SAA: Unbequeme Wahrheiten, Teil 2 Monte-Carlo-Simulationen: Nützlich, aber keine Wahrheit

Sebastian Geissel, Professor für Finanzierung an der Hochschule Trier.

Sebastian Geissel: „Simulationen sind nur so gut wie ihre Input-Parameter. Erwartete Renditen, Volatilitäten und Korrelationen wirken oft objektiv, sind aber Annahmen." Bildquelle: Combin.Tech

Wer Zukunft modellieren will, steckt in einem Dilemma: Historische Durchschnittswerte sind oft zu grob. Punktprognosen wirken genauer, als sie sind. Monte-Carlo-Simulationen bieten dafür einen Ausweg, indem sie viele mögliche Szenarien der Zukunft erzeugen.

Simulationen machen Zukunft diskutierbar

Historische Daten geben Orientierung, liefern aber keine belastbare Prognose. Wer im Jahr 2000 die bis dahin beobachteten Durchschnittsrenditen einfach fortgeschrieben hätte, wäre für die nächsten zehn Jahre zu optimistisch gewesen. Wer nach der Finanzkrise 2009 dasselbe getan hätte, wäre eher zu pessimistisch gewesen. Punktprognosen scheitern oft genau daran: Die Zukunft ist kein Durchschnittswert.

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