Family-Office-Gründer im Interview „Wir denken nicht in Jahren, sondern in Beziehungen“

Family-Office-Gründer im Interview
„Wir denken nicht in Jahren, sondern in Beziehungen“
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Alexander Steinhoff (links) und Nicholas Schmid, Gründer des Saentis Family Office mit Sitz in Mainz

Alexander Steinhoff (links) und Nicholas Schmid, Gründer des Saentis Family Office mit Sitz in Mainz Bildquelle: Saentis Family Office

private banking magazin: Sie haben vor fünf Jahren das in Mainz ansässige Saentis Family Office gegründet. Was haben Sie seitdem erreicht?

Alexander Steinhoff: Unsere Vision war von Anfang an, ein modernes, unabhängiges Family Office aufzubauen, das auf Augenhöhe mit seinen Kunden arbeitet. Wir wollten ein Umfeld schaffen, in dem Professionalität und Freude an der Arbeit zusammengehen. Vor fünf Jahren haben wir zu zweit angefangen. Inzwischen besteht das Team von Saentis Family Office aus vier Gesellschaftern und 14 weiteren Fachleuten. Diese starke Entwicklung freut uns natürlich sehr.

Wieviel Vermögen managen Sie für Ihre Kunden?

Nicholas Schmid: Als Family Office gehen wir sehr diskret mit solchen Informationen um. So viel kann ich aber verraten: Wir begleiten rund 30 Kundenverbünde und haben Vermögen von mehr als 500 Millionen Euro in der originären Betreuung. Eine zentrale Rolle spielen dabei liquide Anlagen wie Aktien und Anleihen sowie auch unser Fonds Saentis Global Invest. Hinzu kommt der dynamisch gewachsene Immobilienbereich sowie weitere Assets under Administration.

Immobilien haben sich zu Ihrem zweitwichtigsten Geschäftsbereich entwickelt. Was ist der Hintergrund?

Steinhoff: Viele unserer Kunden wünschen sich neben liquiden Anlagen auch Investitionen in Immobilien – aber ohne den damit verbundenen Verwaltungsaufwand. Für diese Bedürfnisse haben wir mehrere Wohnimmobilienportfolios im Wert von insgesamt rund 275 Millionen Euro aufgebaut.  An allen Portfolios sind wir selbst zu mindestens 25 Prozent, meist sogar zu 50 Prozent beteiligt. Das schafft nicht nur Vertrauen, sondern sorgt für den langfristigen Gleichlauf der Interessen. Ein entscheidender Erfolgsfaktor sind dabei unsere etablierten Verbindungen zu Maklern, Baudienstleistern und Banken.

Was soll Ihr Family Office bieten können?

Schmid: Zum einen unsere fachliche Breite – von liquiden Anlagen über Immobilien bis hin zu Stiftungsmanagement, Nachfolgelösungen und strategischen Vermögensstrukturen. Zum anderen begegnen wir Kunden nicht als klassische Dienstleister, sondern vielmehr als Sparringspartner. Gemeinsam nutzen wir die vorhandene Infrastruktur. Darüber hinaus kommen nicht selten Menschen mit Themen zu uns, die weit über die privaten Finanzen hinausgehen.

Steinhoff: Bei uns gibt es keine Neugeld-Jahresziele für Berater, keine Vertriebsaktionen und keinen Produktdruck. Wir denken und handeln langfristig. Das unterscheidet uns fundamental vom Alltag in vielen Banken. Uns geht es nicht um kurzfristige Erfolge, sondern darum, langfristige, tiefgehende Beziehungen aufzubauen und zu etablieren. Und das braucht Zeit, weit über das Kalenderjahr hinaus.

Welche Rolle spielt gesellschaftliches Engagement für Sie?

Steinhoff: Eine sehr große, wir sind selbst als Stifter aktiv – sowohl in der Mainzer Wissenschaftsstiftung als auch mit unserer eigenen Saentis Family Office Foundation. Unser Ziel ist es, nachhaltige Projekte aus den Bereichen Wissenschaft, Bildung und Gesellschaft zu fördern. Seit diesem Jahr sind wir außerdem Förderpartner der Startup-Factory Futury – einem ambitionierten Gemeinschaftsprojekt mit namhaften Firmen, das die Gründungslandschaft im Rhein-Main-Gebiet maßgeblich transformieren wird.

Seit Ihrer Gründung arbeiten Sie eng mit NFS Netfonds zusammen. Warum ist diese Partnerschaft für Sie wichtig?

Schmid: Die ist für uns sehr wichtig. Wir nutzen verschiedene Services von NFS Netfonds – von der Anlageberatung über die Vermögensverwaltung bis hin zum Fondsadvisory. Besonders aber schätzen wir den guten Austausch, die kurzen Wege, das umfangreiche Netzwerk und die Unterstützung, weit über regulatorische Fragen hinaus. Wir fühlen uns bei den „Kollegen“ aus Hamburg hervorragend aufgehoben.

Welche Ziele haben Sie für die kommenden fünf Jahre?

Steinhoff: Wir wollen weiter organisch wachsen, sowohl im Family Office als auch im Immobilienbereich. Beim verwalteten Vermögen halte ich das Überschreiten der Milliarde Euro für möglich, denn gerade bei großen und komplexen Vermögen können wir unser Know-how und unsere Möglichkeiten voll entfalten. Entscheidend bleibt aber: die Chemie muss stimmen. Wir wollen mit Menschen arbeiten, die wie wir langfristig denken und Freude an der Zusammenarbeit haben.

 

Über die Interviewten:

Alexander Steinhoff ist Mitgründer, Geschäftsführer und Senior-Berater des Saentis Family Office. Steinhoff verantwortet er die strategische Ausrichtung des Unternehmens. 

Nicholas Schmid ist zweites Gründungsmitglied des Saentis Family Office. Zu seinen Aufgaben gehören neben der Steuerung des Fonds Saentis Global Invest Management und Compliance im Unternehmen.  

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