Rückkehr der Volatilität „Die Anleger unterliegen einem Trugschluss“

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Anleger ohne diversifiziertes Portfolio neigen bei erhöhter Nervosität im Markt dazu, überzureagieren und Positionen umgehend zu verkaufen oder im großen Stil in Staatsanleihen umzuschichten. Hier genau liegt jedoch der Trugschluss. Die bekannte negative Korrelation zwischen Anleihen und Aktien wird es in Zukunft in dieser Ausprägung nicht mehr geben. Deutsche Staatsanleihen sind bei potenziell steigenden Zinsen längst kein sicherer Renditetreiber mehr.

Wie lässt sich allgemein von einer Rückkehr der Volatilität profitieren?

Pansegrau: Was oft als schlechtes Zeichen für klassische Investmentstrategien gilt, stimmt so nicht ganz für unsere Volatilitätsstrategie. Eine erhöhte Volatilität ist eine Indikation für gesteigerte Unsicherheit an den Kapitalmärkten. Diese Unsicherheit geht oft mit einer erhöhten Nachfrage nach Absicherung einher. Dies lässt Preise für Optionen ansteigen. Als Optionsverkäufer können wir davon profitieren und hohe Prämien einnehmen – insbesondere wenn die erwartete Volatilität ansteigt.

Dabei sollte man als Anleger jedoch auf ein stringentes und systematisches Risikomanagement achten. Langfristig lässt sich mit einer Short-Volatility-Strategie solch eine positive Rendite erzielen – auch in einem schwierigen Marktumfeld.

Wie lief es unter diesen Umständen für den 7orca Vega Return?

Pansegrau: Auch für den 7orca Vega Return war der Jahresauftakt herausfordernd. Der Fonds musste einen kurzfristigen Verlust hinnehmen, befindet sich aber seit Anfang Februar 2018 im steilen Aufwärtstrend und konnte den anfänglichen Rücksetzer bereits vollständig aufholen. Das zeigt uns, dass das Risikomanagement im Fonds sehr gut funktioniert und Verluste überaus rasch aufgeholt werden können. Somit hat der Fonds seine erste Prüfung schon früh nach Auflage im Dezember 2017 erfolgreich gemeistert.

Die letzten beiden Monate Juni und Juli mit einer Wertentwicklung von jeweils über 0,90 Prozent in der institutionellen Anteilsklasse haben das Renditepotenzial der Strategie gezeigt. Die absolut positive Rendite der ersten sieben Monate in 2018 ist von 0,86 Prozent ein erfreuliches Zwischenergebnis.

Was erwarten Sie für die zweite Jahreshälfte im Hinblick auf die Performance des Fonds?

Pansegrau: Wir sehen aktuell interessante Risikoaufschläge. Die täglichen Bewegungen an den Aktien- und Anleihenmärkten sind durchaus hoch. Dies können wir in unserem systematischen Investmentprozess aber gut abfangen. Die Rückkehr der Volatilität ist prinzipiell ein gutes Zeichen. Ich freue mich sogar über etwas Unruhe. Mit unserem Fonds wollen wir gerade in diesen volatilen Seitwärtsphasen eine alternative Anlagemöglichkeit bieten und zur Stabilisierung der Portfoliorendite beitragen. Setzt sich der Trend der letzten Monate fort, kann der Fonds seine Netto-Zielrendite von vier bis sechs Prozent auf Jahressicht erreichen.

Über den Interviewten:
Tom Pansegrau ist als Senior Portfolio Manager für das Management der 7orca Vega Return Strategie verantwortlich. Er ist seit 2011 mit Short-Volatility-Strategien betraut und verwaltet bei 7orca derzeit mehr als 70 Millionen Euro in einem Publikumsfonds und Spezialfondsmandaten. Pansegrau hält einen Master in Finance der Universität Lausanne und ist seit 2013 CFA Charterholder.