David F. Swensen „Wir legen großen Wert auf langfristige Partnerschaften”

David F. Swensen ist seit 1985 für das mittlerweile 27 Milliarden US-Dollar große Stiftungsvermögen der Universität Yale verantwortlich. | © Markus Kirchgessner

David F. Swensen ist seit 1985 für das mittlerweile 27 Milliarden US-Dollar große Stiftungsvermögen der Universität Yale verantwortlich. Foto: Markus Kirchgessner

Herr Swensen, Sie sind 1979 als Doktorand von Yale zu dem damaligen Anleihegiganten Salomon Brothers nach New York gegangen,  haben dort den ersten Swap konstruiert und hätten erfolgreicher Partner in einer der Wall-Street-Investmentbanken werden können. Was hat Sie wieder zu Ihrer Universität gelockt?

David F. Swensen: Hank Paulson hielt einmal eine Rede in Yale. Das war noch, bevor er Chef von Goldman Sachs und später dann Finanzminister der Vereinigten Staaten wurde. Er zählte auf, wonach man seinen künftigen Arbeitgeber aussuchen sollte. Doch zwei wichtige Dinge fehlten mir in dieser Aufzählung.

Welche waren das?

Swensen: Zum einen etwas zu tun, das einen Unterschied macht. Und zum anderen für eine Organisation zu arbeiten, die sich einer Mission verschrieben hat. Beides findet man nur schwerlich an der Wall Street, aber doch recht leicht bei Yale in New Haven.

Als Sie 1985 beim Yale Endowment als Chief Investment Officer anfingen, was haben Sie da vorgefunden?

Swensen: Eine Milliarde Dollar, die zu 50 Prozent in US-Aktien, zu 40 Prozent in US-Anleihen und Cash und zu 10 Prozent in alternative Anlagen investiert waren. Allerdings muss man dabei wissen, dass zu der Zeit bereits ausländische Aktien als alternative Anlagen galten. Damals beunruhigten mich die fehlende Diversifikation im Portfolio und die Diskrepanz zwischen Investmentansatz und dem auf Ewigkeit ausgerichteten Verwendungszweck der Stiftungsgelder.

Was war Ihre erste Amtshandlung?

Swensen: Das Portfolio sukzessive neu auszurichten – weg von der Zweiteilung in Aktien und Anleihen hin zu mehr Diversifikation mittels Immobilien, Rohstoffen, Hedgefonds, Wagniskapital und Private Equity. Anlagedisziplin ist in so einem Prozess extrem wichtig. Anfang der 1990er-Jahre fing unsere neue Portfoliostrategie an, sich auszuzahlen.

Sie betrauen externe Asset Manager mit der Umsetzung Ihrer Investmentideen – derzeit sind es rund 100. Wie schwer ist es für Manager, von Yale ausgewählt zu werden und das Mandat zu behalten?

Swensen: Die Hürde, die künftige Manager, aber auch Bewerber für unser Investmentteam nehmen müssen, liegt sehr hoch. Wir haben einen sehr harten Auswahlprozess. Sind wir aber von einem Manager überzeugt, legen wir großen Wert auf eine langfristige Partnerschaft. Durchschnittlich arbeiten wir 12 bis 14 Jahre mit einem Manager zusammen.