SAA: Unbequeme Wahrheiten, Teil 3 Die Illusion der optimalen Asset-Allokation

Sebastian Geissel

Sebastian Geissel: „Für Investoren ist es heikel, weil Modelle eine Präzision suggerieren, die in den Input-Parametern nicht vorhanden ist." Bildquelle: Combin.Tech

Hinter jeder scheinbar optimalen Allokation stehen Annahmen. In der Praxis hängen die Ergebnisse mathematischer Analysen stark von den gewählten Input-Parametern ab. Deshalb sollten Modelle Entscheidungen unterstützen, nicht ersetzen.

Die moderne Portfoliotheorie beruht auf einer einfachen Idee: Für jedes Risiko gibt es ein optimales Portfolio. Wer die zentralen Kennzahlen kennt, kann die beste Allokation mathematisch bestimmen. Diese Vorstellung prägt die Praxis der strategischen Asset-Allokation (SAA) bis heute.

SAA-Analysen schaffen Struktur

Institutionelle Investoren legen Allokationen meist unter Restriktionen fest. Versicherer beachten regulatorische Grenzen, Stiftungen arbeiten mit eigenen Richtlinien, Family Offices mit Präferenzen für Liquidität, Konzentration oder Ausschüttungen.

 

Hier braucht es zukunftsgerichtete Analysen. Sie zwingen dazu, klar zu benennen, welches Risiko tragbar ist, welche Rendite erwartet wird und welche Restriktionen gelten. Erst dann lässt sich eine Allokation sinnvoll auf Plausibilität prüfen.

Als Beispiel dient die exemplarische Allokation eines deutschen berufsständischen Versorgungswerks.

Abbildung 1: Jede SAA-Analyse beginnt mit der IST-Allokation. Quelle: GAC GmbH auf Basis von Geschäftsberichten und weiteren Quellen; Liquidität ist mit 5 Prozent angesetzt.

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