehlt, ist eine Standardisierung der Berichte, um einen Vergleich ohne große Mühen möglich zu machen“, kritisiert DSW-Hauptgeschäftsführer Marc Tüngler. Die Abschaffung der Mustertabellen des Deutschen Corporate Governance Kodex 2017 habe die Vergleichbarkeit spürbar verschlechtert.

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