Seltenes Interview So investiert Quandt-Erbin Susanne Klatten

Susanne Klatten: „Große Beträge muss man investieren“ | © Getty Images

Susanne Klatten: „Große Beträge muss man investieren“ Foto: Getty Images

Susanne Klatten ist laut dem US-Wirtschaftsmagazin „Forbes“ die reichste Frau Deutschlands. Ihr Vermögen wird auf etwa 17 Milliarden Euro geschätzt. Der Startschuss für ihre eigene Beteiligungsfirma Skion fiel 2009. Damals bekam die Quandt-Erbin eine Dividende von 2,366 Milliarden Euro ausgezahlt. „Wenn man Mittel in dieser Höhe hat, muss mach sich auch darum kümmern. Das ist ja nichts, was man ausgeben kann“, sagt die BMW-Großaktionärin gegenüber dem „Stern“.

Weiter sagt sie: „So große Beträge muss man investieren. Das ist eine Chance, und es ist auch eine wundervolle Aufgabe.“ Und diese Chance hat sie genutzt. Das gesamte Geld floss in ihre Beteiligungsgesellschaft. Für die Milliardärin war klar, dass neben anderen Finanzanlagen wie Immobilien auch große unternehmerische Beteiligungen ins Portfolio sollten.

SGL Carbon, Nordex und Avista Oil

So hat Sie mit einem Großteil des Geldes die bis dahin noch fehlenden 50 Prozent des Chemie-Konzerns Altana gekauft, wodurch sie zur Alleinbesitzerin wurde. Zur damaligen Entscheidung meint sie, die Börse war im Keller und sie hatte großes Vertrauen zur Führung von Altana. Und wo sei das Geld besser angelegt als dort, wo man Vertrauen in die Menschen habe.

Eine weitere größere Investition entfiel auf den Carbon-Spezialisten SGL Carbon, wo sie gegen Widerstände 2013 den Aufsichtsratsvorsitz errang. Zwar rutschte die Firma 2013 in die Verlustzone, doch Klatten bereut ihr Investment nicht. „Das Unternehmen braucht noch mehr Zeit“, meint sie.

Neben Altana und SGL Carbon ist Skion in Avista Oil, eines der führenden Unternehmen im Öl-Upcycling, in das niederländische Unternehmen Gemalto, spezialisiert auf digitale Sicherheit, und den Windkraftbauer Nordex investiert. Zudem gibt es Engagements in Unternehmen die sich mit Wassertechnologien beschäftigen.